Skip to main content

Michael Koller

de
Grosser Rat (AI)20.10.2025Grossrat

Grossrat Michael Koller, Schwende-Rüte, erzählt, dass Thyssenkrupp Presta bis zu 570 Stellen abbaut, Mubea in Arbon stellt die Stahlproduktion ein und streicht 100 Arbeitsplätze, Leica Geosystems baut 90 Stellen ab, die Zeitung 20 Minuten stellt die Printausgabe ein - 80 Arbeitsplätze sind betroffen, Swisscom Schweiz will Hunderte IT-Stellen ins Ausland verlagern. Mit solchen Beispielen aus den letzten drei Monaten könnte er noch lange fortfahren. Das ist die Realität in der Wirtschaft. Und wenn man den Prognosen der Wirtschaftsverbände Glauben schenkt, muss man leider davon ausgehen, dass sich diese Entwicklung fortsetzt. Viele Stellen in der Privatwirtschaft gehen derzeit verloren oder stehen unter Druck. Die Menschen - und auch die Unternehmen - stehen vor herausfordernden Zeiten. Er versteht, dass man in Zeiten des Fachkräftemangels den Hebel bei den Leistungen der Mitarbeitenden ansetzen möchte. Ob dieser Mangel jedoch dauerhaft bestehen bleibt, ist zumindest fraglich. Zeitgemässe und konkurrenzfähige Löhne und Entschädigungen: ja - aber mit Augenmass. Denn bezahlen müssen es letztlich alle, insbesondere auch jene, die in Branchen arbeiten, in denen die Arbeitsplätze weniger sicher sind als jene in der Verwaltung. Die Gewerbebetriebe jetzt zusätzlich unter Druck zu setzen, ist für ihn nicht nur unnötig, sondern sogar gefährlich. Es darf insbesondere nicht sein, dass man bei Krankheit oder Militärdienst finanziell besser dasteht, als wenn man normal arbeitet. Wenn er das in seinem Betrieb umsetzen müsste, dann müssten diejenigen, die weiterarbeiten, mehr Umsatz machen, damit man die Löhne der Kranken oder Dienstpflichtigen bezahlen können. Das ist schlicht nicht fair. Natürlich könnte er einfach die Preise erhöhen - aber dann ist er irgendwann schlicht nicht mehr konkurrenzfähig. Frau Grossratspräsidentin Kathrin Birrer hat in ihrer Eröffnungsrede für ein solidarisches Miteinander plädiert. Dem stimmt er voll und ganz zu. Als Unternehmer trägt er jedoch die Gesamtverantwortung in seinem Betrieb. Wenn er die Kosten nicht im Griff hat, weil er zu grosszügig ist, hat das - gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten - zur Folge, dass er am Ende nicht mehr alle Löhne bezahlen kann. Dann haben am Schluss alle verloren. Er bittet, diese Überlegungen bei der Beurteilung der Anträge, die in den kommenden Beratungen gestellt werden, mit einzubeziehen.

Transcript
ai.recapp.ch
Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0