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Irina Straubhaar · Grünliberale

de
Stadtrat (BE)12.03.2026Mitglied

Irina Straubhaar (GLP) für die Fraktion: Wir haben es gehört, wir können heute über einen weiteren wichtigen Meilenstein im ESP-Ausserholligen entscheiden. Aus Sicht der GLP-EVP-Fraktion ist die vorliegende Überbauungsordnung ein gutes Beispiel dafür, wie Innenentwicklung gelingen kann. Hier entsteht nicht einfach nur ein singuläres Neubauprojekt, es geht um einen neuen Hauptsitz der EWB, um Arbeitsplätze für die BLS und gleichzeitig um ein gemischtes Quartier mit Wohnen und Arbeiten. Genau solche Entwicklungen braucht es in der Stadt, kompakt durchmischt und mit einer klaren Idee. Positiv ist auch, dass beim Wohnen Vorgaben gemacht werden.

Der Anteil an preisgünstigem Wohnraum ist aus unserer Sicht sinnvoll und respektiert auch die durch die Hochhäuser bedingten teureren Baukosten. Timur hat das vorhin gut ausgeführt. Besonders bemerkenswert ist, dass mit einem gewinnorientierten Akteur eine Lösung gefunden werden konnte, die über den Umweg einer Genossenschaft gesamthaft Kostenmiete ermöglicht. Richtig ist aus unserer Sicht zudem, die Erschliessung mehrheitlich über den öffentlichen Verkehr und den Veloverkehr abzuwickeln und selbstverständlich auch den Fussverkehr. Es ist erfreulich zu sehen, dass dies in einer so zentralen Lage und einer guten ÖV-Anbindung in der Nähe zum Europaplatz mittlerweile in der Stadt Bern eine Selbstverständlichkeit ist. Ebenso wichtig ist der Aussenraum beziehungsweise der öffentliche Raum. Dieser soll allen zur Verfügung stehen. und mit den passenden Erdgeschossnutzungen belebt werden. Auch das erhöht die Qualität dieses neuen Quartiers über die eigentliche Überbauung hinaus.

Für uns ist das insgesamt eine abgestimmte und ausgewogene Vorlage. Ich erlaube mir noch eine Bemerkung zur gelungenen Innenverdichtung. Diese wird natürlich auch davon abhängen, wie die Belegung schliesslich in der Realität sein wird. Wir haben es schon gehört, die Statuten der Wohnbaugenossenschaft Viadukt sehen vor, dass höhere Mietzinse verlangt werden können, wenn über eine längere Zeit Wohnungen unter- oder überbelegt sind. Wir würden uns im Sinne einer gelungenen Verdichtung wünschen, dass diese statutarischen Möglichkeiten dann auch genutzt werden, sollte es notwendig sein. Den Antrag der PVS-Minderheit aber zu Belegungsziffern lehnen wir ab. Ich habe es gesagt, wir halten die Vorlage für ausgewogen und lehnen daher auch die Anträge der GB/JA! ab, weil wir der Meinung sind, da sie unserer Meinung nach erneut zu Unausgewogenheit in verschiedenen Aspekten führen würden. Zudem besteht das Risiko, dass ein höherer Anteil preisgünstigen Wohnraums zu einem tieferen Baurechtszins für die EWB führt und wir sind nicht der Ansicht, dass die EWB die preisgünstigen Wohnungen quersubventionieren sollte. Die EWB hat eine andere Aufgabe. Sie steht vor der grossen Herausforderung, die Wärme- und Energieversorgung der Stadt Bern CO₂-neutral auszugestalten.

Die Vizepräsidentin unterbricht die Sprecherin.

Transcript
bern.recapp.ch
Institution
Stadtrat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0