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Martin Nafzger

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Sozialdemokratische ParteiSP und Gew.
Grosser RatArbon

Mandate
Party
Sozialdemokratische ParteiSource: SP
Parliamentary group
SP und Gew.
Parliament
Grosser Rat
Electoral district
Arbon
Parliament page
Official profile
Personal
Gender
Male
Born
15. Februar 1958
Occupation
eidg. dipl. Gärtnermeister
Contact
Address
Hubhofgasse 13
8590 Romanshorn
References & source
Source body
TG
Record updated
04.07.2026
First imported
14.08.2025
Voting record(1054)
  1. Abwesend
  2. Nein
  3. Ja
  4. Nein
  5. Ja
Interests(2)
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Speeches(10)
  1. Mitglied GR
    Speech
    Grosser Rat
    Ich spreche im Namen der SP-Fraktion. Der Wald war früher einmal Heimat von Fuchs, Reh und Hasen. Die Menschen nutzten Holz zum Bauen und Heizen. Kinder bauten ihre Hütten und machten ein Feuerchen. Heute ist das Feuermachen und das Hüttenbauen eher untersagt. Dafür sind Heerscharen von Bewegungsmenschen zu Fuss, hoch zu Ross, mit Velo und Mountainbike im Wald unterwegs. Darum ist es wichtig, dass hier Regeln festgesetzt werden, dass Natur und Mensch im Einklang aneinander vorbeikommen. Da sich aber nicht immer alle an die Regeln halten, bin ich froh, wenn die Förster nun eine Verzeigungshandhabe bekommen. Wie oft das vorkommen wird, wird die Praxis sicherlich noch zeigen. Obwohl wir in der Kommission nicht immer einstimmig waren, war die vorliegende Fassung mehrheitsfähig. In diesem Sinne sind wir für Eintreten.
  2. Mitglied GR
    Speech
    Grosser Rat
    Ich spreche für die SP-Fraktion und danke dem Regierungsrat für die sehr gute Beantwortung der Motion. Alle Jahre wieder erhalten wir die Steuerrechnung. Darauf werde ich am Ende meines Votums noch eingehen. Im Grossen Rat wird regelmässig eine Motion eingereicht, die eine Abschaffung von Steuern verlangt. Was dann passiert, erleben wir nun aktuell bei der Abschaffung der Liegenschaftensteuer. Hier soll der Kanton plötzlich für entgangene Einnahmen geradestehen. Was passiert mit den Einnahmen der Kirchensteuern? Ein Teil geht als Lohn an die Seelsorgerinnen und Seelsorger, die in der Kirche predigen. Die sozialen Bereiche hat der Regierungsrat ausführlich beschrieben. Unsere Verwaltung kauft Dinge für den täglichen Gebrauch wie Papier, Druckerpatronen, Glühlampen, Kaffee, Strom und Wasser, benötigt Versicherungen und Bankdienstleistungen usw. Woher kommen alle diese Sachen? Sie kommen weder vom Weihnachtsmann noch vom lieben Gott, nein. Wir beziehen sie bei Firmen, meistens juristischen Personen. Das Geld fliesst also wieder in den wirtschaftlichen Kreislauf zurück. Als Ressortleiter Liegenschaften in Romanshorn gebe ich für den Unterhalt und die Investitionen ca. 420'000 Franken aus. Dem stehen im Rechnungsjahr 2021 Steuereinnahmen von ca. 390'000 Franken der juristischen Personen gegenüber. Dieses Jahr haben wir ein Umbauprojekt für 1,5 Millionen Franken vor. Wenn die Steuern wegfallen würden, müssten entweder die natürlichen Personen mehr bezahlen, und zwar etwa 5 % mehr, oder ich müsste das Budget für den Unterhalt