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Ein attraktiver Stiftungsstandort entlastet die öffentlichen Finanzen

(2025.GRPARL.494)MotionPunktweise beschlossen
Grosser Rat Bern (BE)04-09-2025 – 10-06-2026
Discurs(16)
Urdinà tenor Data dal discurs, Descendent
16 Resultats
  • Discurs
    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Sie haben den Punkt 2 angenommen.
  • Discurs
    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Sie haben den Punkt 1 nicht abgeschrieben.

    Dann kommen wir jetzt noch zu Punkt 2 dieser Motion: Wer den Punkt 2 als Motion annimmt, stimmt Ja, wer ihn ablehnt, stimmt Nein.

  • Discurs
    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Sie haben den Punkt 1 angenommen.

    Wir kommen zur Abschreibung von Punkt 1: Wer den Punkt 1 abschreiben will, stimmt Ja, wer dies ablehnt, stimmt Nein.

  • Discurs
    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Gut, wir stimmen also bei beiden Punkten über eine Motion ab, und bei Punkt 1 wird von der Regierung die Abschreibung verlangt.

    Dann kommen wir zur Abstimmung: Wer den Punkt 1 als Motion annimmt, stimmt Ja, wer ihn ablehnt, stimmt Nein.

  • Discurs
    Claude Grosjean(Grünliberale)
    Grosser Rat
    Claude Grosjean, Bern (GLP), Motionär. Jetzt haben Sie mich trotzdem noch nach vorne geholt, Herr Regierungsrat. Das ist ja genau die Krux: Was soll man beim Punkt 2 machen, wenn man nicht zuerst beim Punkt 1 das Benchmarking macht? Das ist der Widerspruch in dieser Antwort, und dieser lässt sich nur auflösen, wenn man zuerst ein sauberes Benchmarking macht, wenn man weiss, was die Massnahmen sind, und nachher kann man sie beschliessen. Deshalb: Ganz herzlichen Dank all jenen, die das auch so sehen und die beiden Punkte als Motion überweisen. Danke vielmals.
  • Discurs
    Discurs
    Grosser Rat
    Raphael Lanz, WEU-Direktor. Ich wollte vorhin nichts sagen, weil auch ich meinen Beitrag zur Ratseffizienz leisten wollte, aber nachdem jetzt alle gesprochen haben, sage ich trotzdem etwas. Grossrat Samuel Kullmann kann ich mitteilen, dass es keine alten Positionen und kein Festhalten usw. gibt; ich vertrete hier selbstverständlich die Haltung des Regierungsrates.

    Zu Ziffer 1: Dort ist es einfach so, dass wir nicht glauben, dass dieser Mehrwert da sein wird, denn ein solches Benchmarking, zusätzlich zu dem, was es jetzt schon gibt, wird sicher irgendeinen Aufwand verursachen, entweder intern – dazu habe ich vorhin gehört, dass man das nicht möchte – oder extern, und wenn wir es extern machen, verursacht es Kosten. Wir glauben, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht gross genug ist. Was ich hier noch bestreiten möchte, ist die Unterstellung des Motionärs, dass der Grund für den Abschreibungsantrag sei, dass die Verwaltung keine Lust habe. Das ist überhaupt nicht der Grund, sondern der Grund ist, dass wir den Mehrwert hier nicht sehen. Wir unterhalten uns ja manchmal auch über mehr Bürokratie, mehr Stellen usw., und das wäre jetzt etwas, glaube ich, worauf wir bei dieser Ausgangslage verzichten könnten.

    Bei der Ziffer 2, glaube ich, sind wir uns weitgehend einig. Ich muss Ihnen sagen, dass ich Ihnen vorschlagen würde, dies als Postulat zu überweisen. Es gibt ja im Vorstoss keine ganz konkreten Vorschläge, aber ehrlich gesagt: Wenn Sie dies als Motion überweisen möchten, wüsste ich jetzt gerade nicht, was man denn anders machen würde, als wenn Sie es als Postulat überweisen würden. Aber wir sind uns einig: Wir wollen ein attraktiver Stiftungsstandort sein, und wenn wir uns dort noch verbessern können ... – Wir sind schon attraktiv, aber wir werden das prüfen, anschauen, und wenn wir uns verbessern können, machen wir das gerne. Merci.

