Jan Remund · GRÜNE

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Grosser Rat (BE)08.12.2022
Jan Remund, Mittelhäusern (Grüne), Mitmotionär, Fraktionssprecher. Es ist wahrscheinlich, dass das bidirektionale Laden zu einer der zentralen Baustellen der Energiewende wird, zu einem Game Changer. Die Menge an Batterien, die in den E-Autos vorhanden sein wird, wird so gross sein, dass es reichen wird, wenn man nur einen kleinen Teil davon anzapfen kann, damit man viel Solarstrom vom Tag in die Nacht speichern kann. Zum Vergleich: Eine typische Hausbatterie ist zehnmal kleiner als eine Autobatterie.

Rund 20 bis 50 Gigawattstunden Batteriespeicher wären nötig, um im Jahr 2050 den Photovoltaikstrom auszuglätten. Rund 200 Gigawattstunden Batteriespeicher werden voraussichtlich in den Autos vorhanden sein. Der benötigte Batteriespeicher für Solaranlagen könnte dadurch enorm verkleinert werden. Die Kosten der Speicherung und für den Netzausbau würden damit massiv gesenkt.

Zwei Haken hat die Technologie allerdings: Erstens, es gibt noch relativ wenige Autos, die das können und erlauben. Das wird sich aber ändern. Zweitens ist Technologie teuer. Das wird auch günstiger werden, aber nicht so schnell. Gerade die hohen Investitionskosten sind also ein Hindernis. Mit dem steuerlichen Abzug könnten die Hürden verkleinert werden.

Wir möchten deshalb auch an Punkt 1 festhalten und kein Richtlinienpostulat daraus machen, sondern an der Motion festhalten. Natürlich existiert ein Unterschied zwischen Laden von selbst produziertem Strom und Laden von nicht selbst produziertem Strom. Wie vorhin schon von Casimir gesagt: In beiden Fällen trägt das bidirektionale Laden aber zur rationalen Energienutzung bei – und nur darum geht es. Nicht nur die Produktion, sondern auch die Speicherung, der Ausgleich, sind nötig für die Energiewende und sollten gefördert werden.

Wir finden, dass Punkt 2 nicht umgesetzt ist und damit nicht abgeschrieben werden sollte. Es wäre aber auch keine Katastrophe. Merci.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0