Skip to main content

Casimir von Arx · GLP

de
Grosser Rat (BE)30.11.2023
Casimir von Arx, Spiegel b. Bern (GLP), Motionär. Ja, besten Dank für die angeregte Debatte. Ich beginne mit ein paar Repliken. Zu Grossrat Bichsel: Ich habe direkt aus dem Kanton Zürich von jemandem, der genau dort beruflich unterwegs ist, die gegenteilige Information, nämlich dass die Alkoholkontrollen sehr wohl durchgeführt werden. Das können wir nun so zur Kenntnis nehmen. Aus dem Kanton Bern hat mir Grossrätin Gasser gesagt, dass sie sogar kontrolliert wird, ob sie zu viele Pilze im Wald gesammelt hat.

Um vielleicht noch ein bisschen ein Mengengerüst zu machen, habe ich einmal umgerechnet, wie viele Kontrollen eigentlich pro Jahr im ganzen Kanton stattfinden müssten, damit man die gleiche Kontrolldichte hat wie im Strassenverkehr. Es sind etwa 125 auf das ganze Jahr, wenn man die gleiche Kontrolldichte möchte. Ob dies wirklich das Problem ist, wage ich zu bezweifeln.

Noch ein Wort zur bestehenden Regelung: Auch die Kantone Zürich und Neuenburg hatten, bevor sie diese Regeln eingeführt haben, genau so etwas wie wir im Kanton Bern. Aber ich glaube ... Wenn Sie es im JWG, Art. 6, nachlesen, sehen Sie eben, dass es nicht sehr spezifisch ist und auch nicht sehr gut anwendbar. Man kann – der Regierungsrat hat es erwähnt – fakultativ, vor der Zulassung zur Jagd, ein Leumundszeugnis einholen, um zu bestätigen, dass die jagdwillige Person für ein Verhalten bekannt ist, das nicht mit der Jagd vereinbar ist. Ich glaube, von daher ist man relativ weit weg von einer klaren Bestimmung mit einem Grenzwert, um den es jetzt hier eben geht.

Vielleicht noch kurz zum Kanton Neuenburg: Dort wurde die Regelung nach einem Vorfall mit einem Mountainbike-Fahrer eingeführt; das kam dann tatsächlich in der Zeitung. Da gab es einige Schreckmomente, weil es sich um einen Menschen gehandelt hat. Man hat festgestellt, dass man kein griffiges Gesetz hat. Dann hat man das Gesetz gemacht, und auch der Neuenburger Jagdverband hat verlauten lassen, dass er sich nicht dagegen wehre.

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, ich hoffe, dass wir es im Kanton Bern so machen können, dass wir diese Aufgaben rechtzeitig angehen und nicht abwarten, bis es zu einem Aufschrei kommt. Deshalb bitte ich Sie: Stimmen Sie dieser Motion zu. Das ist keine Misstrauensbekundung, sondern es geht um eine Weiterentwicklung hin zu einer zeitgemässen Jagd. Falls die Motion angenommen wird, was ich sehr hoffe, schreiben Sie sie bitte nicht ab, weil das Anliegen der Motion offensichtlich nicht erfüllt ist. Danke.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0