  • Discurs
    Sibylle Plüss-Zürcher(FDP.Die Liberalen)
    Grosser Rat
    Sibylle Plüss-Zürcher, Boll (FDP), Fraktionssprecherin. Förderstiftungen, wir haben es gehört, leisten in vielen Bereichen einen ganz wichtigen Beitrag im öffentlichen Interesse: in der Bildung, in der Forschung, in der Kultur, im Sozialbereich, in der Medizin, in der Umwelt und ganz allgemein für unsere Gesellschaft. Sie mobilisieren private Mittel für gemeinnützige Zwecke, und genau das ist wichtig. Wenn das private Engagement ermöglicht und gestützt wird, kann das auch die öffentliche Hand entlasten. Gerade in Zeiten, in denen die öffentlichen Mittel knapp sind, ist es aus liberaler Sicht richtig, dass wir private Initiativen nicht mit unnötigen Hürden bremsen, sondern gute Rahmenbedingungen schaffen.

    Der Kanton Bern hat bei den Stiftungen ein positives Nettowachstum, und das sogar über dem Schweizer Durchschnitt. Das ist erfreulich, aber genau eine solch gute Ausgangslage sollte für uns nicht ein Grund sein, uns zurückzulehnen; im Gegenteil: Wenn Bern hier bereits gut positioniert ist, sollten wir diesen Standortvorteil aktiv pflegen und weiterentwickeln.

    Aus Sicht der FDP-Fraktion ist diese Motion klar unterstützenswert. Förderstiftungen stehen für Eigenverantwortung, für private Initiativen und für bürgerliches Engagement. Sie ermöglichen Projekte, die sonst ganz oder teilweise durch die öffentliche Hand finanziert werden müssten. Ein attraktiver Stiftungsstandort ist deshalb nicht nur gesellschaftspolitisch sinnvoll, sondern auch finanzpolitisch.

    Wichtig ist uns dabei: Es geht nicht darum, dass der Kanton Bern einfach neue Subventionen schafft, sondern vielmehr darum, dass wir Rahmenbedingungen verbessern, das heisst: transparente Verfahren, dienstleistungsorientierte Behörden, verlässliche Auskünfte, eine pragmatische Praxis bei Steuerbefreiungen und eine aktive Kommunikation der Standortvorteile. Auch die Zusammenarbeit zwischen Standortförderung, Steuerverwaltung und Stiftungsaufsicht sollte gestärkt werden. Denn genau dort kann mit guter Koordination viel erreicht werden, ohne dass man zwingend mehr Geld ausgibt.

    Die FDP-Fraktion wird diese Motion unterstützen.

  • Discurs
    Samuel Kullmann(Eidgenössisch-Demokratische Union)
    Grosser Rat
    Samuel Kullmann, Thun (EDU), Mitmotionär, Fraktionssprecher. Ich persönlich, aber auch die EDU-Fraktion sind grosse Fans von sogenannten «low hanging fruits», tiefhängenden Früchten: Dinge, die man einfach umsetzen kann, bei denen mit einem effizienten Aufwand ein spürbares Ergebnis zu erzielen ist. Jetzt ist die Frage: Gibt es bei dieser Motion im Bereich der Stiftungen «low hanging fruits», die man von imaginären Bäumen pflücken könnte, oder eher weniger? Wir sind uns in der Fraktion noch nicht ganz schlüssig, ob das der Fall ist.

