Skip to main content

Matthias Egli · Grünliberale

de
Stadtrat (BE)22.05.2025Matthias Aebischer, Direktor TVS

Matthias Aebischer, Direktor TVS: Ich möchte Ihnen nach all den Voten und vor allem auch nach den detaillierten Ausführungen des Kommissionssprechers nicht allzu viel Redundanz zumuten. Ich beschränke mich in meinem Votum auf 3 Punkte: Partizipation, Entwicklungsfelder und die aktuelle Bodendiskussion. Die Erarbeitung des Gestaltungs- und Nutzungskonzepts erfolgte in einem aufwändigen, partizipativen Prozess mit Vertreter*innen der zahlreichen Stakeholder- und Anspruchsgruppen. In der Vorprojektphase gab es 5 runde Tische zu den Themen Bewegung & Sport, Quartier & Alltag, Gewerbe & Entrepreneur, Event & Gastronomie sowie Kultur & unsichtbare Stadt. Die Erkenntnisse dieser Workshops flossen direkt in die Arbeiten des Bauprojekts und auch in das Gestaltungskonzept ein. Ziel war und ist es, dass Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Interessen den Freiraum unter dem Autobahnviadukt nutzen und sich aneignen können. Das vorliegende Gestaltungs- und Nutzungskonzept ist nicht endgültig, Sie haben es gehört, sondern lässt eine Bespielung zu, die sich weiterentwickeln kann. Dazu sind 8 Entwicklungsfelder reserviert, welche, Stand heute, sozusagen leer sind. Jugendarbeit, Quartierküche, Verkauf, Repair-Cafés sind einige Stichworte, welche als mögliche zukünftige Bespielungsmöglichkeiten genannt wurden. Aber alles ist offen. Alles oder zumindest vieles ist möglich. Dieser Teil des Nutzungskonzepts freut mich ganz besonders. Zu guter Letzt komme ich nicht darum herum, auch noch etwas über PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) zu sagen. Diese per- und polyfluorierten Alkylverbindungen sind synthetische Chemikalien, welche seit den 70er-Jahren in Textilien, Farben, Verpackungen, Kosmetika, Pestiziden und vielen anderen Stoffen vorkommen. Einige PFAS wurden von der internationalen Gesundheitsbehörde WHO als krebserregend eingestuft. Studien zeigen, dass PFAS das Immunsystem beeinträchtigen können. Wie Sie mitbekommen haben, führten Bodenproben auf dem angrenzenden Areal, dort, wo der Campus für die Berner Fachhochschule gebaut wird, PFAS-Rückstände zu Tage. Wie sie in den Boden gelangt sind, ist gemäss aktuellem Wissensstand nicht klar. Am wahrscheinlichsten ist es, dass die PFAS Rückstände von Löscharbeiten bei einem Brand 1999 stammen. In den nächsten Wochen werden nun auch Bodenproben unter dem Autobahnviadukt analysiert. Aufgrund der Distanz zum Brandherd von 1999 und den Untersuchungsresultaten beim Campusareal gehen wir davon aus, dass die Belastung, wenn überhaupt vorhanden, sehr gering sein wird. Sollte sich der Boden als belastet erweisen, wird auch auf dem Areal unter dem Viadukt wie auf dem benachbarten Campusareal eine Sanierung erfolgen müssen. Der Boden unter dem Viadukt gehört den SBB. Mit ihnen und weiteren Akteuren wie Kanton und Bund etwa müsste das weitere Vorgehen besprochen werden. Das alles soll uns aber die Vorfreude auf den neuen Freiraum unter dem Autobahnviadukt in Ausserholligen nicht trüben. Ich bitte Sie, das Gestaltungs- und Nutzungskonzept zustimmend zur Kenntnis zu nehmen. Ich danke für die Aufmerksamkeit.

Transcript
bern.recapp.ch
Institution
Stadtrat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0