reduzieren. Bei Erheblicherklärung der Motion wäre es eine andere Idee, dass ich zukünftig nur noch jene Handwerker beschäftige, bei denen der Firmeninhaber die Kirchensteuern entrichtet, nach dem Motto: "Eis Guets git es anders." Als Schlussfolgerung kann ich das Ganze als ein klassisches Eigentor bezeichnen. Wie erwähnt erhalten wir alle Jahre wieder die Steuerrechnung. Ich möchte nun in die Welt der Zahlen eintauchen. Im Kanton Thurgau gibt es aktuell 16'500 juristische Personen, von denen die Hälfte, also rund 8'250 Firmen, keine Gewinnsteuern bezahlt. Diese bezahlen nicht nur keine Kirchensteuer, nein, sondern rein gar nichts an die öffentliche Hand. Sie profitieren nur. Ihnen nützt die Motion gar nichts. 37 %, also 6'100 Firmen, weisen einen steuerbaren Gewinn von einem bis 99'999 Franken auf. In der Stadt Romanshorn muss die Firma "Hans Muster" bei einem steuerbaren Gewinn von 100'000 Franken ca. 600 Franken Kirchensteuern abliefern. Den Betrag könnte man bereits als Spende ansehen. Wenn ich allen Anwesenden hier im Saal eine Tasse Kaffee offeriere, kostet mich das etwa gleich viel. 87 % der juristischen Personen bezahlen gar keine bis maximal 600 Franken Kirchensteuern. Ein Beispiel des kleinen Restes: Unsere Thurgauer Kantonalbank mit einem Gewinn von knapp 150 Millionen bringt es 2021 auf unter 1 Million Franken Kirchensteuern. Die Zahlen stammen aus dem Geschäftsbericht. Es ist ein Jammern auf sehr hohem Niveau. Damit die Kirchen weiterhin in unseren Dörfern bleiben, bitte ich namens der einstimmigen SP-Fraktion, die Motion nicht erheblich zu erklären.
  3. Mitglied GR
    Speech
    Grosser Rat
    Ich spreche im Namen der Mehrheit der SP-Fraktion. Ich danke dem Regierungsrat für die ausführliche Beantwortung des Antrags. Die Landwirtschaftsbetriebe, die dem Kanton gehören, sind vorbildlich unterwegs. Das freut uns. Dass bei den Punkten "Pflanzenschutzmittel" und "Biodiversität" noch Luft nach oben besteht, hat der Antragssteller bereits erwähnt. Es gibt im Thurgau rund 2'400 Landwirtschaftsbetriebe. Bei den Pflanzenschutzmitteln sind gemäss Beantwortung des Regierungsrates rund 5 % der Betriebe im Kanton Thurgau um eine Reduktion bemüht, was gerade einmal 120 Betrieben entspricht. Beim Kanton sind es 17 % von acht Betrieben. Das entspricht 1,3 Betrieben. Weshalb sind es nicht mehr? Es ist mir bewusst, dass Obst gegen Schädlinge und Krankheiten gespritzt werden muss, damit das Produkt überhaupt verkauft werden kann. Es ist für mich aber nicht ganz nachvollziehbar, dass die Baumstreifen in den Obstanlagen noch immer mehrheitlich mit Herbiziden sauber gehalten werden, obwohl es auf dem Markt bereits alternative Methoden gibt. Dass die Mäuse bei einer jungen Anlage beträchtlichen Schaden anrichten können, ist bekannt. Ab einem gewissen Alter der Bäume könnte man die Streifen aber mit niedrigwachsenden Kräutern überwachsen lassen. Dass Jäten aufwendiger ist als Spritzen, weiss jeder, der selbst einen Garten hat. In diesen Punkten müsste der Kanton mit seinen Forschungs- und Ausbildungsbetrieben viel mehr unternehmen, um die Zahl der Betriebe zu erhöhen, sei es durch finanzielle Anreize oder vermehrte Ausbildungsprogramme.