    Die Tatsache, dass der Kanton Bern den zweiten Platz bei der Anzahl Stiftungen einnimmt, ist einerseits schön, aber es ist im Prinzip auch nicht ein Grund, dass man sagt, man könne sich jetzt auf den Lorbeeren ausruhen. Wenn es einfache Möglichkeiten gibt, sich noch einmal zu verbessern: wieso nicht? Wir sind als Kanton in verschiedenen Bereichen nicht unbedingt an erster Stelle, sondern – gerade im Steuerbereich – eher bei der roten Laterne anzusiedeln. Deshalb wäre es ja schön, wenn wir vielleicht in anderen Bereichen sogar vom zweiten auf den ersten Platz kommen könnten.

    Jetzt ist auch spannend, ob der Regierungsrat, der ja jetzt auch neu ist, vielleicht diesbezüglich noch eine differenzierte Perspektive hat oder ob er an der alten Position festhält. Das interessiert uns auch noch. Der Motionär hat auch erwähnt, dass vielleicht sein Anliegen vom Regierungsrat nicht so gut verstanden wurde. Deshalb werden wir sehr gerne auch noch seinen Ausführungen folgen.

    Ein Teil unserer Fraktion wird den Vorstoss sicher als Motion unterstützen.

  • Discurs
    Sandra Schneider(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Sandra Schneider, Biel/Bienne (SVP), Fraktionssprecherin. Mit dieser Motion soll der Kanton Bern seine Position als attraktiver Stiftungsstandort überprüfen und weiter stärken. Förderstiftungen leisten einen wichtigen Beitrag für Gesellschaft, Kultur, Bildung und soziale Projekte und entlasten damit die öffentlichen Finanzen. Der Regierungsrat bestätigt, dass der Kanton Bern bereits heute zu den führenden Stiftungsstandorten der Schweiz gehört. Gleichzeitig ist er bereit zu prüfen, wie er die Standortattraktivität insbesondere durch die Zusammenarbeit mit der Standortförderung weiter verbessern kann. Aus unserer Sicht ist es sinnvoll, gute Rahmenbedingungen für privates Engagement zu schaffen. Wo private Stiftungen Verantwortung übernehmen und Projekte finanzieren, muss nicht automatisch der Staat einspringen.

    Ich kann es also kurz machen: Die SVP unterstützt diese Motion deshalb in beiden Punkten einstimmig und lehnt die Abschreibung der Ziffer 1 ab. Machen Sie es doch bitte auch so. Merci.

  • Discurs
    Barbara Stotzer-Wyss(Evangelische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Barbara Stotzer-Wyss, Büren an der Aare (EVP), Mitmotionärin, Fraktionssprecherin. Die EVP-Fraktion unterstützt diesen Vorstoss. Verschiedene Arten von Stiftungen leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft des Kantons Bern. Sie engagieren sich in Bereichen wie Bildung, Kultur, Soziales, Gesundheit, Umwelt und stossen auch Innovationen an. Damit ergänzen sie wichtige staatliche und private Angebote mit wertvollen Impulsen. Die EVP-Fraktion begrüsst es deshalb, wenn der Kanton Bern seine Position als Stiftungsstandort, insbesondere für Förderstiftungen, analysiert und, wenn das nachher möglich ist, auch weiterentwickelt.

    Für die EVP-Fraktion ist es wichtig, dass wir eine bessere Übersicht haben, in welchen Bereichen die Stiftungen im Kanton Bern tätig sind und wo der Kanton vielleicht besonders von diesem Engagement profitieren kann. Der Benchmark mit anderen Kantonen ist deshalb wichtig. Ob dieser Benchmark jetzt durch die Verwaltung selbst gemacht wird oder ob dies extern gemacht wird, ist für uns zweitrangig. Entscheidend für uns ist, dass die Ergebnisse aussagekräftig sind und auch konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, die nachher dem Kanton in Bezug auf die Förderstiftungen etwas nützen.

    Der Kanton Bern soll ein attraktiver Standort für Stiftungen sein. Dazu gehören gute Rahmenbedingungen, Rechtssicherheit und effiziente Prozesse. In diesem Zusammenhang sehen wir auch noch ein bisschen Potenzial bei der Stiftungsaufsicht. Dort wären kürzere Wartezeiten und schlankere Verfahren sicher hilfreich, damit sich die Stiftungen im Kanton Bern wohlfühlen und ihre Projekte auch rasch umsetzen können.

