Matteo Micieli · Partei der Arbeit
Matteo Micieli (PdA) für die Fraktion: Zuerst einmal grundsätzlich: Wir sind sehr einverstanden mit Jelena und mit Laura. Trotzdem erlaube ich mir ein paar kritische Bemerkungen. Aber schon vorweg: Wir werden das Postulat annehmen. Ich habe mir die Gastro-Charta in Zürich angeschaut und dort ist sie unter anderem von Wiesner Gastro-Kette unterzeichnet worden. Diesem Familienunternehmen gehören das Nooch, das Negishi, das Miss Miu, die Outback Lodge – dort kann man beispielsweise Krokodil und Känguru essen – und All You Can Eat Chicken Wings und Kitchen Republic. Bindella ist dabei und die Mensen der ZFV-Genossenschaft. Das sind wahrscheinlich einerseits die erschwinglichsten Restaurants, die dabei sind, aber gleichzeitig auch die, die am unnachhaltigsten arbeiten. Ich arbeite neben dem Nooch am Viktoriaplatz. Dort türmen sich Berge an Abfall, also nachhaltig ist das in keiner Art und Weise. Dafür ist es günstiger als an anderen Orten und das ist das, worauf ich hinweisen möchte. Es braucht greifende und effiziente Massnahmen, damit so etwas gut funktioniert und nicht zu einem Greenwashing wird.
In Bern wird es dann wahrscheinlich auch die Kappeler Gastro AG unterzeichnen. Abgesehen davon, dass in einem Betrieb, in dem tausend Menschen Platz haben, unmöglich nachhaltig gearbeitet werden kann, können sie dann so von den schlechten Arbeitsbedingungen ablenken. Betriebe wie das Nooch, Kitchen Republic oder die ZFV-Betriebe haben nichts mit Nachhaltigkeit zu tun, auf jeden Fall noch nicht. Das ist natürlich kein Grund, dass man sie nicht in das Programm aufnehmen würde, aber das ist trotzdem etwas, das man im Kopf behalten muss, um zu schauen, was man eigentlich genau macht mit so einem Anlass. Wenn das Vorhaben mehr sein soll als Marketing für solche Betriebe, muss man also klare Vorgaben schaffen. Gleichzeitig muss man, wie bei anderen Klimamassnahmen, unbedingt daran arbeiten, dass es nicht einfach für die von der Mittelschicht an aufwärts zahlbar bleibt. Auch hier: Klassenkampf im Klimawandel.
Die Restaurants, die in Zürich – abgesehen von den schon genannten – mitmachen, sind im Schnitt nämlich das: Restaurants, die schon vorher eine solche Philosophie geteilt haben. Und man muss ziemlich viel Geld dabeihaben, damit man regional, saisonal, Nose-to-Tail und alles Mögliche und möglichst nachhaltig essen kann. Und das ist auch nicht eine Kritik an diesen Konzepten. Diese sind super und wichtig und gut. Ich arbeite selber in so einem Betrieb, aber ich weiss dadurch auch, wer in diesen Betrieben verkehrt. Darum mein Appell: Wenn die Stadt hier etwas macht, muss auch die Sozialverträglichkeit thematisiert werden. Und Greenwashing muss verhindert werden, sonst kann man es der Privatwirtschaft überladen, das können sie selber. Wir nehmen den Vorstoss an. Danke, dass ihr das berücksichtigt.