  4. Mitglied GR
    Speech
    Grosser Rat
    Ich spreche im Namen der Mehrheit der SP-Fraktion und danke dem Regierungsrat für die ausführliche Beantwortung der Motion. Bäume verbessern nicht nur das Siedlungsklima, ohne Bäume wären wir nicht hier. Bäume produzieren den Sauerstoff den wir atmen. Als Landschaftsgärtner setze ich gerne Bäume, es kann nicht genug davon geben. Da bin ich mit den Motionären einer Meinung. Damit wir mehr Alleen in die Quartiere bringen, müssten die Strassen breiter gebaut werden. Ich glaube aber kaum, dass dies im Sinne der Motion ist. Es ergibt auch keinen Sinn, in jede Strasse einen Baum zu quetschen ohne genügende Baumgrube und Wurzelraum. Hier ist es angezeigt bei der Ortsplanung Regeln festzulegen. Ein Baumkataster ist ein sehr sinnvolles Instrument. Die Bäume werden regelmässig kontrolliert und die nötigen Pflegemassnahmen protokolliert. Dies erleichtert dem zuständigen Mitarbeiter Gartenunterhalt die Planung der Arbeiten. Es werden aber nur die öffentlichen Bäume aufgenommen. Es müssten aber auch die schützenswerten Bäume auf Privatgrund auf die Liste gehören, um ein Gesamtbild abzugeben. Aber eigentlich ist das Baumkataster nicht viel mehr, als ein Inventar der Bäume die bereits bestehen. Viel wichtiger wäre jedoch eine Zielvorgabe, sodass bei jeder neuen Quartierstrasse genügend Begleitgrün eingeplant wird. Das Begrünen von bestehenden Quartieren habe ich in einer anderen Motion schon erwähnt. Hier haben wir das Problem von Platz und den Grenzabständen. Wenn hier anstelle von Vorgartensteinwüsten aber bunte Staudenrabatten stehen würden, haben wir doch schon einen kleinen Sieg erreicht. Nicht vernachlässigen sollte man in dieser Betrachtung die ganzen Hochstamm-Obstgärten in unserem ländlichen Kanton, die sehr viel zur Biodiversität beitragen. Da könnte der Kanton bestimmt Anreize schaffen, damit diese stehen bleiben können. Obwohl es noch Luft nach oben gibt, sollte dies meines Erachtens nicht durch zusätzliche Gesetze umgesetzt werden. Daher bitte ich den Rat, die Motion nicht erheblich zu erklären.
  5. Mitglied GR
    Speech
    Grosser Rat
    Ich spreche im Namen der SP-Fraktion. Ich danke dem Regierungsrat für die ausführliche Beantwortung. Ich habe die Motion damals ebenfalls unterschrieben, bin nach der Beantwortung aber davon überzeugt, dass eine Anpassung des Gesetzes nicht notwendig ist. Grosse Bäume befinden sich in unseren Dörfern und Städten in öffentlichen Parks, auf Friedhöfen, bei alten Villen, in Gärten und älteren Quartieren. Die Bäume wachsen dort meist bereits seit Jahrzehnten. Diese Zeit braucht es, bis eine Eiche, eine Buche, eine Linde oder ein Ahorn 15 Meter bis 20 Meter hoch wird. Die meisten Bäume stehen dabei näher an der Grenze, als es gemäss Gesetz über Flur und Garten erlaubt wäre. Weil aber in jedem Garten ein Baum steht, müssten alle gekappt oder zerstückelt sein. Das ist mir seit Jahren aber nicht mehr aufgefallen. In den letzten Jahren hat ein Umdenken in Bezug auf den Wert solcher grossen Bäume stattgefunden. Wenn ein solcher Baum gefällt werden muss, ist er entweder krank oder altersschwach. Wenn man durch ein neues Einfamilienhausquartier mit seinen teilweise taschentuchgrossen Gärten spaziert, wird man ausser Thuja- und Kirschlorbeerhecken kaum einen grossen Baum finden, weil es schlichtweg keinen Platz gibt, der sich weit genug von der Grenze entfernt befindet. Wenn man trotzdem eine Eiche pflanzen will, muss man hoffen, dass der Nachbar nicht merkt, wie hoch der Baum in 50 Jahren sein wird, da die Höhe im Verhältnis zum Abstand nach zehn Jahren noch in Ordnung wäre. Als guter Gärtner beraten wir unsere Kunden bei der Pflanzenauswahl und dem richtigen Standort und ganz besonders über die Abstandsregeln. Aus diesem Grund sehe ich wie der Regierungsrat keinen Handlungsbedarf bezüglich einer Anpassung des Gesetzes über Flur und Garten. Ich bitte die Ratsmitglieder, die Motion nicht erheblich zu erklären.
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Images(2)

  • Version 1
    01.01.2025 – 04.10.2025
  • Version 2
    04.10.2025 – 31.12.2199

Data: OpenParlData · CC BY 4.0