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Verteilnetzbetreiber: Führt Kleinteiligkeit zu hohen Netzkosten?

(26.4686)InterpellationDéposé
Suisse2 oct. 2026
Profil
Type
Interpellation
État
Déposé
Parlement
Suisse
Numéro
26.4686
Début
2 oct. 2026
Références et source
Registre officiel
Profil officiel
ID externe
20264686
Contributions(2)
Chronologie(1)
  • Déposé
Textes(2)
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    Gemäss der Studie «Vergleich der Netzentgelte und Netzentgeltsystematiken in Europa für Strom» der BET Consulting GmbH weist die Schweiz zusammen mit Deutschland die höchsten Netzkosten für Haushalte unter den untersuchten europäischen Ländern auf. Auch für Gewerbebetriebe, die an der niedrigsten Netzebene angeschlossen sind, sind die Netzkosten nur im Vereinigten Königreich höher als hierzulande.

    Oft wird der Ausbau der Photovoltaik (PV) für die hohen Schweizer Netzkosten angeführt. Dieses Argument überzeugt aber kaum, da die installierte PV-Leistung pro Kopf in sechs europäischen Ländern höher liegt als in der Schweiz. In Österreich liegen die Netzkosten etwa ein Drittel niedriger, obwohl dort Ende 2025 10 Prozent mehr PV-Leistung pro Kopf als in der Schweiz installiert war. Zudem muss ein grosser Teil der bestehenden Netzinfrastruktur unabhängig vom PV-Ausbau altersbedingt erneuert werden.

    Ein Grund für die hohen Netzkosten könnte die kleinteilige Struktur mit rund 580 Verteilnetzbetreibern (VNB) sein. Nur 78 versorgen mehr als 10'000 Endverbraucher, der typische VNB knapp 1'700 und der kleinste nur vier. Allein im Aargau sind für 196 Gemeinden 101 VNB tätig. In vergleichbaren Ländern liegt die Zahl der VNB deutlich tiefer, in Österreich bei rund 120. Dort wird auch eine Reduktion der Anzahl VNB diskutiert, um Doppelspurigkeiten abzubauen und Kosten zu senken. Es stellt sich deshalb die Frage, ob die kleinteilige Schweizer Netzbetreiberlandschaft zu Ineffizienzen und höheren Kosten führt. Aufgaben wie IT, Abrechnung, Messwesen, Datenmanagement, Netzplanung und regulatorisches Reporting könnten bei grösseren Einheiten Skaleneffekte ermöglichen. In anderen Ländern ist zudem eine strengere Kostenregulierung («Anreizregulierung») Standard, die bei den Netzmonopolen Kostenobergrenzen setzt.

     

    Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:

    1. Wie beurteilt der Bundesrat die Höhe der Schweizer Netzkosten im internationalen Vergleich?
    2. Wie erklärt er, dass die Netzkosten in mehreren Ländern mit vergleichbarem oder höherem PV-Ausbau deutlich tiefer liegen als in der Schweiz?
    3. Sieht er in einer regional koordinierten Netzplanung Potenzial, Doppelspurigkeiten zu vermeiden und Netzkosten zu senken?
    4. Könnte eine Reduktion der VNB die Netzkosten senken? Falls ja, welche Massnahmen sieht er vor? Falls nein, welche anderen Massnahmen sieht er zur Senkung der Netzkosten?

Données: OpenParlData · CC BY 4.0