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Speech

de
Grosser Rat (BE)10.09.2025
Christine Häsler, BKD-Direktorin. Ich bin versucht zu sagen: gleiches Thema, anderer Patient.

Dem Regierungsrat ist auch hier bewusst, Sie konnten es in der Antwort der Regierung sehen, dass wir in der Tiermedizin einen Fachkräftemangel haben. Und der Regierungsrat hält die aufgeworfenen Fragen auch für absolut prüfenswert. Deshalb beantragt Ihnen der Regierungsrat auch die Annahme dieser Motion als Postulat. Von der Motion raten wir ab, weil es teilweise auch um Bestimmungen geht, die bei Weitem nicht in der alleinigen Kompetenz des Kantons Bern liegen. Aber ein Postulat würde uns sehr helfen auf dem Weg, auf dem wir uns sowieso befinden, nämlich Lösungen zu finden, wie wir auch diesen Mangel verbessern könnten oder Massnahmen dagegen finden könnten.

Die Anzahl der Studienplätze in der Veterinärmedizin ist ebenfalls mit hohen Ausbildungskosten eng verbunden, aber auch mit Anforderungen an die Infrastruktur. Und dann brauchen wir auch Praktikumsplätze. Es ist eigentlich dasselbe, was wir vorhin schon diskutiert haben, hier gleich noch einmal. Die fehlende oder die beschränkte Anzahl der Studienplätze ist aber bei Weitem nicht der einzige Treiber für einen bestehenden Fachkräftemangel. Ich glaube, das wissen wir alle sehr gut. Es gibt viele wichtige andere Faktoren, die man auch anschauen muss: Es sind die z. B. Arbeitszeiten, die heute für viele so nicht mehr stimmen, es ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, es sind die Tarife oder die Entlöhnung, es ist aber auch die grosse Belastung, die dieser Beruf mit sich bringen kann.

Da hat natürlich das Studium der Veterinärmedizin einerseits den Anspruch, diese Nachwuchskräfte so gut als möglich auf das Umfeld und auf die Aufgabe vorzubereiten, andererseits ist es wie auch in der Humanmedizin: Nicht alle Herausforderungen in der tiermedizinischen Versorgung können allein über die Ausbildung gelöst werden. Aber wir haben die Unterlagen geprüft, die Fragestellungen geprüft.

Die gemeinsame Vetsuisse-Fakultät der Universitäten Bern und Zürich prüft gegenwärtig im Auftrag des gemeinsamen Steuerungsorgans, des Vetsuisse-Rates, wie man es machen könnte, welche Massnahmen zur Minderung des Fachkräftemangels helfen würden, generell, und in der Nutztiermedizin im Besonderen. Im Rahmen dieser Auslegeordnung sollen auch die Fragestellungen des vorliegenden Vorstosses geprüft werden.

Eine erste Prüfung hat ergeben, dass aus rechtlicher Sicht eine Ergänzung des Eignungstests durch ein Kriterium wie den Nachweis von Berufs- und Praxiserfahrung – in welcher Form auch immer – am ehesten dazu beitragen könnte. Damit könnte man die Vorgaben ergänzen und den Eignungstest ergänzen.

Der Kanton Bern als einer der beiden Trägerkantone der Vetsuisse-Fakultät und natürlich auch gleichzeitig als Mitglied der Schweizerischen Hochschulkonferenz (SHK) kann die Ergebnisse, die jetzt resultieren werden, wie auch das Anliegen, grundsätzlich in diese Richtung zu gehen – insbesondere, wenn Sie heute dem Postulat zustimmen –, auch in die Gremien und ganz konkret auch in die Hochschulkonferenz einbringen. Und ich glaube, dass wir damit einen Schritt weiterkommen.

In diesem Sinn ist das Postulat sicher das Richtige, um auf diesem Weg einen Schritt weiterzukommen. Ich danke Grossrat Krähenbühl für seine Überlegungen, die er gemacht hat. Wir können sie gut nachvollziehen, 1 zu 1 umsetzen könnte man es so nicht, aber als Postulat ist es absolut hilfreich, und das würden wir so mitnehmen, wenn Sie es jetzt als Postulat unterstützen. Merci.

Institution
Grosser Rat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0