Natalie Bertsch · Grünliberale

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Stadtrat (BE)26.02.2026Mitglied

Natalie Bertsch (GLP) für die Kommission: Ich halte das Votum für die Einreichenden und Maurice schliesst dann auch noch das Fraktionsvotum an. Im Rahmen der Mitwirkung zur Sanierung des Monbijouparks wurde eine Verpflegungsmöglichkeit direkt im Park gewünscht. Ich kann das gut verstehen, vor allem durch den Spielplatz sind viele Familien mit kleinen Kindern dort und wer kleine Kinder hat, kann das vielleicht nachfühlen. An manchen Tagen ist einfach pures Chaos und man schafft es nicht zu planen und an alles zu denken und ist dann super dankbar, wenn es dort ein kleines gastronomisches Angebot gibt.

Andere Tage sind besser und organisierter und man schafft, was mitzunehmen und auch dafür bietet der Monbijoupark alle Möglichkeiten an, inklusive eine Grillanlage der EWB. Wir persönlich sind oft dort und haben uns gefreut, als der Verein sein Fenster aufgemacht hat. Und wir haben uns auch dort dann länger unterhalten und schon rausgehört von den Mitarbeitern, dass die Organisation so auf Ehrenamt-Basis doch ganz schön herausfordernd ist. Wir haben erstmal die Daumen gedrückt und waren dann oft da, aber der Pavillon war meistens zu.

Und so richtig gewundert hat es uns eigentlich nicht. Wer hat die Energie, neben Arbeit, Familie, Alltag noch ein Gastroangebot zu schmeissen. Die Idee für diese Motion ist dort und dann entstanden. Als Einreichenden möchten wir uns gerne beim Gemeinderat und der Verwaltung für die Antwort bedanken, insbesondere für die Suche nach einer sozialen Trägerschaft, wenn möglich, sowie für die Verankerung der erhöhten Rechtssicherheit mit der anstehenden ZöN-Revision. Es ist sicher eine berechtigte Frage, ob hier eine andere Trägerschaft den Park verändern würde. Gleichzeitig möchte ich euch hier bitten, wirklich die Kinder des Monbijouparks nicht zu unterschätzen. Sie sind genauso, wie Kinder sein sollen: viel zu laut. Es fliegt Sand und die runde Struktur des Pavillons lädt auch ein, dass man da mit dem Trottinett herumfährt. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie hier etwas anderes entstehen soll als eine einfache Verpflegungsmöglichkeit, die sich die Mitwirkenden gewünscht haben.

Es gibt aber noch einen anderen Aspekt, der mir bei dieser Motion wichtig ist. Wir werden diese Diskussion über Cafés und Pop-Ups hier wohl noch oft führen, aber es geht auch um etwas anderes. Der Pavillon existiert bereits und es geht auch darum, wie achtsam oder eben nicht, wir mit öffentlichen Geldern umgehen. Wir wurden oft gefragt, was es denn mit diesem Pavillon auf sich hat. Wir haben es versucht zu erklären, aber die normale Reaktion war einfach Kopfschütteln. Der Pavillon steht da, er hat Steuergelder gekostet – 400'000 Franken, um genau zu sein –, und er wird bis auf die Toilette praktisch nie genutzt. Solange der ungenutzt steht, ist er irgendwie auch ein Symbol für fehlenden Lösungswillen und wenig achtsamen Umgang mit öffentlichen Geldern in dieser Stadt. Und ich glaube, dass wir in diesem Rat oft vergessen, dass es für die Mehrheit nicht so wichtig ist, ob es sich um einzelne Parteien, den Gemeinderat oder den Stadtrat handelt. Sie wollen einfach wissen, wie gut wir zusammenarbeiten – alle zusammen – und Lösungen für sehr praktische Probleme finden können.

Man kann jetzt schon sagen, es handelt sich um ein sehr kleines Problem oder es ist auch ein sehr überschaubarer Betrag. Aber wie sollen Wählende uns bei grossen Problemen vertrauen, wenn wir schon die kleinen nicht bewältigen können? Und ich denke, das Mindeste, was man von uns hier erwarten kann, ist, dass wir konsequent sind. Entweder wollen wir politisch keine Verpflegung in öffentlichen Pärken und dann bestellen wir auch kein Pavillon. Aber wenn wir ein Pavillon mit Verpflegungsmöglichkeit bestellen, dann sind wir auch zusammen verantwortlich, eine Lösung zu finden, wenn die ursprüngliche Idee sich nicht umsetzen lässt. Als Grünliberale habe ich wenig Präferenz, ob es ein Quartierverein sein soll oder eine andere Trägerschaft, aber ich finde, wir sollten zuhören, wenn ein Quartierverein sich zurückzieht. Ein Ehrenamt ist irgendwie auch Synonym für unbezahlte Arbeit. Lösungen, die konsequent auf Ehrenamt und unbezahlte Arbeit setzen in dieser Zeit, in der das Leben für viele komplizierter wird, sollte man sich gut überlegen. Wir finden, der Gemeinderat hat uns hier eine gute Lösung zugespielt für ein tolerantes Miteinander verschiedener Ideen, Bedürfnisse und Lebensentwürfe und wir finden, die haben alle im Monbijou Platz und aus dem Grund bitte ich euch, die Motion heute Abend anzunehmen.

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Stadtrat

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