Stefan Bütikofer · SP
Dass dazu auch zweisprachige Klassen ein wichtiges Mittel sein können, steht dabei ausser Frage. Die Mehrheit wird deshalb die beiden ersten Punkte der Motion ablehnen und nur den dritten Punkt, bei dem es um den Sprachaustausch geht, überweisen. Eine Minderheit, zu der ich selbst gehöre, wird der Regierung folgen. Gegen evidenzbasiertes Vorgehen stellen wir uns nicht, wir stimmen aber mit der Regierung überein, dass der Punkt 1 bereits genügend evaluiert ist und es darum diesbezüglich keine weiteren Studien mehr braucht. Entsprechend werden wir diesen Punkt auch abschreiben und die beiden anderen Punkte annehmen.
Ein Punkt ist mir noch wichtig, und ich bin froh, dass der Motionär schon darauf hingewiesen hat: Evidenzbasiertes Vorgehen heisst, dass es wirklich ergebnisoffen ist. Und sollte sich zeigen, dass es z. B. mehr Ressourcen braucht oder dass eben zweisprachige Klassen wirklich einen Nutzen bringen, gilt es auch, das zu akzeptieren und entsprechende Massnahmen zu ergreifen.
Erfahrung mit zweisprachigen Klassen habe ich selbst nur auf der Sekundarstufe II. Ich unterrichte diesbezüglich selbst in Biel. Und ich sehe, wie viel diese Klassen bringen können. Der grosse Vorteil liegt darin, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur im Unterricht mit der anderen Sprache konfrontiert sind, sondern auch in Gruppenarbeiten, in der Pause und so weiter. Und ich bin immer wieder erstaunt, wie gross die Fortschritte sind, die diese Schülerinnen und Schüler in drei bis vier Jahren machen. Und darum bin ich auch überzeugt, dass sich ähnliche Ergebnisse auch an der Volksschule zeigen werden. Merci für die Aufmerksamkeit.