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Robert Raths · FDP

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Kantonsrat (SG)15.09.2025Mitglied des Kantonsrates

Raths-Rorschach, Mitglied der Vertretung des Kantonsrates in der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK): Am 27. Juni 2025 durfte ich als Vertreter unserer St.Galler Delegation zusammen mit Walter Freund-Eichberg und Hess-Rebstein an der 63. Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz in Überlingen teilnehmen. Ein Treffen, das wie der See selbst tief, weit und manchmal auch ein bisschen «wellig» war.

Wasser am Bodensee in Zeiten des Klimawandels: Wir alle wissen, dass der Bodensee nicht nur schön ist, er ist auch systemrelevant als Trinkwasserquelle für rund 5 Mio. Menschen. Die Klimamodelle zeigen, dass längere Hitzeperioden und häufigere Starkniederschläge unseren See vor neue Herausforderungen stellen werden. Wir müssen also lernen, mit zu viel und zu wenig Wasser umzugehen. Das Motto lautet: Nicht jammern, sondern stauen – im doppelten Sinn.

Internationale Zusammenarbeit für den Gewässerschutz: Der See kennt keine Landesgrenzen und die Fische sowieso nicht. Deshalb ist die Kooperation der vier Anrainerstaaten unverzichtbar. Es wurde betont, dass gemeinsame Monitoringprogramme, abgestimmte Wasserqualitätsziele und ein kontinuierlicher Austausch zentral bleiben. Anders gesagt: Nur wenn wir über Grenzen hinweg im gleichen Boot sitzen und gemeinsame Anstrengungen unternehmen, bleibt der See sauber.

Trinkwasserspeicher und Hochwasserretentionsbecken Bodensee: Die Konferenz zeigte klar, dass der Bodensee beides in einem ist: unser grösster Trinkwasserspeicher und gleichzeitig ein natürliches Hochwasserbecken. Gerade in Zeiten, in denen die Schneereserven der Alpen schwinden, gewinnt diese Funktion noch mehr an Bedeutung. Darum gilt es, diese Doppelfunktion aktiv zu schützen. Ein Kollege aus Bayern meinte dazu augenzwinkernd: «Das ist unser grösster Tank, und den sollten wir nicht undicht werden lassen.»

Auswirkungen des Klimawandels auf Rhein und Zuflüsse: Hier wurde es besonders eindrücklich. Der Anteil von Schmelzwasser aus Schnee und Gletschern nimmt ständig ab, während der direkte Regenanteil steigt. Kurz gesagt: Der Rhein wird launischer. Das bedeutet mehr Hochwasserrisiken im Frühjahr und trockenere Sommer. Für uns in St.Gallen mit direkter Verbindung zum See ist das nicht nur eine hydrologische Theorie, sondern eine konkrete Herausforderung für Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Energieplanung.

Die Botschaft der Konferenz ist klar: Der Bodensee ist nicht nur ein touristisches Juwel, er ist unser gemeinsamer Lebensnerv. Klimawandel, Wasserqualität und internationale Zusammenarbeit gehören zusammen wie Wellen, Wind und Segelboote. Zum Schluss noch dies: Ein Delegierter brachte es schön auf den Punkt. Er sagte: «Wir alle trinken dasselbe Wasser. Darum sollten wir schauen, dass es uns nicht irgendwann im Hals steckenbleibt.» In diesem Sinn: Packen wir die Herausforderungen am Bodensee gemeinsam an, pragmatisch, solidarisch und mit einem Schuss Humor.

Transcript
sg.recapp.ch
Institution
Kantonsrat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0