Décharge pour déchets non bio-dégradables à St-Ursanne
(94.3420)- Type
- Interpellation
- État
- Liquidé
- Parlement
- Suisse
- Numéro
- 94.3420
- Début
- 6 oct. 1994
- Registre officiel
- Profil officiel
- ID externe
- 19943420
- Peter SchmidLes Verts
- Hanspeter ThürLes Verts
- Departement des Innern
- Roland OstermannLes Verts
- LiquidéConseil national
- Liquidé
- Titre de l'objetDécharge pour déchets non bio-dégradables à St-Ursanne
- Antwort BR / Büro
Die Anforderungen an Standorte, Bau und Betrieb von Deponien sind in der Technischen Verordnung über Abfälle (TVA) geregelt. Diese Vorschriften wurden im wesentlichen für die in der Schweiz üblichen Deponien an der Oberfläche ausgearbeitet; sie lassen sich jedoch sinngemäss auch auf unterirdische Deponien anwenden. Dies betrifft insbesondere die Anforderungen an den Standort, die technische Ausrüstung und die zur Ablagerung zugelassenen Abfälle.
Verantwortlich für den Vollzug dieser Verordnung sind die Kantone. Dies gilt ebenfalls für die Umweltverträglichkeitsprüfung. Es ist den Bundesbehörden bekannt, dass verschiedene, insbesondere kleinere Kantone mit den anspruchsvollen Vollzugsaufgaben im Bereich der Abfallwirtschaft eher überfordert sind. Ganz generell wird deshalb in Zukunft ein besserer Vollzug der abfallrechtlichen Vorschriften angestrebt. Von zentraler Bedeutung ist in diesem Zusammenhang das Erarbeiten von Vollzugshilfen für die Kantone.
Das beim Bund für Abfallfragen zuständige Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) hat sich mit den zuständigen Behörden des Kantons Jura in Verbindung gesetzt und klärt ab, ob sich kurzfristig Massnahmen aufdrängen. Verschiedene zurzeit noch offene Fragen werden dabei ebenfalls behandelt.
Zu den Fragen im einzelnen:
1. Das Deponieren von Sonderabfällen ist nur gestattet, wenn diese die Anforderungen der TVA an Reststoffe erfüllen. Dies bedingt in aller Regel eine spezielle Vorbehandlung. Das Deponieren brennbarer, flüssiger oder löslicher Abfälle ist nicht erlaubt. Sollten in Saint-Ursanne solche Abfälle deponiert worden sein, würde dies somit klar gegen die TVA verstossen.
Anforderungen an Zwischenlager für Abfälle sind ebenfalls in der TVA enthalten. Naturgemäss ist die Zwischenlagerung nicht auf Reststoffe beschränkt. Doch müssen beispielsweise die bestehenden Bundesvorschriften über die Lagerung wassergefährdender Flüssigkeiten und die Vorschriften zur Störfallverordnung eingehalten werden.
2. Den Bundesbehörden liegen zurzeit keine zuverlässigen Angaben vor, welche Abfälle tatsächlich in der Deponie von Saint-Ursanne zwischengelagert oder deponiert wurden. Auch sind die genauen Standorte entsprechender Abfallablagerungen bzw. Zwischenlagerungen den Bundesbehörden nicht im Detail bekannt. Falls im ausgedehnten, unterirdischen Kalksteinbruch dichte, trockene und von weniger geeigneten Abschnitten abgetrennte Zonen vorhanden sind, ist eine umweltverträgliche Lagerung oder Ablagerung von Abfällen nicht auszuschliessen.
3. Gemäss Artikel 41 des Umweltschutzgesetzes (USG) haben die Bundesbehörden bei der Bewilligung oder Kontrolle von Deponien keine direkten Vollzugsaufgaben. Das Buwal prüft Deponieprojekte nur, wenn sie Gegenstand eines Subventionsgesuches oder eines Rodungsgesuches bilden. Eine Oberaufsicht basiert auf Artikel 38 des USG. Angesichts der knappen personellen Möglichkeiten (1 Fachmann für Deponien im Buwal) erfolgt die Oberaufsicht naturgemäss rudimentär. Das Buwal verlangt von den kantonalen Behörden nähere Angaben über Deponien, wenn Hinweise auf eine nicht gesetzeskonforme Lösung bestehen. Dies geschieht im vorliegenden Fall.
4. Zuständig für die Deponiebewilligung und die Umweltverträglichkeitsprüfung sind die kantonalen Behörden. Bei beiden Verfahren müssen Bundesbehörden nicht angehört werden. Es sind deshalb zurzeit auch keine Aussagen zu diesen Verfahren möglich. Auch liegen zurzeit (Mitte Oktober 1994) den Bundesbehörden noch zu wenig Informationen vor, um das Gefährdungspotential der Ablagerungen zuverlässig zu beurteilen.
5. Zurzeit verfügen die Bundesbehörden über keine näheren Informationen zum fraglichen Bewilligungsverfahren. Deshalb ist eine Aussage zur Rechtmässigkeit dieses Verfahrens nicht möglich.
