Brigitte Hilty Haller · GRÜNE

de
Grosser Rat (BE)10.09.2024
Brigitte Hilty Haller, Bern (GRÜNE), BiK-Sprecherin, Fraktionssprecherin. So, danke vielmals, dass Sie gewartet haben. Ich brauchte dringend eine Biopause. Ja, Traktandum Nummer 59. – Ich keuche noch ein bisschen, das wird sich noch beruhigen. Es ist nicht wegen des Geschäfts, sondern wegen der Treppe.

Liebe Frau Ratspräsidentin – Vize-Ratspräsidentin, Entschuldigung –, Frau Regierungsrätin, liebe Kolleginnen und Kollegen und liebe Gäste, es geht hier um ein Kreditgeschäft, um den Staatsbeitrag an den Verein Swiss Jazz School in Bern. Wir reden von einem Kredit von neu 500’000 Franken für die Leistungsvertragsperiode 2025 bis 2028. Die Swiss Jazz School ist ein Kompetenzzentrum für die Vermittlung von Jazz, von aktueller und von groovebasierter Musik.

Im Hauptauftrag bildet die Swiss Jazz School die Brücke zwischen den Musikschulen und den Hochschulen. Sie ist ein vom Kanton Bern anerkanntes Kompetenzzentrum im Pre-College-Bereich und ein anerkannter Förderpartner des Kantons Bern im Zusammenhang mit dem Bundesprogramm «Junge Talente Musik» zur Umsetzung des Artikels «Musikalische Bildung» der Bundesverfassung. Das gehört hier alles zusammen in eines.

Die Swiss Jazz School ist somit eine Ausbildungsstätte für umfassende musikalische Weiterbildung von Talenten in kantonalen Förderprogrammen – Aufbau II und Pre-College, wie sich das nennt –, und eben, ich habe es vorhin schon gesagt, im Bereich Jazz und aktuelle Musik. Berner Studierende bis zum 25. Lebensjahr geniessen kantonale Subventionen. Die Swiss Jazz School – SJS, wie sie sich abgekürzt nennt – untersteht bildungspolitisch dem Mittelschul- und Berufsbildungsamt (MBA) und ist auch rechenschaftspflichtig diesbezüglich. Das Pre-College hat selbstverständlich Auflagen des Kantons und muss eine Erfolgsquote von 70 Prozent erreichen, und das erreichen sie sehr gut.

Kurz ein bisschen etwas Allgemeines zur Schule. Die Schule wurde 1967 gegründet und war die erste Jazzschule in ganz Europa. Auch heute noch geniesst die Swiss Jazz School international einen guten Ruf. Viele einstige Absolventen dieser Schule touren heute erfolgreich durch die Schweiz oder rund um den Globus.

Vielleicht ein paar Namen, damit Sie sich etwas darunter vorstellen können: bspw. der Berner Saxophonist Till Grünewald, der Schlagzeuger Küre Güdel, der zusammen mit Polo Hofer Rumpelstilz gegründet hat, die Sängerin Myria Poffet, auch eine Bernerin, der Kontrabassist Bänz Oester, der mit seiner Band The Rainmakers 2023 den kantonalbernischen Musikpreis gewonnen hat, der Gitarrist – für die Gitarrenaffinen unter Ihnen – Giancarlo Nicolai, der Trompeten- und Flügelhornspieler Daniel Woodtli, der einigen von Ihnen vielleicht bekannt ist, weil er in der Bläsersektion von Patent Ochsner spielt, der Saxophonist Wege Wüthrich, der bei Polo Hofer gespielt hat, und ja, sogar Pepe Lienhard, derjenige Pepe Lienhard, der mit seiner Big Band jahrzehntelang die Band von Udo Jürgens unterstützt hat.

Zur Qualitätssicherung: Die Swiss Jazz School wurde 2022 nach dem Qualitätsmanagementsystem Quarte des Verbands Musikschulen Schweiz (VMS) zertifiziert. Das Pre-College der Swiss Jazz School hat zudem 2023 das Qualitätslabel «Pre College Music CH» des VMS und der Konferenz Musikhochschulen Schweiz (KMHS) bekommen. Und es ist Mitglied der Konferenz Pre-College Music Schweiz.

Noch ein paar Zahlen: Aktuell gibt es 166 Studierende an der Swiss Jazz School. Der Anteil der Männer ist ein bisschen höher als derjenige der Frauen. Und es gibt 14 Dozierende. Der durchschnittliche Umsatz in den letzten Jahren war etwa bei rund 850’000 Franken, inklusive der Subventionen, und in der letzten Leistungsvertragsperiode waren es ungefähr 400’000 Franken, manchmal mehr und manchmal ein bisschen weniger. Und heute ginge es eben um eine Erhöhung.

Obwohl das Pre-College als Passerelle zwischen Gymnasium und Hochschulen angesiedelt ist, also eigentlich auf der Sekundarstufe II, arbeiten die Lehrpersonen zu den kantonalen Musikschultarifen. Das heisst, das Gehalt entspricht den Löhnen der Lehrpersonen auf der Stufe 7, also Gehaltsklasse 7. Hier komme ich zum Kern: Die leichte Erhöhung auf 500’000 Franken leitet sich unter anderem auch aus der Erhöhung der Löhne für die Lehrpersonen in der Gehaltsklasse 7 ab und soll adäquate Löhne sichern. Und ganz klar: Der Beitrag, den wir hier für die nächste Leistungsvertragsperiode sprechen, hat ein Kostendach, kann also nicht überschritten werden.

Ich komme zum Schluss. Die Kommission hat dem Kredit grossmehrheitlich zugestimmt, und ich bitte Sie doch, diesem Kredit ebenfalls zuzustimmen. Vielleicht noch kurz: Es hat einen Antrag Lüthi gegeben. Dieser ist zurückgezogen worden, um das einfach noch zu sagen.

(Grossrätin Hilty Haller wendet sich an die Vizepräsidentin und fragt, ob sie für die Fraktion weitersprechen dürfe. Diese bejaht. / La députée Hilty Haller s’adresse à la vice-présidente et la demande si elle peut également parler au nom du groupe. Celle-ci répond par l’affirmative.) Ganz kurz: Die grüne Fraktion unterstützt diesen Kredit selbstverständlich. Das ist schon alles.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0