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Markus Wenger · EVP

de
Grosser Rat (BE)08.12.2022
Markus Wenger, Spiez (EVP), Einzelsprecher. Für die EVP ist die Familie ja etwas, das zualleroberst auf unserer Traktandenliste steht, und deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass eigentlich die Ziele, welche die Initiative als Grundlage hat, für uns auch nicht ein direkter Widerspruch sind. Wenn wir aber nachher schauen, was jetzt hier verlangt wird und was die Wirkung davon ist, so komme ich eigentlich zum Schluss, dass die Vorlage, über die wir hier diskutieren, aus meiner Optik als Patron einer Firma eigentlich familienunfreundlich ist.

Ich möchte dies kurz begründen. Wir erzwängen in der Phase, in der eine Familie kleine Kinder hat, dass die Väter und Mütter längere Zeit, 24 Wochen, dem Arbeitsplatz fernbleiben müssen. Dies bedeutet, dass es nicht wie beim Fachkräftemangel ist, der auch erwähnt wurde, wegen dem ich einfach Stellen nicht besetzt habe. Wenn ich Stellen nicht besetzt habe, muss ich meine Kapazität, meine Leistung herunterfahren und mache weniger Umsatz. Das sind unangenehme Nebenerscheinungen, aber diese gibt es halt. Wenn ich hingegen Leute angestellt habe, meinen Stellenetat voll habe und ich mich voll auf Leistung eingestellt habe und sie arbeiten dann nicht, habe ich das Problem, dass ich dies mit Stellvertretungen lösen muss.

Und ich sage Ihnen: Wir hatten vor Kurzem einen Vorstoss, den Maurane dann zurückgezogen hat, bei dem es um das Burnout, die Erschöpfungsdepression ging. Es sind genau diese Punkte, die für meine Mitarbeiter der Horror sind: wenn sie neben ihrem vollen Pensum noch über 5, 6 Wochen hinaus Stellvertretungen machen müssen, die ihnen am Hals hängen. Ich hatte gerade wieder einen solchen Fall: 5 Wochen unbezahlter Urlaub. Für denjenigen, der hinstehen musste, war es wirklich ein riesiger Stress. Dies sind auch Väter, dies sind auch Mütter, die dann in der Überzeit kommen. Es sind genau gleich Väter und Mütter, die bei uns am Samstag im Büro die ganze Sache weiterdrehen, damit der Laden läuft. Also: Wir können nicht versuchen, eine Familie so zu entlasten, wenn wir einfach sagen, dass wir uns auf die ersten 3, 4 Jahre fokussieren.

Marianne hat es vorher richtig gesagt: Wenn schon etwas in diese Richtung gehen müsste, müsste man auf eine Entlastung bis zum Lehreintritt der Kinder hinarbeiten, die aber mit dem Arbeitsplatz verträglich ist, damit wir nicht Stress verursachen. Je ruhiger wir produzieren können, desto weniger belasten wir unsere Mitarbeiter. Deshalb kann ich diesem Vorhaben hier nicht zustimmen.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0