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Seraphine Iseli · Grünes Bündnis

de
Stadtrat (BE)23.04.2026Mitglied

Seraphine Iseli (GB) für die Fraktion: Wir haben in der GB-JA!-Fraktion das revidierte Friedhofreglement sehr positiv zur Kenntnis genommen. Ich würde gerne auf ein paar Punkte eingehen, die wir besonders begrüssen.

Das Thema Umgang mit dem Tod ist ein Thema, bei dem wir als Gesellschaft ein grosses Lernfeld haben und uns immer ein Stück weiterbewegen. Und die Frage, wie wir Friedhöfe in der Stadt Bern nutzen und bewirtschaften wollen, damit sie uns in diesem oftmals schwierigen Thema unterstützen, gehört da auch dazu. Und es ist erfreulich zu sehen, wie die Friedhöfe in den letzten Jahren immer mehr als Teil des öffentlichen Raums wahrgenommen werden, und Trauern und Leben nebeneinander Platz finden.

Es verändern sich sowohl die Bedürfnisse, die von Verstorbenen vor ihrem Tod geäussert werden. Aber es verändern sich auch die Bedürfnisse der Hinterbliebenen. Und da sich diese Bedürfnisse schneller ändern als ein Reglement, ist es folgerichtig, dass diesen neuen gesellschaftlichen Gegebenheiten begegnet wird, bevor das Reglement das so vorsieht, aber Reglemente auch regelmässig angepasst werden, um diese neuen Realitäten abzubilden. Besonders begrüssen wir in dem revidierten Reglement, dass neu für Kinder die Altersgrenze 18 gilt, und dass bis dahin keine Grabplatzgebühren und Beisetzungsgebühren anfallen. Das erscheint uns logischer und stimmiger als die Grenze bei 14 Jahren.

Allgemein finden wir es sehr begrüssenswert, wenn bei diesen Friedhofgebühren ein grosser Ermessensspielraum gilt und auf Menschen zugegangen wird, die sich eine Bestattung oder ein Begräbnis nicht oder nur sehr knapp leisten können. In einer solch herausfordernden Situation wie dem Verlust eines nahen Menschen ist es aus unserer Sicht sehr angebracht, vonseiten der Verwaltung so weit wie möglich entgegenzukommen und auch finanziell Unterstützung zu bieten. Wir begrüssen ebenfalls die Anpassung des Namens "Familien-" in "Verbundenheitsgräber". Den empfinden wir als sehr zeitgemäss und besser der gesellschaftlichen Realität angepasst. Wir finden es super, dass es künftig möglich sein wird, sich mit seinem Haustier bestatten zu lassen, wenn dies ein Wunsch der Verstorbenen ist. Selbstverständlich sollte aber ein Haustier nicht explizit dafür getötet werden dürfen, wenn der Besitzer oder die Besitzerin stirbt. Wir sind deshalb auch inhaltlich einverstanden mit dem Anliegen des AL/PdA/TIF-Antrags. Wir finden es aber im Friedhofsreglement nicht am richtigen Ort geregelt, und wir wissen auch nicht, wie es überprüft werden sollte. Wir finden, es sei im Ermessen von Tierarztpraxen oder den entsprechenden Stellen, darauf zu achten, dass dies nicht geschieht und eine Anschlusslösung für ein Haustier gefunden wird, wenn der oder die Besitzer*in stirbt. Es ist deshalb auch wichtig, dass geregelt wird, dass ein Tier nachträglich einem Grab beigefügt werden kann, was ja der Fall ist. Und wir haben das Gefühl, das Thema sei in dem Reglement gut genug geregelt.
Den Antrag der PVS nehmen wir an, da Friedhöfe einen grossen Teil der Grünfläche in der Stadt Bern ausmachen, und deshalb bei wesentlichen Änderungen der Stadtrat darüber befinden soll.

Transcript
bern.recapp.ch
Institution
Stadtrat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0