Speech
Der Kanton hat im Sinne einer Spezialfinanzierung einen Wildschadenfonds, der durch das Jagdinspektorat verwaltet wird. Der Fonds wird hauptsächlich durch den jährlich Zuschlag von 150 Franken zum Jagdpatent gespiesen. Das ist die eine Einnahmequelle. Aus diesem Wildschadenfonds werden Schäden von jagdbaren Tieren beglichen. Dann gibt es für die bundesrechtlich geschützten Arten – für den Wolf, Luchs, Bär, Adler, Biber, Fischotter, Goldschakal – die Aufgabe für den Kanton zusammen mit dem Bund. Der Bund bezahlt beispielsweise 80 Prozent der Schadenssummen, wenn es um den Wolf, Luchs, Bär oder Goldschakal geht oder 50 Prozent bei Adlern, Bibern, Fischottern. Das ist die Situation im Moment.
Aber es geht hier weniger um die Zahlen und Kosten von Schäden, sondern darum, wie diese Aufgabe möglichst effizient wahrgenommen wird. Sie rennen bei mir, aber auch bei der Gesamtregierung, eigentlich offene Türen ein. Es wurde bereits in der Debatte darauf hingewiesen, dass ich im Zusammenhang mit der Belastungssituation des Jagdinspektorats schon vor einem Jahr den Auftrag erteilt habe, mir Effizienzmassnahmen vorzulegen. Eine davon war, dass man die Begutachtung nicht mehr durch die Wildhut machen will.
Man muss vielleicht nicht den Gynäkologen – oder was wurde vorher gesagt? (Heiterkeit / Hilarité) –, Internisten zitieren, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein Dr. Fischer, der sich heute im Rahmen seiner Tätigkeit für die Hagelversicherung schon ins Spiel gebracht hat, eine solche Aufgabe wahrnimmt. Wir hatten bereits Kontakte mit der Hagelversicherung. Wir sehen dort Effizienz-, Synergiegewinnmöglichkeiten, aber man muss mit solchen Organisationen dann auch noch zu einer vertraglichen Vereinbarung kommen.
Das ist der Grund, weshalb die Regierung das Postulat, die breitere Prüfung, verlangt, damit man schauen kann, ob die Hagelversicherung, zu welchem Tarif, mit welchen Konditionen hilft. Ist das die beste Lösung? Gibt es andere? Gibt es Kombinationsmöglichkeiten, verwaltungsintern mit externer Unterstützung? Kann man allenfalls – wie das Versicherungen, Privatversicherungen schon längstens tun – künstliche Intelligenz einsetzen oder die Digitalisierung insgesamt noch besser zur Geltung bringen? Das sind alles Fragen, die auf dem Tisch liegen.
Aber noch einmal: Die Offenheit ist da. Der Auftrag ist erteilt. Die Hagelversicherung war intern bei mir in der Direktion bereits in Diskussion. Daher: Sehr gern ein Postulat. Aber lassen Sie uns Zeit und Raum, damit man im Rahmen einer Prüfung dann wirklich die bestmögliche Lösung findet.