Speech

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Grosser Rat (BE)13.03.2024
Christine Häsler, BKD-Direktorin. Merci vielmals, Herr Grossratspräsident, liebe Grossrätinnen und Grossräte, guten Morgen miteinander.

Ich glaube, wir haben im Grundsatz keine Differenz. Kinder und Jugendliche haben das Recht auf umfassende Sexualkunde, auf Sexualerziehung. Das ist wichtig für ihre Entwicklung. Es ist auch wichtig für die Prävention in Sachen sexueller Ausbeutung oder Diskriminierung, ganz so, wie dies die Motionärinnen und der Motionär erwähnen. Es ist eine gemeinsame Aufgabe der Schule und des Elternhauses, des privaten Umfelds. Die Schule nimmt hier eine ganz wichtige Rolle ein, zum Beispiel dort, wo zu Hause vielleicht nicht oder nur wenig über dieses Thema gesprochen wird, oder wo die Kinder eben nicht mit den Eltern darüber sprechen wollen, sondern in einem anderen Umfeld.

Kurz zu diesen drei Ziffern: Zu Ziff. 1 sagt die Regierung Folgendes: Grundlage für den Sexualkundeunterricht bilden die Lehrpläne. Der Sexualkundeunterricht ist im Lehrplan 21 den Fächern «Natur und Technik», «Ethik, Religionen, Gemeinschaft» und auch dem fächerübergreifenden Thema Gesundheit zugeordnet. Er überschneidet sich aber mit vielen weiteren fachlichen Kompetenzen wie Eigenständigkeit oder Umgang mit anderen, Umgang mit Vielfalt. Zusätzliche Erläuterungen zum Sexualkundeunterricht sind kantonsspezifisch, neben dem Lehrplan 21, im Lehrplanteil «Allgemeine Hinweise und Bestimmungen» (AHB) festgehalten. Für den französischsprachigen Kantonsteil selbstverständlich im «Plan d’études romand».

In den Schulen wird sorgfältig mit dem Thema umgegangen. Die Lehrerinnen und Lehrer nehmen Rücksicht auf das Alter; sie gehen angemessen und dem Alter angepasst mit dem Thema um und sie können die Diskussion auch – wir haben es vorhin schon ausführlich gehört – an Fachleute weitergeben. Das ist manchmal für die Kinder und für die Eltern eine sehr wichtige Erfahrung, und es ist wichtig, dass sie dies in einem anderen Umfeld diskutieren und lernen können.

Der Regierungsrat ist der Meinung, dass Ziff. 1 erfüllt ist, und schlägt Ihnen Annahme und gleichzeitige Abschreibung vor.

Zu Ziff. 2: Ziff. 2 verlangt, dass der Kanton Bern über ein zeitgemässes Rahmenkonzept zum Sexualkundeunterricht verfügt. Im Rahmen der Umsetzung der Istanbul-Konvention hat der Regierungsrat entschieden, dass die BKD die Erarbeitung eines Rahmenkonzepts zur sexuellen Bildung prüft. Die BKD, das kann ich Ihnen sagen, plant die Erstellung eines solchen Rahmenkonzepts. Es wird mit den dazugehörigen Musterkonzepten dann den Schulen zur Verfügung gestellt. Die Schulen können gestützt darauf ihre eigenen Umsetzungskonzepte erarbeiten und also ein Stück weit selber entscheiden, wie sie das Thema im Unterricht unterbringen wollen und wie sie es gestalten wollen. Entsprechend empfiehlt der Regierungsrat, auch diese Ziffer anzunehmen. Er ist absolut gleicher Meinung wie die Motionärinnen und der Motionär.

Ziff. 3 verlangt schliesslich, dass der Kanton Bern Angebote im Bereich der Sexualkunde schafft und finanziert, welche die Schulen nutzen können. Diese Möglichkeit haben wir schon heute, wir haben vorhin mehrere Berichterstattungen darüber gehört, was es schon gibt. Wenn die Lehrpersonen nicht selber unterrichten wollen, wenn sie dies Fachleuten übergeben wollen, dann können sie das tun. Sie haben die Möglichkeit, schulexterne Fachpersonen beizuziehen, zum Beispiel über die BEGES, oder über weitere Angebote, die wir alle sehr wichtig finden und sehr gerne unterstützen. Das ist eine Zusammenarbeit von BKD und GSI. Wir finanzieren im Rahmen des Leistungsvertrags Gesundheitsförderung, Prävention und Sexualpädagogik, also die Leistungen der BEGES in diesem Unterricht.

Diese Angebote stossen auf ein gutes Echo, auch wir erhalten positive Rückmeldungen. Wir haben vorhin auch hier positive Rückmeldungen dazu erhalten. Der Regierungsrat ist durchaus bereit, zu schauen, ob man noch mehr anbieten könnte, ob man das Angebot noch verstärken könnte, ob es noch breiter oder grösser werden könnte, und deshalb beantragen wir Ihnen hier eine Annahme als Postulat. Merci.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0