Skip to main content

Bruno Schweizer · SVP

de
Kantonsrat (SG)10.03.2025Mitglied des Kantonsrates

Schweizer-Neckertal (im Namen von Schweizer-Neckertal / Freund Christian-Eichberg / Tanner-Degersheim): Die Interpellanten sind mit der Antwort der Regierung zufrieden.

Über 50 Mio. m2 produzierende landwirtschaftliche Nutzfläche oder besser gesagt über 50 Mio. m2 Nahrungsmittelgrundlage haben wir in den letzten 30 Jahren im Kanton zerstört. Egal, was gemacht wurde, ob wir ein Haus, ein Industriegebäude oder einen Sportplatz gebaut oder einen Bach renaturiert haben, es ging direkt oder indirekt immer zulasten der Fläche, auf der Nahrungsmittel produziert werden. In den letzten 30 Jahren haben wir hochgerechnet rund 10 Mio. m2 Bauzone, 8,5 Mio. m2 Strassenflächen und 1,2 Mio. m2 zusätzliche Gewässerflächen geschaffen. Selbst der Wald ist um sagenhafte 10 Mio. m2 gewachsen. Gewachsen ist auch die Biodiversitätsförderfläche auf heute über 9 Mio. m2. Verloren hat nur eine einzige Fläche: die Fläche, auf der Nahrungsmittel produziert werden, d.h. die landwirtschaftliche Nutzfläche und die Alpfläche.

Wir müssen uns also in Zukunft sehr genau überlegen, was wir mit der sehr knappen und nicht vermehrbaren Ressource «Nahrungsmittel-Produktionsfläche» machen möchten. Es ist unverantwortlich, z.B. 3 Mio. m2 bestes Land für die Renaturierung des Rheins oder 60'000 m2 Land für die Renaturierung der Thur zu zerstören und gleichzeitig immer wieder Land für das Wohnen, Arbeiten und Leben von immer mehr zusätzlichen Bewohnern des Kantons St.Gallen oder der Schweiz zu verbrauchen. Als Beispiel nenne ich WILWEST. Dort möchten wir 3'000 Arbeitsplätze schaffen. Zuzüglich Familien ergibt das wenigstens 6'000 bis 9'000 zusätzliche Personen, die im Umkreis von Wil leben. Wir zerstören für das Wohnen, Arbeiten und Leben dieser zusätzlichen Personen in der Ostschweiz zusätzlich rund 2 bis 3 Mio. m2 Nahrungsmittel-Produktionsflächen. Machen wir wie geplant mit Zuwanderung und überbordender Renaturierung weiter, haben wir in weniger als zehn Generationen keine Fläche mehr, auf der wir Nahrungsmittel produzieren können. Überlegen wir uns also in Zukunft sehr genau, für was wir die sehr knappe und nicht nachwachsende Ressource Boden einsetzen möchten.

Transcript
sg.recapp.ch
Institution
Kantonsrat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0