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Klima à la Carte: Gemeinsam mit der Gastronomie für eine nachhaltige Ernährung in der Stadt Bern

(2023.SR.0196)Motion als RichtlinieÜberwiesen an den Gemeinderat
Stadtrat Bern (BE)19/10/2023
Discursos(26)
Ordenado por Data do discurso, Descendente
26 Resultados
  • Discurso
    Tom Berger(FDP.Die Liberalen)
    PräsidentStadtrat

    Präsident: Ihr habt die Motion als Richtlinie erheblich erklärt. Zum Schluss der Sitzung eine Information: Die vorher übersprungenen Traktanden 16 und 17 werden wir auf die nächste Sitzung am 27. Februar verschieben. Das heisst, ihr bekommt morgen Mittag noch eine aktualisierte Traktandenliste. Die heute nicht behandelten SUE-Vorstösse werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an der Sitzung vom 13. März behandelt werden.

  • Discurso
    Discurso
    Stadtrat

    2023.SR.0196: als Richtlinie

    Annahme
    Ja 47
    Nein 18
    Enthalten 3

  • Discurso
    Tom Berger(FDP.Die Liberalen)
    PräsidentStadtrat

    Präsident: Vielen Dank, Alec. Wir kommen somit zur Abstimmung über die Motion als der Richtlinie.

  • Discurso
    Alexander Feuz(Schweizerische Volkspartei)
    Alec von Graffenried, Direktor SUEStadtrat

    Alec von Graffenried, Direktor SUE: Danke, dass ich doch noch etwas sagen darf, nachdem ich den ganzen Abend zuhören musste – aber ich mache das sehr gerne. Ja, wenn es um Klimaschutz geht, gibt es gewisse Bereiche, in welchen die Stadt sehr wirksam eingreifen kann. Das ist der ganze Baubereich, das ist der Heizungsbereich, das ist der Verkehrsbereich und dann gibt es auch noch den Bereich der Ernährung. Im Bereich der Ernährung hat die Stadt weniger direkte Einflussmöglichkeiten. Aber ich weiss schon seit Langem, dass im Bereich der Ernährung die Leute sehr sensibel sind, wenn man Massnahmen bei der Ernährung treffen will. Es ist etwas, das einem sehr nahe geht, und ab und zu lösen Massnahmen im Bereich der Ernährung auch Schnappatmung aus. Was mich ein wenig enttäuscht heute Abend: Die Motionär*innen haben diesen Vorstoss gemacht. Wenn ein Vorstoss hereinkommt, dann denkt der Gemeinderat sofort, jetzt wollen wir anfangen, ihn umzusetzen. Das haben wir in diesem Fall jetzt gemacht. Wir haben ihn umgesetzt und ich glaube, ich habe noch niemanden gehört, die oder der unser Konzept nachhaltige Ernährung, das wir am 13. Dezember mit einer Medienmitteilung bekannt gemacht haben, gelesen hat. Das ist bereits im Internet aufgeschaltet, das könnt ihr anschauen. Am 3. März an diesem Anlass werde ich ja begrüssen und werde das vorstellen. Wir lancieren eine Charta Nachhaltige Ernährung, die wir mit allen Städten zusammen machen. Ziemlich vorauseilend haben wir, glaube ich, ziemlich alles, was in diesem Vorstoss drin ist, bereits versucht zu erfüllen, und das schon im letzten Jahr. Also ich habe gar nichts dazu machen müssen. Reto Nause hat die ganze Arbeit schon gemacht, respektive das Amt für Umweltschutz. Massnahmen, die man treffen kann im Bereich der Ernährung, sind natürlich eher motivationale Massnahmen. Man kann schauen, dass die Leute das Richtige essen. Wir hören wir immer wieder, dass hier die Vorstellungen ein bisschen auseinander gehen, was das Richtige ist. Man kann sich natürlich regional ernähren und man kann auch etwas gegen Food Waste machen. Geht mal in die ARA Bern schauen. In der Kehrichtverbrennung verbrennen wir jedes Jahr 100'000 Tonnen Abfall. In der ARA Bern werden jedes Jahr 40'000 Tonnen Food Waste angeliefert. 40'000 Tonnen Food Waste – also es gibt schon noch etwas zu tun. Es ist eher auf der motivationalen Ebene, aber wir haben, glaube ich, die Hausaufgaben gemacht. Wir werden auf diesem Weg weitergehen und wir werden diejenigen, die es nicht gerne gehören, weiterhin ärgere damit, dass wir sagen, die Ernährung spielt eben doch eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, etwas Gutes für unser Klima in Zukunft zu tun. Und ich hoffe, ihr habt jetzt auch noch Zeit, um etwas zu trinken. Ich werde vis-à-vis einen Matten-Gin trinken aus lokaler Produktion. Einen schönen Abend miteinander.

