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Thomas Gerber · GRÜNE

de
Grosser Rat (BE)09.03.2026
Thomas Gerber, Hinterkappelen (GRÜNE), Fraktionssprecher. Beim Lesen dieser Motion habe ich mich ehrlich gesagt zuerst gefragt, was genau die Motionäre eigentlich zusätzlich wollen. Die verlangten Grundlagen existieren bereits. Der Kanton erhebt seit Jahren regelmässig Daten zum Wildeinfluss im Wald, und zwar flächendeckend mit dem Waldeinflussgutachten. Die Daten zeigen sehr genau, wo die Verjüngung funktioniert und wo nicht. In diesem Punkt fordert die Motion also etwas, das bereits gemacht wird.

Interessant ist aber noch ein ganz anderer Punkt: Wenn man die Debatten hier im Rat verfolgt, stellt man fest, dass viele der gleichen Stimmen, die heute mehr Druck auf das Schalenwild fordern, sonst sehr kritisch gegenüber Grossraubtieren sind. Dabei leisten genau diese Tiere – Wolf, Luchs – einen Beitrag zur Regulierung des Wildbestands, gerade auch in schwer zugänglichem Schutzgebiet. Dort ist die Jagd eingeschränkt möglich. Die Tiere übernehmen also eine gute Aufgabe.

Oder anders gesagt: Ein Teil der geforderten Wirkung im Schutzwald würde man über die Grossraubtiere praktisch gratis bekommen. Vor diesem Hintergrund scheint mir die Motion alles und nur eines: Die Forderung nach zusätzlichen Berichten zu einem Problem, das bereits gut untersucht ist.

Die grüne Fraktion unterstützt die Haltung des Regierungsrates – Annahme und gleichzeitige Abschreibung – einstimmig. Danke für die Aufmerksamkeit.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0