6. Das Buwal hat seit 1986 zusammen mit verschiedenen Kantonen geeignete Standorte für die Ablagerung von behandelten Sonderabfällen gesucht. An fünf Standorten wurden in der Folge detaillierte geologische Abklärungen in Angriff genommen. Leider verzögerten sich bei einzelnen Standorten wegen Einsprachen diese Untersuchungen. In der Folge konnten diese Deponien nicht planmässig realisiert werden.
Dagegen war es möglich, bei bestehenden Deponien spezielle Kompartimente für Reststoffe zu bauen, so dass - nach Realisation der neuen Deponie im waadtländischen Oulens - genügend Kapazität für die vorschriftskonforme Ablagerung von Reststoffen bestehen wird.
Es ist Sache des Standortkantons, im Rahmen des Bewilligungsverfahrens auch den Bedarfsnachweis für eine Deponie zu überprüfen. Es ist nicht bekannt, auf welche Überlegungen sich der Kanton Jura bei der Bewilligung der Deponie in Saint-Ursanne abstützte. Diese Deponie war im Konzept des Bundes nicht enthalten.
7. Die geltenden gesetzlichen Bestimmungen und die Vorschriften der TVA genügen, um einen umweltverträglichen Bau und Betrieb von Deponien zu gewährleisten. Verbessert und vereinheitlicht werden muss allerdings der Vollzug.
Um in Zukunft eine bessere Koordination bei kantonalen Deponiebewilligungen und auch eine zuverlässigere Oberaufsicht zu erreichen, wird der Bundesrat geeignete Massnahmen prüfen. Im Vordergrund steht dabei eine Verpflichtung der Kantone, Kopien der erteilten Bewilligungen von Deponien an das Buwal zu senden. Falls es gelingt, auf Bundesebene das für eine rasche Überprüfung der Bewilligungen notwendige Personal bereitzustellen, könnten allfällige grobe Mängel in kantonalen Bewilligungen erkannt werden.
Die Verwaltung wird abklären, wieweit Bund und Kantone durch die Schaffung eines unabhängigen Deponie-Inspektorates entlastet werden könnten.
Im weiteren wird das Buwal die Kantone in einem Rundschreiben auffordern, beim Erteilen von Bewilligungen für Zwischenlager von Sonderabfällen in Zukunft der finanziellen Sicherstellung vermehrt Rechnung zu tragen.
- Texte déposé
Fin août, la population de Saint-Ursanne et environs a été mise en garde par les actions d'organisations de protection de l'environnement contre l'entreposage illégal de déchets spéciaux dans un dépôt en construction dans les galeries souterraines des anciennes fabriques de chaux. L'organisation Greenpeace a réclamé un arrêt immédiat des travaux, la désaffectation provisoire de l'ouvrage, l'évacuation des toxiques illégalement entreposés dans le terrain, et la réalisation d'une étude scientifique par des experts neutres. Il paraîtrait que la décharge serait fortement perméable et que les eaux de suintement pollueront très certainement les sources et les ruisseaux, ainsi que le Doubs. L'organisation écologiste a qualifié le projet d'insensé, de dangereux, et de superflu.
Je pose au Conseil fédéral à ce propos les questions suivantes :
1. L'entreposage de déchets spéciaux dans le système fortement ramifié de galeries souterraines de Saint-Ursanne répond-il aux exigences fédérales pour les décharges de matières résiduelles ? Le dépôt définitif ou provisoire de déchets spéciaux encore susceptibles d'entrer en réaction, dont certains sont à l'état liquide, ne viole-t-il pas manifestement l'ordonnance sur le traitement des déchets (OTD)?
2. Le dépôt de déchets spéciaux sous forme de liquides et de sels non traités dans ce réseau de galeries perméables représente-t-il un danger pour l'environnement ?
3. Quels sont les contrôles exercés par les organes fédéraux compétents, notamment au titre de l'article 41 de la loi sur la protection de l'environnement ?
4. L'établissement des plans et l'étude d'impact sur l'environnement qui ont été effectués répondent-ils aux exigences, ou est-il exact que cette dernière a été exécutée avec peu de sérieux et qu'elle présente de graves défauts ? Peut-on assurer qu'il n'y aura pas, à long terme, de risques dus à la décharge ?
5. Est-il vrai que la procédure d'autorisation des plans a été entachée de graves défauts et que, par exemple, la demande d'autorisation de dépôt de déchets spéciaux n'a pas été publiée avant l'octroi de ladite autorisation, de sorte que la population concernée n'a jamais eu l'occasion de faire opposition ?
6. La Confédération projette elle aussi des décharges de déchets spéciaux. Faut-il penser que leur capacité est insuffisante, puisqu'il apparaît que des décharges privées sont aussi nécessaires ? N'y a-t-il pas des projets qui font concurrence à la décharge intercantonale projetée à Oulens VD par la Confédération et ne court-on pas le risque d'une suroffre qui découragerait la réduction du volume de déchets ?
7. Quelles sont les lacunes, dans la loi ou l'ordonnance sur le traitement des déchets, qu'il faudrait combler, pour empêcher à l'avenir une décharge de déchets spéciaux aussi peu conforme aux règles, et pour éviter que des décharges privées découragent les efforts visant à réduire le volume des déchets ?
Données: OpenParlData · CC BY 4.0