    Gleichzeitig ist der EVP-Fraktion bei diesem ganzen Thema noch ein anderer Punkt wichtig: Stiftungen sollen staatliche Aufgaben ergänzen, bereichern und vielleicht eben neue Lösungen anstossen; das darf aber nicht dazu führen, dass der Staat sich aus seiner Verantwortung zurückzieht. Dort, wo der Kanton einen gesetzlichen Auftrag hat, muss er diesen weiterhin wahrnehmen. Stiftungen sollen einfach eine wertvolle Ergänzung sein und kein Ersatz für staatliches Handeln.

    Gerade deshalb lohnt es sich aber, das Potenzial des Stiftungsstandorts Bern genauer anzuschauen und gezielt weiterzuentwickeln. Wir werden diesen Vorstoss unterstützen.

  • Discurs
    Grosser Rat
    Anita Herren-Brauen, Rosshäusern (Die Mitte), Fraktionssprecherin. Für Die Mitte ist die Standortförderung von Förderstiftungen wichtig und unterstützungswürdig, ja – aber. Die Motion hat zwei Punkte. Der Punkt 1 verlangt, zusätzlich zum schweizerischen Stiftungsreport ein Benchmarking zu machen. Der Kanton Bern ist gemäss Report hinter dem Kanton Zürich auf Rang 2. Super, bravo, weiter so. Der Regierungsrat beantragt die Annahme und Abschreibung von Punkt 1. Ja, die Kosten sind überschaubar, wenn man so ein Benchmarking machen liesse, aber sie wären halt da und es wäre auch ein Aufwand dahinter. Wenn wir so gut sind, muss man auch einmal zufrieden sein. Dies extern zu vergeben und dann das Budget zu kürzen, wovon wir reden, ist aber ein Widerspruch.

    Zu Punkt 2: Es sollen zusätzliche Massnahmen ergriffen werden, um die Standortförderung im Kanton Bern noch attraktiver zu machen. Das wollen wir auch. Wir sind auch überzeugt, dass das passiert. Der Regierungsrat ist offen und will Massnahmen prüfen, was zusätzlich möglich wäre. Er zeigt auch die Grenzen auf, bis wohin es gehen soll. Wir unterstützen das. Es macht Sinn zu prüfen, was zusätzlich möglich wäre. Wenn nicht gewandelt wird, wäre mit einer Motion wohl nicht viel mehr möglich als mit einem Prüfungsauftrag, denn zuerst muss man ja schauen, was überhaupt umgesetzt werden kann, und so, wie ich den Regierungsrat einschätze, würde er es machen, wenn er dann wirklich sieht, dass man noch etwas fördern kann. Daher tut die Motion auch nicht weh.

    Die Mitte-Fraktion wird den Punkt 1 annehmen. Diejenigen, die ein Benchmarking wollen, werden ihn nicht abschreiben. Beim Punkt 2 hätten wir lieber ein Postulat, werden aber auch eine Motion unterstützen. Merci vielmals für die Aufmerksamkeit.

  • Discurs
    Gerhard Käser(Sozialdemokratische Partei)
    Grosser Rat
    Gerhard Käser, Langenthal (SP), Fraktionssprecher. Wir von der SP-JUSO-Fraktion teilen die Auffassung sowohl der Motionärinnen und Motionäre als auch des Regierungsrates, dass Stiftungen in unzähligen Bereichen unverzichtbar sind. Die Details muss ich hier nicht mehr wiederholen, sie sind schon erwähnt worden.

    Zu Ziffer 1: Wir teilen die Meinung des Regierungsrates, dass das Anliegen mit dem jährlichen Stiftungsreport grösstenteils erfüllt ist und dass die Praxis nur schwer feststellbar und im Rahmen eines Benchmarkings kaum vergleichbar ist. Also erachten wir die Ziffer 1 als erfüllt; wir werden diese annehmen und auch gerade abschreiben.

