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Sandro Hess · Die Mitte

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Kantonsrat (SG)02.12.2025Mitglied des Kantonsrates

Hess-Rebstein (im Namen der Mitte-EVP-Fraktion): Auf den Bericht ist einzutreten.

Die Schwerpunktplanung der Regierung 2025–2035 stellt eine bedeutende Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung des Kantons dar. Sie bietet ein enormes Potenzial, insbesondere durch die gezielte Förderung von Innovation und die Stärkung unserer Familienstrukturen. Diese Initiativen können dazu beitragen, unseren Kanton als attraktiven Wirtschaftsstandort zu positionieren und die Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger deutlich zu verbessern.

Durch die Schaffung eines innovationsfreundlichen Umfelds wird der Kanton in der Lage sein, sich als Zentrum für Forschung und Entwicklung zu etablieren, was nicht nur die regionale Wertschöpfung steigert, sondern auch hochqualifizierte Fachkräfte anzieht und hält. Ein weiterer Aspekt der Planung ist die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Der Fokus auf den Schutz der natürlichen Ressourcen und die Stärkung der Biodiversität sind entscheidend für eine langfristige ökologische Stabilität des Kantons. Dies könnte ebenfalls Investitionen anziehen, welche die lokale Wirtschaft weiter stärken.

Allerdings müssen wir auch die Risiken dieser ehrgeizigen Pläne dringend in den Fokus rücken. Die finanziellen Mittel, die für die Umsetzung der umfassenden Familienstrategien und innovativen Projekte erforderlich sind, könnten eine erhebliche Belastung darstellen – die aktuelle Finanzlage lässt grüssen. Was passiert, wenn die langfristige Finanzierung nicht sichergestellt werden kann? Auch dürfen die Massnahmen keinen zusätzlichen Personalbedarf generieren oder der gesamte Staatsapparat und damit auch die Bürokratie weiter aufgebläht werden. Zudem besteht die Möglichkeit, dass notwendige Veränderungen auf Widerstand stossen, sowohl von Wirtschaftsakteuren als auch von Bürgerinnen und Bürgern, die gewissen Veränderungen möglicherweise skeptisch gegenüberstehen. Welche Kommunikationsstrategien werden da z.B. eingesetzt, um Ängste und Bedenken auszuräumen? Dieser Frage wird entsprechend bei allen Massnahmen Rechnung zu tragen sein. Aus unserer Sicht ist der Kanton hier aber gar nicht so schlecht unterwegs. Ich erinnere insbesondere an die guten, digital abrufbaren Informationen. Die Neugestaltung der Kantonswebsite ist diesbezüglich sehr positiv zu erwähnen.

Ein weiteres ernst zu nehmendes Risiko besteht in der Komplexität der Umsetzung der geplanten Massnahmen. Die Schaffung funktionaler Strukturen und der Dialog zwischen verschiedenen Interessengruppen können zeitaufwendig und herausfordernd sein. Verzögerungen in der Umsetzung könnten die Effektivität der Massnahmen gefährden und die gewünschten Ergebnisse entsprechend beeinträchtigen. Welche konkreten Schritte werden unternommen, um sicherzustellen, dass die Umsetzung effizient verläuft und die verschiedenen Akteure rechtzeitig sowie transparent einbezogen werden? Das gilt es aus unserer Sicht sicher und gut festzuhalten sowie sicherzustellen. Das ist immerhin ja auch eine der genannten Zielsetzungen im Bericht.

Lassen Sie mich noch ein Wort zur vorgeschlagenen Massnahme einer Erhöhung unserer Maturitätsquote sagen: Es ist positiv, dass dies grundsätzlich für alle Arten von Maturität gelten soll. Jedoch muss in Bezug auf den Fachkräftemangel auch festgehalten werden, dass eine reine Erhöhung der Maturitätsquote noch gar nichts bewirkt. Entscheidend ist letztlich vielmehr, dass wir am Ende auch tatsächlich genug Studierende bzw. Absolventinnen und Absolventen, also Studienabgängerinnen und Studienabgänger, in den gesuchten, tatsächlich gebrauchten Studienrichtungen haben. Arbeitslose Akademikerinnen und Akademiker wären in niemandes Sinn.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schwerpunktplanung des Kantons eine gute Gelegenheit bietet, bedeutende Fortschritte in den Bereichen Innovation, Familienförderung und nachhaltige Entwicklung zu erzielen, jedoch auch einige Risiken mit sich bringt. Um diese Chancen tatsächlich zu nutzen und gleichzeitig die genannten Risiken zu minimieren, ist es entscheidend, eine ausgewogene Strategie zu verfolgen. Diese muss auch flexibel genug sein, um auf heute unvorhergesehene und unvorhersehbare Herausforderungen entsprechend reagieren zu können und alle relevanten Interessengruppen transparent einzubeziehen.

Transcript
sg.recapp.ch
Institution
Kantonsrat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0