Andreas Michel · SVP

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Grosser Rat (BE)11.06.2024
Andreas Michel, Schattenhalb (SVP), Motionär, Fraktionssprecher. Ja, vordergründig kann man sich vielleicht fragen: Was soll das? Es sind zwei Überlegungen, die ganz zentral sind. Die erste ist die, dass eben die Einflussnahme der Regierung auf Spitäler, aber auch andere Gesundheitsdienstleistungsträger in seinem Besitz, nur über die Wahl der strategischen Führungsorgane erfolgen kann. Das ist die eine Überlegung, und die andere Überlegung ist die, dass ein breiter politischer Konsens über unsere Spitallandschaftsstrategie besteht. Also, über das «Hub and Spoke»-Modell und insbesondere das 4+-Regionen-Modell, das ja jetzt auch in der Teilstrategie integrierte Versorgung von der Regierung dann so verabschiedet werden soll.

In dieser Strategie soll die Koordination für die stationäre Versorgung und vor allem die integrierte Versorgung in einer Region bei den somatischen Spitälern liegen. Die Koordination der Spitäler ist aber nur möglich, wenn die Spitalangebote auch einer einheitlichen Strategie in der Region folgen: nicht alle Angebote an jedem Standort in der Region oder, dass eventuell sogar spezialisierte Angebote angeboten werden, die verhindern, dass die Patientinnen und Patienten noch mehr Richtung Bern abwandern. Und natürlich gibt es auch mehrere Netzwerke in der Region. Die aktuelle Situation zeigt, dass es gemeinsame Strategien sehr schwer haben, obwohl sie schon seit Jahrzehnten ein Thema sind.

Eine gemeinsame Strategie innerhalb einer Region kann eben auch nicht von der Regierung befohlen werden. Die muss sich etablieren, und schon das ist schwierig. Das Durchsetzen einer solchen gemeinsamen Strategie ist heute praktisch unmöglich, weil die fachlichen und lokalen Partikularinteressen einfach zu gross sind.

Ich sehe gerade, ich muss schon langsam zum Schluss kommen. (Die Vizepräsidentin bittet den Redner, zum Schluss zu kommen, ausser, er spreche noch für die Fraktion. / La vice-présidente demande à l’orateur de conclure, sauf s’il entend prendre la parole au nom de son groupe.) Das kann ich machen. Ist gut, dann mache ich das.

Dann wollte ich noch begründen, wieso ich wandle. Es ist mir klar, die personellen Veränderungen brauchen eine gewisse Zeit. Zuerst einmal muss auch die Überzeugung der Notwendigkeit wachsen, dass man eben eine gemeinsame Strategie und eine gemeinsame Verantwortung für die Region übernimmt. Aber das Durchsetzen dieser Strategie erfordert dann eben ein mehrheitlich gemeinsam zusammengesetztes Führungsorgan.

Sie haben vielleicht die Kritik der Haus- und Kinderärzte an diesem Vorstoss gelesen. Aber eigentlich hat diese Kritik gar nichts mit dem Vorstoss zu tun, denn sie orientiert sich daran, dass die Koordination und der Lead der integrierten Versorgung bei den Spitälern liegen soll und geht von der falschen Voraussetzung aus, dass es innerhalb der Region nur ein – in Anführungszeichen – «Netzwerk» geben kann.

In diesem Sinn bitte ich Sie die um Unterstützung dieses Postulats. Danke für die Aufmerksamkeit.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0