Skip to main content

Leoni Bolz · SP

de
Grosser Rat (BS)22.10.2025Mitglied des Grossen Rates

Leoni Bolz (SP): Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber immer, wenn ich in eine neue Stadt komme, halte ich mich gerne in den Fussgängerzonen auf, dort, wo es vielleicht einen Brunnen gibt, ein paar Bistros, die ihre Gäste draussen bewirten und wo man schön flanieren kann. Das ist Lebensqualität und sie sollte sich nicht nur auf die Innenstadt beschränken. Auch in den Wohnquartieren möchte man in Ruhe spazieren können, Kinder sollen in unmittelbarer Nähe des Hauses spielen dürfen und die Anwohnenden wollen, wenn sie mit dem Auto oder dem Velo unterwegs sind, ohne grosses Verkehrsaufkommen und vor allem sicher nach Hause kommen.

Zurzeit ist es so, dass nur wenige Menschen aus Basel mit dem Auto zur Arbeit fahren, hingegen stammt etwa 70% des Verkehrs nicht aus Basel, sondern kommt von auswärts. Dieser Verkehr hat in den Quartieren meist nicht das Ziel, sondern fährt durch die Quartiere hindurch. Der Kanton ist jedoch gesetzlich verpflichtet, den motorisierten Individualverkehr zu kanalisieren und strebt das Ziel von einem Drittel weniger Verkehr an.

Dazu können die von mir geforderten Modalfilter und Begegnungszonen auf einfache Weise ihren Beitrag leisten. Die Anwohnenden gelangen weiterhin mit dem Auto zu ihrem Haus, doch die Durchfahrt wird erschwert. Es gibt zwar Einbahnstrassen, aber es ist nicht ein Fahrverbot für Autos, Daniel Seiler. In meinen Sommerferien konnte ich mich an einigen Beispielen in Frankreich davon überzeugen, wie viel freie Fläche eine Einbahnstrasse schaffen kann, Platz für Begrünung, für Velostreifen, für Trottoirs. Mehr Entsiegelung müssen wir ohnehin mit der Motion Christ umsetzen. Mit Einbahnstrassen können wir diese auf eine nützliche Weise unterstützen.

Bei der Mobilitätsumfrage 2024 nannten die Befragten bei den Investitionsschwerpunkten am häufigsten Investitionen in mehr Grünflächen, den Ausbau der Veloinfrastruktur und die Schaffung lebenswerter Stadträume. Bald dahinter, auf dem 7. Platz, werden Massnahmen für weniger Verkehr in den Quartieren gefordert. Wir können also mehrere Bedürfnisse gleichzeitig erfüllen, wenn wir die Durchfahrt durch die Quartiere mit beispielsweise Einbahnstrassen, Diagonalsperren oder Begegnungszonen erschweren und so auch für mehr Begrünung sorgen. Dies ist nicht nur ein links-grünes Anliegen, sondern es ist ein Bedürfnis der Bevölkerung. Ich würde mich freuen, wenn Sie den Anzug überweisen.

Transcript
bs.recapp.ch
Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0