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Reto Zbinden · SVP

de
Grosser Rat (BE)11.09.2025
Reto Zbinden, Mittelhäusern (SVP), Einzelsprecher. Ich habe eigentlich gestern schon genug geschwatzt. Sie hören, ich bin ein bisschen heiser. Aber ich musste trotzdem nach vorne kommen, und zwar wegen gewissen Voten, die hier gefallen sind.

Kollege Hiltpold: Es ist nämlich ein Riesenproblem, das du angesprochen hast mit den Hunden. Wir verlangen ja immer mehr Herdenschutz, Herdenschutzhunde und sonst Massnahmen, aber vor diesen Herdenschutzhunden haben eben viele, viele Wanderer Angst. Fakt ist, dass Älpler teilweise sogar Anzeigen bekommen wegen ihren Hunden – dass sie die Hunde an die Leine nehmen sollen.

Eigentlich wären die Älpler sogar motiviert, Herdenschutzhunde zu haben. Aber sie haben nachher riesige Konflikte mit genau diesen Leuten, die auf ihre Alpen gehen, die sie pflegen und zu denen sie schauen. Das ist ein riesiger Konflikt, der dort besteht. Deshalb bin ich nach vorne gekommen. Du hast es genau auf den Punkt gebracht: Sehr viele Leute haben Angst vor den Herdenschutzhunden.

Das nächste sind die Zäune, die genau von diesen Leuten, die auf die Alpen gehen, die von unseren Leuten gepflegt werden, heruntergerissen werden, weil man nicht durchlaufen kann, weil man mit dem Bike nicht durchkommt, weil man nicht wandern kann. Da wird der Herdenschutz einfach sabotiert, und zwar nicht von den Leuten, die die Alp pflegen und die Schafe dort oben haben. Das ist ein grosser Ärger für sie. Deshalb müssen wir jetzt wirklich einen Schritt in diese Richtung machen, damit man sie ein bisschen unterstützen kann.

Als Nächstes wird dann verlangt, dass man alle Tiere auf der Alp in der Nacht einsperrt, sodass sie nicht einmal mehr draussen fressen können in der Nacht, was sie eigentlich tun sollten, wenn es heiss ist. Was dies mit Tierschutz zu tun haben soll, ist mir ein Rätsel. Es gibt sehr viele Dinge, die nicht gut laufen für Älpler, die eigentlich motiviert wären, ihre Tiere zu schützen.

Deshalb: Machen wir den Schritt. Ich bin auch einverstanden, dass man den Luchs herausgenommen hat. Es besteht nämlich ein Riesenunterschied – etwas, das in dieser Wolfsdebatte auch immer vergessen geht oder zu wenig erwähnt wird: Der Luchs hat im Normalfall keinen Blutrausch. Das ist nämlich das Traurige beim Wolf: der Blutrausch. Wenn er nur jene Tiere nehmen würde, die er auch frisst, wäre es halb so schlimm. Aber er verletzt, macht Tiere kaputt, tötet sie manchmal nicht und sie verrecken elendiglich auf den Alpen – man kann es nicht anders sagen –, und nachher werden sie noch vom Geier gefressen und zählen am Schluss nicht einmal. Das ist die Problematik.

Deshalb bitte ich Sie um Unterstützung für unsere Tierhalter.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0