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Markus Aebi · SVP

de
Grosser Rat (BE)05.03.2025
Markus Aebi, Hellsau (SVP), Motionär. Ich muss vielleicht etwas ausholen, weil viele Leute nicht genau wissen, was ein Vorfluter ist und wie das ganz genau funktioniert. Das meiste Fruchtfolgeland im Kanton Bern ist entwässert, mit Drainagen durchzogen, damit es fruchtbar wird und nicht durchnässt ist. Diese Drainagen laufen in sogenannte Vorfluter, und die Vorfluter wiederum laufen in öffentliche Gewässer.

Mit der Wasserbaurevision, die vor zwei, drei Jahren stattgefunden hat, hat man die ganze Vorfluter-Geschichte und diese Verantwortlichkeiten aus dem Wasserbaugesetz (WBG) herausgenommen. Wir wollen sie eigentlich wieder drin haben. Denn mit der Renaturierung und Revitalisierung der Gewässer und Gewässerräume ist es so, dass Gewässer Geschiebe mitbringen, Sand mitbringen und so weiter und die Einläufe verstopfen. Auch die Stauden und alles, was in den Gewässerräumen wächst, führen dazu, dass die Entwässerungen nicht mehr stattfinden. Das wiederum gibt Rückstauungen in den ganzen Drainage-Systemen und führt zu einer Vernässung einzelner Parzellen.

Das hat ein Ausmass angenommen, das aus meiner Optik problematisch wird. Ich kann Ihnen ein Beispiel nennen. Gerade im Raum Seeland hat es viele solche Flächen, von wo das Wasser nicht mehr abläuft. Dann sieht man einen See. Das hat nichts mit Verdichtungen zu tun, sondern das geschieht, weil die Drainage nicht mehr läuft, und wenn die Drainage nicht mehr läuft, können Sie auf diesen Parzellen nichts mehr anbauen. Dann hat der Bauer auch einen Verlust an Wertschöpfung, weil er die Kulturen nicht verkaufen kann. Aber gleichzeitig kommt hinzu, dass der Bund sagt, eine Fläche, die nicht bebaut wird, ist auch nicht direktzahlungsrelevant. Das heisst also, der Bauer ist mit dieser Geschichte eigentlich doppelt gestraft.

Was wir wollen, ist, dass die Verantwortlichkeiten wieder klar geregelt werden, dass der Bau dieser Gewässerräume so gestaltet wird, dass die Einläufe sichergestellt sind, dass auch der Unterhalt gemäss Ziff. 3 sichergestellt ist und dass jemand zu diesem Zeug schaut. Das sind eigentlich die wesentlichen Punkte dieser Motion.

Dem haben wir in der parlamentarischen Gruppe Landwirtschaft einstimmig zugestimmt. Ich bitte Sie, dieser Motion zuzustimmen. Ich höre nun der Diskussion zu. Aber im Moment sehe ich keinen Grund, zu wandeln. Denn das Problem ist wirklich aktuell und nimmt in der Dramatik eigentlich zu. Merci für die Aufmerksamkeit.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0