Irene Hügli · SP
Die interprofessionelle Ausbildung und Forschung findet, wir haben es gehört, am Berner Institut für Hausarztmedizin (BIHAM) statt. Es gibt dort auch Praktika, aber die sind nicht in der Art, wie die Motionärinnen und Motionäre es mit diesem Vorstoss wollen, denn sie möchten einen ganz praktischen Austausch. Sie wollen diesen verstärken, sprich, ein Arzt soll ein bis zwei Tage in der Apotheke mitlaufen, oder umgekehrt soll die Apothekerin in eine Hausarztpraxis gehen. Das soll allenfalls während der Ausbildung passieren oder auch ein Weiterbildungsangebot sein.
Beide Möglichkeiten finde ich durchaus sinnvoll. Über den eigenen Tellerrand hinausschauen, wissen, wie die anderen arbeiten, das schafft Verständnis. Mit einem Ja zu dieser Motion unterstützen wir die Basis dabei, aufeinander zuzugehen und sich damit weiterzubilden.
Als Mitmotionärin der Motion von Anita Herren-Brauen mit dem Titel «Im Interesse einer guten Grundversorgung: Zusammenarbeit der Ärzte und Apotheker gemäss der Gesundheitsstrategie/integrierten Versorgung klären» (M 260-2024) bin ich sehr interessiert am Verlauf der Gespräche am runden Tisch der Berufsverbände der Ärzte- und Apothekerschaft. In der Antwort des Regierungsrates zu diesem Geschäft lesen wir jedoch, dass sich dort gar keine Lösung abzeichnet, und das ist erschreckend und enttäuschend zugleich.
Und, liebe SVP, auch wenn sich die Verbände an diesen runden Tischen nicht einig werden, kann das ja nicht heissen, dass man an der Basis nicht im Austausch miteinander sein soll. Ein Austausch unter Fachleuten bringt massive Verbesserungen in der ambulanten Gesundheitsversorgung, und das ist doch der Sinn und Zweck dieser Motion, und das kann auch Ihnen, liebe SVP, durchaus dienen. Deshalb sagt die SP-JUSO-Fraktion Ja zur Motion und selbstverständlich auch zu einem Postulat, wenn gewandelt würde.