Béla Bartha · Grüne
Béla Bartha (GRÜNE/jgb): Ich war jetzt gerade eine Woche in Heraklion und durfte mich durch den Verkehr durchschlagen. Ich bin da nicht über meinen eigenen Schatten gesprungen, sondern über die Autos, die irgendwo parkiert waren und dort wirklich absolut das Regime übernommen haben über die Bevölkerung. Ich finde in dem Sinne, dass der Anzug von Leoni Bolz das Verkehrsproblem in Basel-Stadt zielgenau adressiert.
Leider ist der Anteil des MIV auch im letzten Jahr leicht angestiegen, was im Umkehrschluss wohl heisst, dass das Auto gegenüber allen anderen Verkehrsmitteln noch sehr attraktiv sprich zu attraktiv ist. Vor allem in der Agglomeration hat der Fahrzeugbestand zugenommen, was schliesslich die Stadtbevölkerung, die weitaus weniger Auto fährt, ausbaden muss. Die Folgen sind höhere Belastungen durch Feinstaub, Lärm und zeitweise auch immer noch Stickoxidwerten an stark befahrenen Strassen, die da stark überschritten werden.
Birsfelden hat nun vorgemacht, was geschieht, wenn die Belastung für die ansässige Bevölkerung unerträglich wird, und hat zur drastischen Notwehr gegriffen. So weit sollte es in Basel-Stadt lieber nicht kommen. Daher macht es Sinn, die Attraktivität des ÖV, des Veloverkehrs und die Aufenthaltsqualität von Fussgänger:innen und Strassenzügen zu erhöhen, indem Massnahmen getroffen werden, die das Autofahren in der Stadt nicht verunmöglicht, aber Bedingungen schafft, die das Auto nicht mehr zur ersten Wahl unter den Fortbewegungsmitteln machen.
Besonders bestechend an der Idee ist auch, dass durch die Einführung vermehrter Einbahnen mehr Fläche frei wird, die zur Entsiegelung dienen könnte und damit neben der erhöhten Lebensqualität für die ansässige Bevölkerung auch zur Bekämpfung der Klimafolgenschäden dient. In der Vergangenheit hat es sich schon öfters gezeigt, dass es bei derartigen Anpassungsprojekten sinnvoll ist, wie von der Anzugstellerin gefordert, mit einem Pilot zu starten, damit sich alle Beteiligten und Betroffenen mit der neuen Situation vertraut machen und eingefahrene Gewohnheiten besser ablegen können. Auf der anderen Seite ist es nach einer Evaluation der gemachten Erfahrungen dann möglich, aufgrund besserer Datengrundlagen Anpassungen zu machen und wenn nötig zu neuen Lösungen zu gelangen, die allen Betroffenen dienen.
Wir bitten Sie, diesen Anzug zu überweisen, damit die Transition von einer autogeprägten Stadt hin zu einer modernen Stadt gelingt, die einerseits die Nutzung verschiedenster Fortbewegungsmittel ermöglicht, die die Stadt für ihre Bewohner:innen lebenswerter und das Stadtklima auch für die Zukunft ertragbar gestaltet.