Bernhard Hess · Schweizerische Volkspartei
Bernhard Hess (SVP) für die Fraktion: Von Bümpliz für Bümpliz. Das ist aber wieder einmal ein Vorstoss, bei dem ich subjektiv behaupte, dass eine Mehrheit der Bümplizerinnen und Bümplizer und auch der Bethlehemerinnen und Bethlehemer sehr wahrscheinlich nicht dahinterstehen können. Ich sage euch auch warum. Wir haben bereits jetzt grossen Anschauungsunterricht, und zwar im Grossraum Unterführung Bodenweid, Freiburgstrasse, wo man bereits jetzt legal sprayen kann. Und das wird auch wirklich genutzt. Auf der einen Seite gibt es dort wirklich, das muss ich sagen – ich habe es mir heute noch einmal angeschaut –, tolle Kunstwerke – farbig, blumig, wozu man sagen muss: Ja, das ist wirklich grossartig. Auf der anderen Seite gibt es dann aber auch wieder Menschen, die schreiben zum Beispiel über die farbigen Kunstwerke ACAB (All cops are bastards). Ich führe nicht aus, was das genau heisst. Ich schaue es noch schnell nach: Fuck All Cops. Und das ist natürlich ganz klar Vandalismus und unschön.
Dann ist es so: Auf der einen Seite hat man dann natürlich die Möglichkeiten, wo man völlig legal sprayen kann. Aber es ist so, dass sich das nachher auch ausdehnt. Und da gibt es zum Beispiel mittlerweile auch einen sehr grossen Schriftzug, der heisst zum Beispiel "Rojava verteidigen" mit einem linksextremen, kommunistischen Symbol, der übrigens bis heute nicht entfernt oder übermalt worden ist. Also wir stellen fest, dass ihr im Prinzip im Westen von Bern jetzt eine weitere Möglichkeit zur Verfügung stellen wollt, und zwar an einem Ort, den wir als ganz, ganz unideal anschauen, nämlich in der neuen Bahnhofunterführung Stöckacker. Man spricht dort davon, dass man, glaube ich, nur etwa 4 Meter auf dem Perron oder auf dieser Fussgängerzone haben wird, wo man durchgehen kann. Und da stelle ich mir schon vor, wie das nachher aussieht, wenn dann dort – an einem legalen Ort kann rund um die Uhr gesprayt werden, also durch den Tag oder auch in der Nacht oder am späten Abend – die letzten Züge einfahren. Das erzeugt schon auch ein bisschen ein subjektives Unsicherheitsgefühl bei den Bürgerinnen und Bürgern, Passantinnen und Passanten, die dort unterwegs sind. Das muss man ganz klar in Rechnung nehmen.
Dann kommt noch dazu, dass die grossflächigen Sprayereien auch furchtbar stinken. Ich habe selbst mal bei einem Maler gearbeitet und natürlich die Farbe riecht, und zwar mehrere Tage. Dann kommt noch dazu, dass viele dieser Spraydosen, zum Beispiel auch dort in der Unterführung in Bümpliz, einfach weggeworfen werden, auf den Boden. Es gibt dort zwar sogar eine Möglichkeit, wo man sie deponieren könnte. Aber das machen natürlich nicht alle. Und man muss sich einfach vorstellen: Viele dieser Sprayer tragen eine Staubmaske. Daher kann ich mir schon vorstellen, dass die Eine oder der Andere ein bisschen abgeschreckt werden kann von solchen Typen, die dort sprayen.
Alles in allem können wir einfach sagen: Wir von der SVP sind der Meinung, dass man diesen Vorstoss auch als Richtlinienmotion ablehnen sollte. Und wir stellen allgemein fest, nicht nur im Westen von Bern, dass die Stadt in den letzten, ich würde sagen, acht Jahren so stark versprayt und auch vermüllt wurde, wie sie es vielleicht noch gar nie war, und dass man mit solchen Möglichkeiten entgegenhalten sollte.