  • Discurso
    Tom Berger(FDP.Die Liberalen)
    PräsidentStadtrat

    Präsident: Merci vielmals. Gibt es noch weitere Einzelvoten? Das ist nicht der Fall. Dann hat für den Gemeinderat das Wort Alec von Graffenried.

  • Discurso
    Jelena Filipovic(Grünes Bündnis)
    Jelena Filipovic (GB), EinzelvotumStadtrat

    Jelena Filipovic (GB), Einzelvotum: Ich möchte es mir, ehrlich gesagt, auch nicht nehmen lassen, denn ich habe mir grösste Mühe gegeben, einen solchen Vorstoss zu schreiben – was von mir jetzt nicht gerade oft kommt. Da gibt man sich einmal Mühe, den Bürgerlichen entgegenzukommen, mit Anreizen zu arbeiten, und dann wird einem angedichtet, dass man ein Wolf im Schafspelz sei. Da muss ich sagen, ja, diesen Missmut werde ich mir wahrscheinlich in Zukunft sparen. Und diesen Schnitzer, das müssen wir wahrscheinlich dann ein anderes Mal besprechen, bei einem Bier. Das, was Matteo vorhin gesagt hat, finde ich auch extrem wichtig. Ich würde mir da noch ganz kurz die Freiheit nehmen, darauf aufmerksam zu machen, dass die Stadt Bern an einem Forschungsprojekt "Städte als Triebkräfte nachhaltiger Ernährungssysteme" beteiligt war. Das Forschungsprojekt ist meines Wissens abgeschlossen und wird am 3. März präsentiert. Ich lade alle herzlich ein, vorbeizukommen an diese Präsentation. Dort wird es unter anderem auch darum gehen, wie wir den sozial gerechten Zugang zur Gastronomie gewährleisten können innerhalb dieser transformativen Prozesse.

  • Discurso
    Tom Berger(FDP.Die Liberalen)
    PräsidentStadtrat

    Präsident: Vielen Dank. Dann Jelena Filipovic.

  • Discurso
    Dominik Fitze(Sozialdemokratische Partei)
    Dominik Fitze (SP), EinzelvotumStadtrat

    Dominik Fitze (SP), Einzelvotum: Es tut mir so leid, wenn ich euch noch vom gutverdienten Bier abhalte, aber ich finde, gerade von der FDP haben wir in der letzten halben Stunde zwei spannende Voten gehört. Das eine, das uns auf liberale Grundprinzipien behaftet hat, und das andere, das jetzt gerade gesagt hat, dass wir liberale Anliegen wie Anreize schaffen und gute Programme fördern nicht machen sollen, weil es ein Eingriff in den Markt ist. Das finde ich eine spannende Argumentationslinie. Und vielleicht, wenn ihr ganz kurz darüber nachdenkt, merkt ihr, dass dieser Vorstoss eigentlich durchaus sehr liberal geschrieben ist, und werdet ihm auch zustimmen.

  • Discurso
    Tom Berger(FDP.Die Liberalen)
    PräsidentStadtrat

    Präsident: Merci Oliver. Gibt es zu diesem Geschäft noch Einzelvoten? Dominik Fitze.

  • Discurso
    Oliver Berger(FDP.Die Liberalen)
    Oliver Berger (FDP) für die FraktionStadtrat

    Oliver Berger (FDP) für die Fraktion: Die Motion Klima à la Carte ist einmal mehr ein Wolf im Schafspelz. Es geht den Motionärinnen und Motionären darum, unter dem Deckmantel des Klimaschutzes in die Gewerbefreiheit der Gastronomie und unseres liberalen Rechtsstaats einzugreifen. Gerade die Kultur und die Gastro leben eben von der Freiheit und vom liberalen Geist. Es ist bezeichnend, dass das GB/JA einmal mehr mit einem quasi religiösen Mantra den Gastronominnen und Gastronomen bzw. den Konsumentinnen und Konsumenten die Mündigkeit absprechen möchte. Wir appellieren einmal mehr an die Selbstverantwortung der Leute. Wer klimafreundlich und gesundheitsfördernd essen möchte, kann das schon heute. Und hier regelt es am Schluss eben der Markt oder die Konsumentin oder der Konsument, ob ein Angebot und ein Gastrobetrieb selber nachhaltig wirtschaftet und auch überlebt. Einen staatlichen, bürokratischen Eingriff braucht es nicht. Es braucht auch keine zusätzlichen Massnahmen. Die Fraktion FDP lehnt darum den Vorstoss sowohl als Motion als auch als Postulat ab.

