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Manuel C. Widmer · GRÜNE

de
Grosser Rat (BE)11.03.2026
Manuel C. Widmer, Bern (GRÜNE), Einzelsprecher. Ich befürchte, dass wir weder dem Taxiwesen noch der Zukunft noch den Kunden wirklich etwas Gutes tun mit diesem Gesetz und den Beschlüssen, die wir heute gefällt haben.

Es wurde vorhin ein Loblied gesungen auf die Zukunft und auf die unternehmerische Freiheit. Ich habe es heute schon einmal erwähnt: Wir haben das Taxiwesen schon einmal mit der Lex Wasserfallen liberalisiert, und die Auswirkungen waren damals äusserst massiv für alle. Auf das Loblied der Liberalisierung hin geschah nämlich Folgendes: Erstens, es gingen sehr viele Taxi-Unternehmen ein, weil sich Leute in das Taxiwesen einschlichen, die qualitativ nichts Gutes boten, die quantitativ nichts Gutes boten und den Taxi-Unternehmen, die wirklich gut arbeiteten, die Leute abgruben. Sie waren nachher unzufrieden mit deren Dienstleistungen, und am Schluss brauchten die Leute gar kein Taxi mehr. Daran war auch die Liberalisierung schuld.

Ich finde, man muss sich der Zukunft anpassen, und dieser verschliesse ich mich überhaupt nicht. Aber reden Sie einmal mit Leuten, die für Just Eat arbeiten. Das ist der gleiche Unternehmergedanke, den Uber hat. Wenn Sie mit diesen Leuten über ihre Arbeitsbedingungen reden, wenn Sie mit ihnen über ihre Arbeit reden, dann werden Sie keinen hören, der ein Loblied auf die neuen Plattformen singt, dann werden Sie niemanden hören, der das super findet, sondern das sind Leute, die aus wirtschaftlicher Not überhaupt einen Job brauchen und darum denjenigen machen, den sie bekommen. Aber das hat mehr mit Not zu tun als mit Freude am zukünftigen Unternehmertum.

Und noch eines: Du, Carlos, hast gesagt, dass man diejenigen, die betrügen, erwischt. Nein! Man erwischt sie, wenn der Staat hinschaut, aber meistens wird der Kunde beschissen, und dieser merkt es nicht einmal, weil die Transparenz fehlt.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0