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Mirjam Läderach · Grünes Bündnis

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Stadtrat (BE)22.05.2025Mirjam Läderach (GB) für die Fraktion

Mirjam Läderach (GB) für die Fraktion: In den nächsten 20 Jahren wird im Perimeter des Entwicklungsschwerpunkts Ausserholligen wohl kaum ein Stein auf dem anderen bleiben. Ein neues Quartier entsteht und wird die Stadt in den kommenden Jahren ziemlich auf Trab halten. In der bisherigen Debatte zum ESP Ausserholligen hat die GB/JA!-Fraktion betont, wie zentral die Freiraumplanung für das Gebiet ist. Denn abgesehen vom Weyerli und dem Europaplatz gibt es derzeit kaum öffentliche Aufenthaltsräume in diesem Perimeter. Damit hier ein lebendiges Quartier entsteht, sind zugängliche Freiräume für alle zentral. Aus diesem Grund begrüsst die GB/JA!-Fraktion, dass das Teilprojekt 5 sowohl in der Kommission als auch im Stadtrat erneut beraten werden kann. Irritiert hat uns auch, dass das Gestaltungs- und Nutzungskonzept für das Viadukt Nord aber lediglich zur Kenntnisnahme traktandiert wurde, denn Ziel des Antrags für die erneute Traktandierung war es gerade, die Möglichkeit zu haben, auch Anträge dazu zu stellen. Davon abgesehen findet die GB-JA!-Fraktion das Gestaltungs- und Nutzungskonzept grundsätzlich gelungen, und daher nehmen wir das Geschäft positiv zur Kenntnis. Unter dem Viadukt entsteht ein öffentlicher Raum, der eine Vielzahl von Nutzungen vereint. Wir haben es gehört: Es gibt Skaten, Sportfelder, ein Outdoor-Gym, Spielflächen, Sitzbänke zum Verweilen. Und auch Events sollen hier entstehen. Das Geschäft ist sehr vielfältig und ich werde im Weiteren nur noch auf einzelne Punkte eingehen. Wir begrüssen den sorgfältigen Partizipationsprozess rund um das Gestaltungskonzept. Entscheidend ist nun, dass die Stimmen aus dem Quartier nicht nur angehört, sondern auch umgesetzt werden. Und damit die Teilhabe am Raum auch für alle gewährleistet ist, braucht es Angebote, die niemanden ausschliessen. Eine gezielte Förderung von nichtkommerziellen Veranstaltungen ist bisher im Projekt nicht vorgesehen. Wir fordern die Stadt deshalb auf, dass die Durchführung von nichtkommerziellen und niederschwelligen, also kostenlosen Anlässen explizit im Nutzungskonzept verankert wird. Spannend findet die GB/JA!-Fraktion den Re-Use-Ansatz in diesem Projekt. Es ist der erste grössere Pilotversuch auf städtischem Boden. Materialien, die hier oder auf anderen Baustellen in der Stadt anfallen, sollen vor Ort wieder verwendet werden. Das ist ressourcenschonend und vermeidet graue Emissionen. Solche Ansätze braucht es, um unsere Klimaziele zu erreichen. Wir hoffen, dass dieser Pilot gelingt und daraus mehr wird als ein Einzelprojekt, dass damit ein Modell für zukünftige Bauvorhaben entstehen kann. Wir hoffen, dass sich zeigen lässt: Bauabfälle müssen nicht entsorgt werden, sondern können direkt in neue Qualitäten überführt werden. Und wir sind gespannt auf die aus Verpackungsplastik gepressten Sitzauflagen. Klar ist aber auch: Die Qualität der wiederverwendeten Materialien muss stimmen, einerseits für sichere Velowege und andererseits für eine hindernisfreie Gestaltung des Raums. Die Herausforderung hierbei ist sicher, dass heute noch nicht klar ist, wie sich die Situation mit den Re-Use-Materialien präsentiert, und laufend geplant werden muss. Wir begrüssen, dass die Stadt die Zusammenarbeit mit der städtischen Fachstelle Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen sowie den Behindertenverbänden sucht. Die konsequente Umsetzung der Hindernisfreiheit ist für die GB/JA!-Fraktion zentral. Wir erwarten deshalb, dass auch im weiteren Projektverlauf die Bedürfnisse aller Nutzer*innen frühzeitig abgeholt und verbindlich berücksichtigt werden – und ganz konkret, dass ein Leitsystem umgesetzt und rollstuhlgängige Beläge verwendet werden. Denn nur so wird aus dem geplanten Freiraum ein wirklich inklusiver Ort für alle. Weiter soll das Viadukt als wichtige Velohauptroute dienen und damit auch die verschiedenen Areale des ESP Ausserholligen miteinander verbinden. In der aktuellen Planung zeigen sich jedoch mehrere Punkte, die den Zielen des Masterplans Veloinfrastruktur widersprechen, und aus Sicht der GB/JA!-Fraktion angepasst werden müssen. Erstens ist vorgesehen, dass die Zulieferung und Entsorgung der Nutzungen unter dem Viadukt inklusive Schwerverkehr mit Lastwagen über die Velohauptroute erfolgt. Und das führt zu einer Vermischung von Liefer- und Veloverkehr und beeinträchtigt sowohl die Sicherheit wie auch die Attraktivität der Veloverbindung. Zweitens soll die Zufahrt zum Parkhaus des Beach-Centers im Mischverkehr mit den Velofahrer*innen erfolgen, hier ohne jegliche Veloinfrastruktur. Und drittens sind zwei Mischverkehrbereiche für Fuss- und Veloverkehr geplant. Vor allem bei hohem Veloaufkommen entsteht dadurch eine schwierige und unsichere Situation für Fussgänger*innen. Und zum Schluss noch etwas zur geplanten Begrünung: Es freut uns, dass im Perimeter wie auch in den angrenzenden Projekten zahlreiche neue Bäume vorgesehen sind. Diese schaffen Aufenthaltsqualität und wirken kühlend. Und auch die geplante Öffnung des Stadtbaches im angrenzenden Areal der BFH (Berner Fachhochschule) begrüssen wir sehr. Die GB/JA!-Fraktion ist gespannt auf die konkrete Umsetzung dieses Projekts, die hoffentlich zeigt, wie eine soziale und ökologische Stadtentwicklung konkret aussehen kann. Merci.

Transcript
bern.recapp.ch
Institution
Stadtrat

Data: OpenParlData · CC BY 4.0