    Zu Ziffer 2: Der Regierungsrat betont, dass die Rahmenbedingungen für Stiftungen im Kanton Bern sehr gut seien. Es sei jedoch zu prüfen, wie die Standortattraktivität für Stiftungen weiter gestärkt werden könne, auch wenn weitergehende steuerliche Massnahmen nicht möglich seien. Das heisst aber, dass die wichtigste und einfachste Möglichkeit an Attraktivitätsgewinn schon einmal wegfällt. Ob hier mit einer Annahme als Postulat im Prüfbericht also wirklich Substanzielles zu erwarten ist, darf bestritten werden. Trotzdem wird die SP-JUSO-Fraktion die Ziffer 2 als Postulat grossmehrheitlich annehmen, als Motion werden wir sie ablehnen. Merci.

  • Discurs
    Christoph Grupp(Die Grünen)
    Grosser Rat
    Christoph Grupp, Biel/Bienne (GRÜNE), Mitmotionär, Fraktionssprecher. Es tut mir leid für die Verwirrung. Ich war gerade noch mit dem Motionär im Austausch, was man noch sagen müsste, und habe es leider verpasst, rechtzeitig zu drücken. Aber ich würde gerne noch etwas sagen. Ich bin einerseits Co-Motionär, und andererseits möchte ich auch die Haltung der Fraktion GRÜNE/AL zu diesem Thema bekannt geben. Ich kann es aber, glaube ich, trotzdem relativ kurz machen.

    Ich habe dieses Anliegen als Co-Motionär unterstützt, aus persönlicher Erfahrung respektive aufgrund meiner Mitarbeit bei einer Organisation. Vom Verband Casafair aus, bei dem ich Präsident der Sektion Mittelland bin, haben wir selber eine Stiftung gegründet, die jetzt schon einige Jahre in Kraft ist und gut funktioniert. Wir haben auch geschaut, wo wir diese Stiftung unterbringen könnten. Wir haben als Sitzkantone Bern, Solothurn, Aarau, Freiburg und Wallis, und wir haben bei allen Kantonen angeklopft, wo es am günstigsten wäre, nicht nur monetär, aber wo wir gute Bedingungen hätten. Das Monetäre spielt allerdings auch eine Rolle, nämlich z. B. bei der Frage der Steuerbefreiung. Wir kamen tatsächlich zum Schluss, dass Bern für uns kein idealer Standort ist. Wir bedauerten dies auch ein bisschen, aber gut: Der Stiftungsstandort ist jetzt im Kanton Aargau.

    Das ergibt für mich schon den Anhaltspunkt, dass es im Kanton Bern noch Luft nach oben gibt. Deshalb unterstütze ich persönlich dies, auch als Motion, und bin froh, wenn Sie auch in diese Richtung gehen können. Denn für den Kanton Bern hat das eben schon Vorteile: Eine Stiftung, die im Kanton Bern angesiedelt ist, hat als bernische Organisation, wenn man z. B. auf Stiftungsgelder zugreifen oder diese erfragen möchte, schon den kürzeren Weg. Es gibt viele Stiftungen, die wirklich primär in ihrem Umfeld finanzieren, und zudem gibt es häufig auch Arbeitsstellen vor Ort. Von daher: Man hätte alles Interesse, und wenn es da vielleicht ein paar «low hanging fruits» gibt, wäre das spannend.

    Jetzt noch zu meiner Fraktion: Diese teilt meine Begeisterung zu diesem Vorstoss leider nicht. Die Grünen werden ihn mehrheitlich ablehnen, insbesondere aufgrund der Frage der Steuerbefreiung, genau aus dem Grund, warum ich ihn eben eigentlich noch spannend fände. Aber voilà, manchmal hat man Differenzen. Auf jeden Fall werden die Grünen und die AL dies nicht unterstützen – ich persönlich durchaus, und ich bin froh, wenn Sie in diese Richtung mitziehen können. Merci.

