Erasmus Programm
(KA 30281)- Antwort vom 12. Juni 202611. Juni 2026
zu Frage 1:
Im Zeitraum der laufenden Erasmus+ und Europäischen Solidaritätskorps (ESK) Programmgeneration mit Start am 1. Januar 2021 bis zum 31. Mai 2026 wurden insgesamt 164 Projekte aus Liechtenstein eingereicht. Diese verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Bildungs- und Aktionsbereiche:
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Hochschulbildung: 35
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Berufsbildung: 22
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Schulbildung (Volksschulen und Gymnasien): 27
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Erwachsenenbildung: 21
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Jugend (außerschulische Arbeit): 49
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Jugend (ESK): 9
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Sport: 1
zu Frage 2:
Die Erasmus+ und ESK-Fördermittel sind wie folgt auf die liechtensteinischen Organisationen aufgeteilt. Die folgenden Beträge sind gerundet.
Hochschulbildung: EUR 9.3 Mio. Berufsbildung: EUR 2.9 Mio.
Schulbildung: EUR 2.1 Mio. Erwachsenenbildung: EUR 1.9 Mio. Jugend: EUR 3.6 Mio. ESK: EUR 722’000 Sport: EUR 15’000 Total EUR 20.6 Mio.
Die aus den Fördermitteln resultierenden Beiträge für Liechtenstein setzen sich aus den Mitteln für Mobilitätsprojekte (KA1) in Höhe von rund EUR 6.8 Mio. sowie den für liechtensteinische Organisationen anteilig veranschlagten Mitteln für Kooperationsprojekte (KA2) in Höhe von rund EUR 5.5 Mio. zusammen. Insgesamt ergibt sich daraus ein Beitrag von rund EUR 12.3 Mio., der direkt oder indirekt Liechtenstein zugute kommt.zu Frage 3:
Zum aktuellen Zeitpunkt beläuft sich der aus den Fördermitteln generierte Beitrag, der direkt liechtensteinischen Organisationen zugutekommt, auf insgesamt rund EUR 12.3 Mio. Seit Beginn der laufenden Programmgeneration im Jahr 2021 wurde durch die Europäische Kommission ein Beitrag in Höhe von rund CHF 3.8 Mio. zur Finanzierung der Verwaltung der Erasmus+ und ESK-Programme geleistet. Demgegenüber hat Liechtenstein für die Umsetzung der Programme im selben Zeitraum insgesamt rund CHF 5.2 Mio. investiert. In diesem Betrag sind auch die Organisationskosten der AIBA enthalten. Gemäss den Programmvorgaben ist vom teilnehmenden Land ein Eigenanteil von mehr als 50 % an den Verwaltungskosten zu leisten. Dieser Anteil beträgt für Liechtenstein im Zeitraum 2021 bis 2026 rund 58 %.
zu Frage 4:
Eine Auswertung der an liechtensteinische Organisationen als Partner in von ausländischen Institutionen koordinierten Erasmus+-Projekten zugeflossenen Fördermittel ist derzeit nicht möglich. Die vorhandenen Daten sowie die verfügbaren Abfragetools lassen eine entsprechende Auswertung aktuell nicht zu.
zu Frage 5:
Die Regierung wird ihre Entscheidung über eine Teilnahme Liechtensteins am Erasmus+ Programm 2028 bis 2034 auf Grundlage einer umfassenden Kosten‑Nutzen‑Analyse treffen. Diese wird derzeit durch die Stabsstelle EWR und den verantwortlichen Stellen erarbeitet.
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- Frage vom 10. Juni 20269. Juni 2026
Das Erasmus+-Programm der EU weist seit Jahren eine deutliche und anhaltende Kostensteigerung auf. Während das Programm 2014 bis 2020 noch über rund Euro 14,7 Mrd. verfügte (ca. CHF 17,9 Mrd.), wurde das Budget für die laufende Periode 2021 bis 2027 bereits auf Euro 26,2 Mrd. erhöht (ca. CHF 28,3 Mrd.), was einer Steigerung von rund 58,6 Prozent entspricht. Für den Zeitraum 2028 bis 2034 liegt ein Vorschlag der EU-Kommission von Euro 40,8 Mrd. (ca. CHF 38,2 Mrd.) vor, was eine weitere Zunahme von etwa 35 Prozent bedeutet. Gleichzeitig werden von Hochschulverbänden und dem EU-Parlament noch deutlich höhere Budgets gefordert. Diese Entwicklung zeigt klar, dass auch künftig mit erheblichen Mehrkosten zu rechnen ist, insbesondere vor dem Hintergrund politischer Zielsetzungen wie einer starken Ausweitung der Teilnehmendenzahlen und zusätzlicher Förderprioritäten. Bei der letzten Teilnahme Liechtensteins am Erasmus+-Programm wurde befürchtet, dass es für Liechtenstein schwierig werden könnte, das nach Brüssel gezahlte Geld wegen mangelnder Projekte wieder zurückzuholen. Dazu meine Fragen:
- Wie viele Erasmus+-Projekte wurden seit Beginn der laufenden Programmperiode 2021 bis 2027 unter Beteiligung liechtensteinischer Institutionen in den Bereichen Hochschulbildung, Berufsbildung, Schulbildung (Volksschule und Gymnasien), Erwachsenenbildung, Jugend (ausserschulische Arbeit) und Sport im laufenden Programm bislang durchgeführt?
- Welche Erasmus+-Fördermittel sind den Projekten insgesamt sowie aufgeschlüsselt nach den genannten Bereichen zugesprochen worden, welcher Anteil dieser Mittel ist bei liechtensteinischen Institutionen verblieben und welcher Anteil an ausländische Projektpartner oder Teilnehmer abgeflossen?
- Wie hoch ist der bisherige finanzielle Rückfluss aus Erasmus+ an liechtensteinische Institutionen insgesamt und welche staatlichen Personal-, Verwaltungs- und Raumkosten sind für die Umsetzung des Programms seit 2021 angefallen?
- An wie vielen von ausländischen Institutionen koordinierten Erasmus+-Projekten haben liechtensteinische Institutionen teilgenommen, und welche Fördermittel sind dabei zugeflossen?
- Wird die Regierung vor einer Entscheidung über eine Teilnahme Liechtensteins am Erasmus+-Programm 2028 bis 2034 eine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse erstellen, welche sowohl die finanziellen Auswirkungen als auch mögliche alternative Förderinstrumente für Bildung, Jugend und internationale Mobilität berücksichtigt?
Data: OpenParlData · CC BY 4.0