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Ursina Anderegg · Grünes Bündnis

de
Stadtrat (BE)20.08.2026Gemeinderätin

Ursina Anderegg, Direktorin BSS: Guten Abend miteinander, vielen Dank für diese angeregte Diskussion und vor allem für die breite Unterstützung dieses Geschäfts. Neben dem notwendigen Ausbau der Notschlafplätze in letzter Zeit beschäftigt uns hier in der Stadt auch der Bedarf an Aufenthaltsräumen. Das wurde heute schon mehrmals erwähnt und das steht bei uns momentan auch im Fokus. Dieser Bedarf ist vorhanden, das wissen wir. Und es ist davon auszugehen, dass er nicht abnehmen wird, da die Prekarisierung, das Thema von Einsamkeit und sozialer Isolation ein Thema ist, welches immer mehr Menschen betrifft, auch hier bei uns in der Stadt Bern. Und deshalb müssen wir schauen, dass wir in diesem Bereich genügend Angebote zur Verfügung stellen können und damit unseren Beitrag zur Armutsbekämpfung auch leisten. Und vielleicht gerade an die FDP: Als zuständige Direktorin werde ich bei einer wachsenden Obdachlosigkeit und einer wachsenden Armut nicht Mass halten beim zur Verfügung stellen von niederschwelligen Angeboten, auf welche die Menschen per schweizerische Verfassung ein Anrecht haben. Auch wir hier in der Stadt tragen Verantwortung und auch ihr im Parlament tragt diese Verantwortung.

Der Aufenthaltsraum der AKiB war schon seit den 70er-Jahren ein wichtiger Ort für viele Menschen in Bern. Und seit jeher wird er von engagierten Freiwilligen getragen. Das ist übrigens auch heute immer noch der Fall. Es ist nicht so, dass sie weniger Freiwillige haben und deshalb professionalisiert wird, sondern es braucht diese Professionalisierung, weil eben die Bedürfnisse und der Bedarf an professioneller Unterstützung aufgrund der Komplexität der Probleme, die die Menschen haben, notwendig wurden. Ich will mich an dieser Stelle ganz herzlich bei all diesen Freiwilligen bedanken und natürlich auch bei den Mitarbeitenden. Die Freiwilligen haben letztes Jahr auch den städtischen Sozialpreis erhalten, welcher freiwillige Arbeit auszeichnet. Und letztes Jahr wurden Projekte ausgezeichnet, welche Safer Spaces, also Schutzräume, anbieten. Und das AKiB-Angebot bekam auch so einen Preis. Es ist sehr wichtig, dass sich die Leute dafür engagieren, es ist aber auch wichtig, dass wir Professionalität anbieten können.

Als im Frühling 2025 bekannt wurde, dass der damalige Aufenthaltsraum in der Postgasse einen neuen Standort suchen muss, war es auch seitens der Verwaltung sehr wichtig, dass wir mithelfen, eine gute Nachfolgelösung zu finden. Das Thema hat euch im Stadtrat auch beschäftigt und es kam auch zur Einreichung des Postulats "Öffentliche Aufenthaltsräume sicherstellen". Und es freut mich sehr, dass wir nun eine gute Lösung gefunden haben, und die AKiB vor allem eine gute Lösung im Kolpinghaus im Mattenhofquartier gefunden hat und dass wir auch dieses Angebot dem kantonalen Lastenausgleich zuführen konnten. Es ist also eine gemeinsame Aufgabe des Kantons, der Gemeinden im Kanton und uns, dass wir diese Angebote auch gemeinsam tragen können.

Und mit diesem Umzug an den neuen Standort wurde das Angebot gleichzeitig konzeptionell auch ausgebaut. Das war auch gut. Finanziell steht es jetzt auf soliden Füssen. Und wir haben an diesem Standort jetzt ein sehr gutes Angebot, das unterdessen auch rege genutzt wird. Es wird uns sicher weiterhin beschäftigen, wie es im unteren Teil der Stadt, auch in der Altstadt, aussehen wird. Wir stellen dort auch einen Bedarf an Aufenthaltsräumen fest. Und das ist ein Thema, das uns hier noch weiter beschäftigen wird. Ich bedanke mich herzlich für die gute Aufnahme des Geschäfts.

Transcript
bern.recapp.ch
Institution
Stadtrat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0