  • Discurs
    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Jetzt könnten sich die Mitmotionäre und die Fraktionen anmelden. – Es wünscht niemand das Wort. Dann frage ich den Regierungsrat, ob er das Wort wünscht. – Keine Wortmeldung. Ja, dann kommen wir zur Abstimmung. (Kurze Pause. Der Name von Grossrat Grupp erscheint auf der Rednerliste. / Courte pause. Le nom du député Grupp apparaît sur la liste des oratrices et orateurs.)

    Christoph Grupp, möchtest du noch sprechen? (Grossrat Grupp bejaht. / Le député Grupp répond par l’affirmative.) Ja, also, aber dann musst du jetzt schon nach vorne kommen. (Heiterkeit / Hilarité) Ich will Ihnen das Wort nicht abwürgen – aber ich habe ja gefragt. Ich gebe das Wort gerne an die Fraktion GRÜNE/AL: Grossrat Christoph Grupp.

  • Discurs
    Claude Grosjean(Grünliberale)
    Grosser Rat
    Claude Grosjean, Bern (GLP), Motionär. Ich danke dem Regierungsrat ganz herzlich für seine Antwort, auch, dass sie beispielhaft zeigt, wo das Problem ist, nämlich dass der Regierungsrat den Handlungsbedarf nicht erkennt. Die Ziffer 1, die verlangt, dass man mittels eines Benchmarkings aufzeigt, wo der Kanton Bern steht, will er zwar als Motion entgegennehmen, aber gleichzeitig abschreiben. Er verweist dabei auf den Schweizer Stiftungsreport und schreibt: «Ein Benchmarking, das über diese Grundlagen hinaus geht, dürfte schwierig zu realisieren sein und kaum einen Mehrwert bringen.»

    Wenn die Verwaltung schreibt, dass etwas schwierig zu realisieren ist, heisst das in der Regel nichts anderes als: «Kä Luscht», und deshalb ist es auch folgerichtig – weil man es nicht so begründen kann –, dass der Regierungsrat weiter schreibt, es würde auch nichts bringen. Die Motion verlangt aber gar nicht, dass sich der Regierungsrat ein Benchmarking aus den Fingern saugt. Er kann das so wie z. B. der Kanton Zürich machen und es extern in Auftrag geben; dazu komme ich noch.

    Der Regierungsrat verweist weiter darauf, dass Bern schweizweit ja bereits auf dem zweiten Platz liege. Was er aber nicht sagt, ist, dass Bern ziemlich abgeschlagen auf dem zweiten Platz liegt, nämlich bei der Anzahl Stiftungen mit 1424 Stiftungen um 788 Stiftungen hinter Zürich mit 2212 Stiftungen per 2025. Bei den Neugründungen liegen Zürich mit 44, Genf mit 43 und Zug mit 42 weit vor dem viertplatzierten Bern mit 25 Neugründungen. Das sind alles Zahlen von 2025. Der interkantonale Wettbewerb spielt also, und diesen darf Bern nicht verschlafen.

    Zürich ist das auch nicht einfach alles in den Schoss gefallen, sondern Regierungsrätin Carmen Walker Späh hat die Verbesserung des Stiftungsstandorts zur Chefsache erklärt und ein Benchmarking machen lassen, das eine Datenanalyse, eine Stakeholder-Analyse und sogar konkrete Handlungsanweisungen umfasste. Dafür hat sie rund 55’000 Franken bezahlt.

    Zürich hatte deutlich höhere Hürden als Bern heute. So sind in Bern gemäss verschiedenen Aussagen aus der Stiftungsszene keine Anpassungen der Steuergesetze nötig, was der Regierungsrat in seiner Antwort auch erwähnt. Auch sind z. B. – Stand heute – keine zusätzlichen Stellen nötig. Es würde schon reichen, wenn in der Verwaltung jemand zuständig wäre, wenn dieses Thema irgendwo angehängt würde, z. B. bei der Wirtschaftsförderung.

