Alexandra Dill · SP
Alexandra Dill (SP): Die Publikation des generellen Baubegehrens für den Umbau und die Erweiterung des fern Heizkraftwerks Volta hat doch einige Fragen aufgeworfen und ich bin froh, dass ich durch meine Interpellation einige davon klären konnte und die Antworten mich etwas hoffnungsvoller Stimmen.
Selbstverständlich stelle ich mich nicht gegen das Dekarbonisierungsvorhaben der IWB, die Umstellung des Fernheizkraftwerks Volta auf erneuerbar ist richtig. Das generelle Baubegehren sieht neben einem 50 Meter hohen Silo und einem 40 Meter hohen Druckspeicher auch den Bau eines LKW-Terminals vor. Es wird gemäss Auskunft des Regierungsrates mit neun Lieferungen pro Werktag in der Heizsaison gerechnet, sollten die Pellet mit LKW geliefert werden. Neun Lastwagen pro Tag, die durchs halbe Quartier fahren, denn zum Wenden müssen diese bis zum Lothringerplatz geführt werden.
Das Quartier wurde mit der Nordtangente vom Schwerverkehr entlastet und hat so langsam wieder zu atmen begonnen. Die Voltamatte und der Voltaplatz wurden frisch begrünt, das Quartier wird Richtung Volta Nord in den nächsten Jahren noch stark ausgebaut und soll insbesondere Familien anziehen. Die Achse, auf der die neuen LKWS pro Tag kursieren sollen, wird mannigfach von Verkehrsteilnehmenden allen Alters genutzt. Sie ist umgeben von Einrichtungen für Kinder. Der schreckliche Unfall, der sich vor einem Jahr mit einem Lastwagen auf dem Schulweg ereignete, steckt uns im Quartier noch massiv in den Knochen. Soviel ich weiss, werden die Pellet im Auhafen in Muttenz gelagert. Eine Anlieferung per Schiff läge somit auf der Hand. Auch heute wird meines Wissens der Brennstoff per Schiff geliefert.
Ich bin darum sehr dankbar, dass der Regierungsrat in seiner Antwort in Aussicht stellt, dass dies auch bei den Pellets eine Option ist, welche die IWB prüft. Ich schätze, dass dies auch die Ökobilanz des Projekts verbessert. Auch bin ich froh darüber, dass allfällige Optionen geprüft werden für den benachbarten Schulstandort, der Raumbedarf insbesondere für die Tagesstruktur hat und auch das Öllager eventuell umgenutzt werden kann für schulische Zwecke.
Ich anerkenne die Gründe, weshalb die IWB an dem Standort Volta festhalten möchte, ich fände es aber auch wichtig, dass die Quartieraspekte wie die Anlieferungssituation, die Schulwegsicherheit, so wie auch die Freigabe von Flächen für Schulraum mitbedacht werden, damit sich das IWB-Areal eben auch gut ins Quartier von heute einfügt. Ausserdem ist es mir wichtig, dass die Quartierbevölkerung sich hier ähnlich einbringen kann wie benachbarte Firmen und ich bin froh, dass der Regierungsrat in seiner Antwort nun eine Infoveranstaltung für Anwohnende ankündigt. Allerdings, im Nachbarsgebäude, das gerade gebaut wird, sind noch keine Menschen eingezogen. Sie können sich auch gar noch nicht einbringen, die Veränderung für sie wird aber massiv.
Das St-Johanns-Quartier wird seit Jahrzehnten deindustrialisiert. Es ist mir wichtig, dass wir diese Tendenz nicht umdrehen mit diesem Projekt, und sicher hilft es für die Akzeptanz im Quartier, wenn die Anlagen architektonisch und städtebaulich ganz sorgfältig ins Gesamtbild passen und auch unterirdische Lageroptionen als Beispiel geprüft werden.
Ich bin sehr gespannt auf den weiteren Prozess und danke dem Regierungsrat für die informativen Antworten. Ich bin teilweise zufrieden.