  • Discurso
    Tom Berger(FDP.Die Liberalen)
    PräsidentStadtrat

    Präsident: Ihr habt den Ordnungsantrag angenommen. Als nächstes redet für die Fraktion FDP Oliver Berger.

  • Discurso
    Discurso
    Stadtrat

    Geiser

    Traktandum 18 soll heute noch zu Ende beraten werden.

  • Discurso
    Discurso
    Stadtrat

    2023.SR.0196: Ordnungsantrag

    Annahme
    Ja 57
    Nein 8
    Enthalten 0

  • Discurso
    Tom Berger(FDP.Die Liberalen)
    PräsidentStadtrat

    Präsident: Wir stimmen somit auch hier über den Ordnungsantrag ab.

  • Discurso
    Franziska Geiser(Grünes Bündnis)
    Franziska Geiser (GB)Stadtrat

    Franziska Geiser (GB): Ich stelle den Antrag, dass wir dieses Traktandum noch fertig beraten.

  • Discurso
    Tom Berger(FDP.Die Liberalen)
    PräsidentStadtrat

    Präsident: Merci, Matteo. Wir haben einen weiteren Ordnungsantrag.

  • Discurso
    Matteo Micieli(Partei der Arbeit)
    Matteo Micieli (PdA) für die FraktionStadtrat

    Matteo Micieli (PdA) für die Fraktion: Zuerst einmal grundsätzlich: Wir sind sehr einverstanden mit Jelena und mit Laura. Trotzdem erlaube ich mir ein paar kritische Bemerkungen. Aber schon vorweg: Wir werden das Postulat annehmen. Ich habe mir die Gastro-Charta in Zürich angeschaut und dort ist sie unter anderem von Wiesner Gastro-Kette unterzeichnet worden. Diesem Familienunternehmen gehören das Nooch, das Negishi, das Miss Miu, die Outback Lodge – dort kann man beispielsweise Krokodil und Känguru essen – und All You Can Eat Chicken Wings und Kitchen Republic. Bindella ist dabei und die Mensen der ZFV-Genossenschaft. Das sind wahrscheinlich einerseits die erschwinglichsten Restaurants, die dabei sind, aber gleichzeitig auch die, die am unnachhaltigsten arbeiten. Ich arbeite neben dem Nooch am Viktoriaplatz. Dort türmen sich Berge an Abfall, also nachhaltig ist das in keiner Art und Weise. Dafür ist es günstiger als an anderen Orten und das ist das, worauf ich hinweisen möchte. Es braucht greifende und effiziente Massnahmen, damit so etwas gut funktioniert und nicht zu einem Greenwashing wird.

    In Bern wird es dann wahrscheinlich auch die Kappeler Gastro AG unterzeichnen. Abgesehen davon, dass in einem Betrieb, in dem tausend Menschen Platz haben, unmöglich nachhaltig gearbeitet werden kann, können sie dann so von den schlechten Arbeitsbedingungen ablenken. Betriebe wie das Nooch, Kitchen Republic oder die ZFV-Betriebe haben nichts mit Nachhaltigkeit zu tun, auf jeden Fall noch nicht. Das ist natürlich kein Grund, dass man sie nicht in das Programm aufnehmen würde, aber das ist trotzdem etwas, das man im Kopf behalten muss, um zu schauen, was man eigentlich genau macht mit so einem Anlass. Wenn das Vorhaben mehr sein soll als Marketing für solche Betriebe, muss man also klare Vorgaben schaffen. Gleichzeitig muss man, wie bei anderen Klimamassnahmen, unbedingt daran arbeiten, dass es nicht einfach für die von der Mittelschicht an aufwärts zahlbar bleibt. Auch hier: Klassenkampf im Klimawandel.

