Mirjam Läderach · Grünes Bündnis
Mirjam Läderach (GB) für die Fraktion: Beim Napoleonsbächli geht es um ein typisches Problem. Wir haben es schon von Janosch gehört. Eine in den Fünfzigerjahren eingedolte Strecke führt heute bei starken Niederschlägen zu Verstopfungen und auch zu Überschwemmungen. Und dass hier die Stadt eine Offenlegung als Lösung wählt, ist aus ökologischer Sicht klar zu begrüssen. Die Ausdolung schafft Raum für das Gewässer und ermöglicht auch eine ökologische Aufwertung. Positiv hervorheben möchten wir insbesondere auch die geplante Bepflanzung sowie die vorgesehenen Strukturelemente für Kleintiere.
Von Projekten auf öffentlichem Grund erwarten wir eine konsequente Umsetzung nach Best Practice-Grundsätzen der Gewässerökologie. Und diese sehen wir aktuell noch nicht in allen Punkten erfüllt. Kritisch beurteilen wir insbesondere die geplante Sohlenverbauung mit Holzschwellen sowie punktuelle Uferverbauungen. Solche Eingriffe sind gemäss Gewässerschutzgesetz nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig. Die Begründung über den Hochwasserschutz und den Baugrund überzeugt uns dabei nicht vollständig. Wichtig ist uns zudem festzuhalten, dass innerhalb des Gewässerraums natürliche Prozesse wie Ufererosion explizit stattfinden dürfen und auch ökologisch wertvoll sind.
Ein weiterer Punkt betrifft den Umgang mit Geschiebe und Holz. Im Gäbelbach besteht ein Defizit an natürlichem Geschiebe und Totholz. Ein Eintrag aus Seitengewässern wäre deshalb sogar wünschenswert. Es wäre also ideal, auf den Geschiebesammler und Holzrechen zu verzichten und den Durchlass unter dem Feldweg entsprechend grosszügig zu gestalten. Wir sehen jedoch ein, dass dies aufgrund einer bestehenden Leitung im Boden leider nicht möglich ist. Letztlich erscheint uns auch das gewählte Hochwasserschutzziel inklusive Freibord als hoch angesetzt. Für die vorhandenen landwirtschaftlichen Intensivflächen sollte ein tieferes Schutzniveau mindestens geprüft werden, um auch Spielraum für eine naturnahe Gestaltung zu schaffen.
Ganz kurz also zusammengefasst: Jede Offenlegung freut uns. Wir wünschen uns Vertrauen in natürliche Prozesse und eine konsequente Umsetzung nach Best Practice-Grundsätzen der Gewässerökologie. Danke.