    Gemäss meinen Gesprächen mit den Akteuren aus der Stiftungsszene geht es v. a. um feinstoffliche Themen: Man möchte ernster genommen werden, man möchte mehr Kontakt auf Augenhöhe usw. Es handelt sich also um klassische «low hanging fruits».

    Wichtig ist, dass es beim Regierungsrat das Bewusstsein braucht, dass ein attraktiver Stiftungsstandort für den ganzen Kanton Bern von Vorteil ist. Es ist so bernisch, wenn der Regierungsrat schreibt: «Was beispielsweise der Kanton Zürich letztes Jahr als grosse Praxisänderung angekündigt hat, gilt im Kanton Bern schon länger.» Ja, umso besser, meine Damen und Herren, aber dann verkaufen wir es doch auch wie der Kanton Zürich und ruhen uns nicht auf der Gewissheit aus, dass es bei uns schon so lange so gut ist.

    Ich sehe deshalb nicht ein, warum wir uns mit dem Platz 2 zufriedengeben sollten. Damit wir aber wissen, wo der Schuh drückt, und Massnahmen ergreifen können, brauchen wir eben das Benchmarking. Dadurch würden wir nicht bloss Kennzahlen über die Anzahl Stiftungen oder Stiftungsgründungen erhalten, wie das im Stiftungsreport enthalten ist ... (Die Präsidentin bittet um Ruhe im Saal. / La présidente réclame le silence dans l’assemblée.) Merci vielmals. – ... so, wie das in diesem Stiftungsreport enthalten ist, sondern wir würden eben mehr erhalten: konkret auf die Situation des Kantons Bern zugeschnittene Handlungsempfehlungen.

    Nur damit kann der Regierungsrat nämlich nachher für die Ziffer 2 Massnahmen definieren, die er ja auch als Postulat entgegennehmen würde. Hier ist mir wichtig. dass wir es eben nicht nur als Postulat überweisen, sondern als Motion, weil es eben nicht reicht, dass er uns Bericht erstattet, was man tun sollte, würde und könnte, sondern wichtig ist, dass man dort, wo man nachher weiss, dass Handlungsbedarf besteht, auch handelt. Deshalb bitte ich Sie, auch den Punkt 2 als Motion zu überweisen.

    Zum Schluss vielleicht noch ganz kurz zwei, drei Sätze, warum ein attraktiver Stiftungsstandort für einen Kanton überhaupt wichtig ist. Förderstiftungen spielen eine unverzichtbare Rolle in den Bereichen Soziales, Bildung, Kultur, Forschung, Medizin, Gesellschaftspolitik und Umwelt. Förderstiftungen sind deshalb gerade für kleinere Kantone ... (Der Redner verhaspelt sich, als das Mikrofon zu blinken beginnt. / L’orateur s’embrouille lorsque le micro commence à clignoter.) Das irritiert mich; es passiert mir selten, dass mir die Redezeit ausgeht. – Förderstiftungen sind deshalb gerade für kleinere Kantone lokal sehr wichtig. (Die Präsidentin bittet den Redner, zum Schluss zu kommen. / La présidente demande à l’orateur de conclure.) Überweisen Sie doch bitte einfach meinen Vorstoss als Motion in beiden Punkten. Merci vielmals. (Heiterkeit / Hilarité)

  • Discurs
    Anne Speiser-Niess(Schweizerische Volkspartei)
    Grosser Rat
    Präsidentin. Dann gehen wir weiter zu Traktandum 120. Das ist eine Motion von Grossrat Claude Grosjean: «Ein attraktiver Stiftungsstandort entlastet die öffentlichen Finanzen.» Die Regierung empfiehlt: Ziffer 1, Annahme und gleichzeitige Abschreibung; Ziffer 2, Annahme als Postulat. Wir führen eine freie Debatte. Ich gebe dem Motionär, Grossrat Claude Grosjean, das Wort.

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