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Samuel Krähenbühl · SVP

de
Grosser Rat (BE)10.09.2025
Samuel Krähenbühl, Unterlangenegg (SVP), Einzelsprecher. Zuerst einmal ist es mir ein Anliegen, mich bei den Kollegen Marti und Bichsel zu entschuldigen, falls der Eindruck aufgekommen wäre, dass ich sie und die ganze Jury verdächtige, nicht gearbeitet zu haben – das glaube ich nicht. Ich habe sogar das Gefühl, es ging sicher nicht nur – oder vielleicht überhaupt nicht – darum, Cüpli zu trinken; das wollte ich nicht sagen. Ich habe vor allem die Zusammensetzung der Jury kritisiert, und damit komme ich zum Problem der ganzen Geschichte. Wir reden hier über etwas, das exemplarisch einen weiteren Problemaspekt der ganzen Übung darlegt: Entgegen anderen Grossprojekten, die der Kanton hauptsächlich oder vorwiegend finanziert, war hier keine Fachperson des Kantons dabei.

Man spricht über Büroarbeitsplätze, aber es gibt auch andere Standards, andere Vorgaben oder Controlling-Massnahmen. Sicher läuft beim Amt für Grundstücke und Gebäude (AGG) nicht immer alles gut, aber immerhin sind es Fachleute mit einer externen Sicht. Meines Wissens war vom AGG niemand dabei. Deshalb finde ich, grundsätzlich ist das sehr gut und selbstverständlich. Entgegen dem, was die Kollegin Hess gesagt hat, macht man das bei anderen Bauten übrigens auch. Wenn z. B. die Universität Labors usw. baut, wendet man diese Standards auch an. Ich sehe nicht ein, warum man das hier nicht tun sollte. Aber eben, es ist ein weiteres Beispiel, das exemplarisch zeigt, wie wir vermutlich Geld in eine Blackbox geben oder bewilligen und nicht recht wissen, wie es herauskommt.

Unsere geschätzte Kulturministerin hat vorhin angetönt, man müsse alle gleich behandeln. Was mir hier auch fehlt: die Gesamtsicht. Wir wissen schon jetzt, bis 2040 benötigen wir 44 Mio. Franken für den Unterhalt des Zentrums Paul Klee, und nachher kommt die Gesamtsanierung des Zentrums Paul Klee. Das kommt auch noch, und es gibt keine Gesamtsicht über das Ganze. Das ist ein weiterer Punkt: Wenn wir jetzt ein Präjudiz schaffen, werden wir genau gleich wieder in der Pflicht stehen. Das werden dann vielleicht nicht mehr wir sein, aber so lange geht es auch nicht mehr bis 2040. Es sind weitere vermutlich vier- bis fünfstellige Millionenbeträge, wenn man sie zusammenzählt, und davon redet niemand. Das ist ein weiterer Punkt, der mich stört. Merci.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0