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Milena Daphinoff · Die Mitte

de
Grosser Rat (BE)02.06.2026
Milena Daphinoff, Bern (Die Mitte), Fraktionssprecherin. Die Mitte anerkennt die Bedeutung des Themas ausdrücklich. Die vorliegenden Studien weisen auf eine besorgniserregende Entwicklung der Spermienqualität hin. Gerade dieser Coldspot im Kanton Bern wirft Fragen auf. Diese Fragen verdienen unsere Aufmerksamkeit, und es ist richtig, wenn man mögliche Ursachen weiter untersucht. Trotzdem lehnt Die Mitte den Vorstoss als Motion ab. Nicht weil wir das Anliegen für unwichtig halten, sondern weil wir Zweifel haben, ob der Kanton Bern die richtige Ebene für einen solchen Forschungsauftrag ist.

Die Ursachen möglicher Veränderungen der Spermienqualität sind komplex. Um belastbare Aussagen zu erhalten, braucht es grosse Datenmengen, wissenschaftliche Expertise und – wir haben es auch gehört – schweizweit vergleichbare Erhebungen. Genau deshalb kommt auch der Regierungsrat zum Schluss, dass eine systematische Untersuchung nur auf nationaler Ebene sinnvoll ist. Wir teilen diese Einschätzung. Wir sollten auch aufpassen, dass wir den Kanton nicht bei offenen wissenschaftlichen Fragestellungen mit eigenen Untersuchungsaufträgen versehen; wir dürfen nicht Gefahr laufen, Aufgaben zu übernehmen, die eigentlich beim Bund angesiedelt sind oder gar bei Forschungsinstitutionen.

Aus diesem Grund lehnt auch die Mehrheit der Fraktion das Postulat ab. Eine Minderheit der Fraktion möchte aber, dass der Regierungsrat prüft, wie dieses Anliegen auf nationaler Ebene eingebracht und weiterverfolgt werden kann. Die Minderheit würde also auch das Postulat unterstützen. Besten Dank.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0