Speech
Ich möchte vielleicht aufnehmen, was Grossrat André Roggli gesagt hat. Er hat gesagt, solche Wahlen sind ja auch Wettkämpfe und in einem Wettkampf möchte man schauen, wer auf der Zielgeraden wie weit ist und wie das Rennen in der Endphase ist. Ich glaube, der Wettkampf ist eben fertig, wenn die Urnen geschlossen sind. Dann ist der Wettkampf fertig und dann kommt nur noch die Auszählung. Die Auszählungsphase ist nicht mehr Teil des Wettkampfs. Früher, vor 30 oder 40 Jahren, als es noch kein Internet gegeben hat, hat man einfach gewartet, bis nachher das Resultat bekanntgegeben worden ist.
Jetzt haben wir das Internet und wir veröffentlichen laufend die einzelnen Gemeinderesultate und nachher auch die Zusammenzüge der Wahlkreise. Aber wenn Sie jetzt noch mehr Zwischenresultate alle halbe Stunde, hochgerechnet, zusammengezogen haben wollen, ist der Aufwand natürlich einfach noch grösser für das kleine Team der Staatskanzlei, das an diesem Nachmittag die Wahlen auszählen und den Kontakt zu den Verwaltungskreisen, zu den Statthalterinnen und Statthaltern führen muss, das mit den 335 Gemeinden, die zählen müssen, Kontakt aufnimmt. Dieser Aufwand wird noch einmal viel grösser.
Wir müssten wirklich das Team ergänzen. Wir müssten so Herren Kullmann und von Arx quasi ins Team nehmen, damit alle halbe Stunde die Arbeiten, die sie jetzt machen, im Team gemacht werden können und sie publiziert werden kann. Man muss es in beiden Sprachen publizieren. Es wird Rückfragen geben. Also, das Ganze führt zu einem Zusatzaufwand, zu einer Zusatzbelastung, und die Folge wird unweigerlich sein, dass der Kanton Bern, der in der letzten Zeit nicht mehr immer das Schlusslicht war, wieder das Schlusslicht in diesen Auszählungen wird, weil wir mit unseren 335 Gemeinden natürlich von Anfang an eine schwierige Ausgangslage haben. Das würde noch einmal zusätzlich erschwert werden. Ich glaube, aus Sicht des Regierungsrates lohnt es sich nicht, diesen Zusatzaufwand jetzt zu leisten.
Es ist ein wenig das, was Grossrat Hans Schori auch gesagt hat: Es ist vielleicht auch eine Frage des Alters. Es ist ein bisschen der Zeitgeist, dass man alles sofort sogleich haben will, was verfügbar ist. Man ist es sich nicht mehr so gewohnt, auch einen Moment lang zu warten und etwas auszuhalten. Ich glaube, das schwingt auch ein bisschen bei diesem Vorstoss mit. Also, der Regierungsrat beantragt Ihnen, das Postulat abzulehnen. Es ist, wie Grossrat Kullmann gesagt hat, ein «nice to have», man könnte es machen, mit Zusatzaufwand, mit Verspätungen, mit zusätzlichen Verkomplizierungen. Wenn man am Schluss das Fazit zieht, kommt die Regierung zum Schluss, dass man diesen Schritt nicht machen sollte. Ich bitte Sie, das Postulat abzulehnen.