Stefan Bütikofer · SP
Die Kombination, die gefordert wird, ist, zugegeben, wirklich sehr ambitioniert und sehr kostenintensiv. Es stimmt auch, dass der kantonale Durchschnitt mit rund 20 Kindern pro Klasse relativ moderat ist. Wir haben aber auch Klassen im Kanton, die 30 Schülerinnen und Schüler zählen. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass wir den oberen Überprüfungsbereich im Kanton Bern senken.
Besonders im Zyklus 1, wo vier- bis sechsjährige Kinder einen intensiven, stabilen Rahmen brauchen, sind solche Grossklassen kaum zu verantworten. Kleinere Klassen schaffen Qualität – im Unterricht, in der Beziehung, in der Entwicklung jedes Kindes –, und sie entlasten auch die Lehrpersonen spürbar.
Der zweite Punkt des Vorstosses verlangt durchgehendes Team-Teaching in Zyklus 1. Heute stützen wir das System künstlich mit kurzfristigen Klassenhilfen, mit wechselnden Zivis oder Freiwilligen. Das bringt Unruhe und Planungsunsicherheit und verhindert stabile Lernbeziehungen. Team-Teaching in Zyklus 1 wäre deshalb ideal. Auf allen anderen Stufen sind solche Teams ebenfalls sinnvoll, nicht flächendeckend, aber dort, wo es die Situation verlangt. Das ist mit Blick auf die Ressourcen verantwortungsvoll und gleichzeitig klar orientiert an pädagogischer Wirksamkeit.
Der Vorstoss verlangt als Postulat keine sofortige Systemumstellung, sondern eine fundierte Prüfung; darum geht es hier. Er weist in die richtige Richtung. Prüfen wir, ob der obere Überprüfungsbereich so richtig ist. Prüfen wir, ob Team-Teaching in Zyklus 1 nicht eine bessere Lösung wäre als das, was wir im Moment haben. Stimmen Sie deshalb dem Postulat zu. Merci.