Sibylle Plüss-Zürcher · FDP
Die vorliegende Motion tönt auf den ersten Blick wie ein Versuch, einen Ausgleich durch die Einführung von Erbschafts- und Schenkungssteuer zu schaffen, damit man die Einkommenssteuer senken kann. Aber wenn man genau hinschaut, dann wird schnell klar, dass die Idee mehr Probleme verursacht, als dass sie löst.
Die Schwäche des Vorschlags ist gravierend, und ich denke, wir müssen diese Motion unbedingt ablehnen. Die Erbschafts- und Schenkungssteuer trifft die Leute genau dort, wo es um die Freiheit geht, ihre Vermögen zu verwalten und sie selber weiterzugeben, wenn sie das wollen. Und genau dort denke ich, liebe GLP: Ihr seid auch für die Freiheit. Familien sollen ihre Vermögen, die sie über Generationen aufgebaut haben, auch dorthin geben können, wo sie wollen. Es kann nicht sein, dass wir hier für die Kinder und Kindeskinder Einschränkungen machen, und sie unnötig belasten. Spezialregelungen würden auch die Nachfolge von Familienunternehmen erschweren. Wir gefährden damit Arbeitsplätze und hemmen Investitionen.
Die Erbschafts- und Schenkungssteuer ist ein Symbol für die Beschränkung der Eigenverantwortung, falls wir diese einführen. Vermögen, die schon mehrfach belastet wurden, werden noch einmal mit einer Steuer belastet. Ich möchte lieber, dass wir diese Mittel in der Region behalten, und diese im Kanton Bern investiert werden. Ich bitte Sie, diese Motion abzulehnen. Vielen Dank.