    Die Restaurants, die in Zürich – abgesehen von den schon genannten – mitmachen, sind im Schnitt nämlich das: Restaurants, die schon vorher eine solche Philosophie geteilt haben. Und man muss ziemlich viel Geld dabeihaben, damit man regional, saisonal, Nose-to-Tail und alles Mögliche und möglichst nachhaltig essen kann. Und das ist auch nicht eine Kritik an diesen Konzepten. Diese sind super und wichtig und gut. Ich arbeite selber in so einem Betrieb, aber ich weiss dadurch auch, wer in diesen Betrieben verkehrt. Darum mein Appell: Wenn die Stadt hier etwas macht, muss auch die Sozialverträglichkeit thematisiert werden. Und Greenwashing muss verhindert werden, sonst kann man es der Privatwirtschaft überladen, das können sie selber. Wir nehmen den Vorstoss an. Danke, dass ihr das berücksichtigt.

  • Discurso
    Tom Berger(FDP.Die Liberalen)
    PräsidentStadtrat

    Präsident: Vielen Dank. Dann hat als Nächstes das Wort für die Fraktion AL/PdA/TIF Matteo Micieli.

  • Discurso
    Laura Brechbühler(Sozialdemokratische Partei)
    Laura Brechbühler (SP) für die FraktionStadtrat

    Laura Brechbühler (SP) für die Fraktion: Was auf unseren Teller kommt, hat direkte Auswirkungen auf unser Klima und unsere Umwelt. Die Produktion von Lebensmitteln, der Import und auch die Zubereitung brauchen viel Energie und erzeugen Treibhausgase. Gleichzeitig ist das Essen ein Bereich, den wir mit unserem eigenen Verhalten sehr stark beeinflussen können. Bei der vorliegenden Motion geht es aber weniger darum, wo ich welche Lebensmittel einkaufe, sondern wie dies das Restaurant meiner Wahl macht. Und darauf habe ich als Konsumentin ja nur sehr beschränkt Einfluss. Der Hebel ist nämlich gross. Wie in der Motion beschrieben – ihr habt es lesen können – werden 40% aller Lebensmitteln in Gastronomiebetrieben konsumiert. Auf dem Weg zur Klimaneutralität spielen also Restaurants, Take-Aways und auch Mensas in der Stadt Bern eine wichtige Rolle und sie haben, das haben wir auch schon gehört, ein grosses Potenzial. Genau dieses Potenzial muss jetzt ausgeschöpft werden und die Motion schlägt auch gleich mehrere Massnahmen vor.

    Die Motion fordert die Einführung dieses Pilotprojekts Klima à la carte, das es schon in mehreren Schweizer Städten gibt. Die Stadt Zürich hat es im letzten Jahr gerade zum dritten Mal in Folge durchgeführt und das sehr erfolgreich. Während der Laufzeit von mehreren Wochen bieten die beteiligten Gastrobetriebe klimafreundliche Menüs an und die Stadt macht Werbung für sie und setzt sie, wie auch schon gehört, ins Rampenlicht. Der Kampf gegen Food Waste, der Gebrauch von saisonalem Gemüse oder auch der Verzicht auf Fleisch aus Brasilien werden so zu einem Wettbewerbsvorteil. Und auch die anderen Massnahmen der Motion – die haben wir auch schon gehört – findet die SP/JUSO-Fraktion zielführend. Keine dieser Massnahmen wollen die Gastrobetriebe zu irgendetwas verpflichten oder uns irgendwie umerziehen, sondern sie setzen wichtige Anreize für Betriebe, um ökologisch nachhaltiger zu werden. Zudem werden die vorgeschlagenen Massnahmen mir als klimabewusste Konsumentin eine Orientierung bieten und mich nicht zu irgendetwas umerziehen. Es bleibt alles freiwillig. Und sie werden mich dabei unterstützen, auch ausserhalb meiner eigenen Küche auf eine nachhaltige Ernährung zu achten. Aus all diesen Gründen wird die SP/JUSO-Fraktion dem Gemeinderat folgen und die vorliegende Motion annehmen.

  • Discurso
    Tom Berger(FDP.Die Liberalen)
    PräsidentStadtrat

    Präsident: Merci, Janina. Dann hat als Nächstes das Wort für die Fraktion SP/JUSO Laura Brechbühler.

Dados: OpenParlData · CC BY 4.0