Bettina Stüssi · Sozialdemokratische Partei
Bettina Stüssi (SP), Einzelvotum: Ich fange ein bisschen früher an, ich habe jetzt etwas gesehen. Wir haben wieder einen Nachkredit. Wir haben das ein bisschen kritisiert, das ist klar. Man hat eine Sparübung gemacht und jetzt kommt man mit einem Nachkredit. Aber ich könnte jetzt eigentlich auch sagen, seit ich im Stadtrat bin – und das sind jetzt 12 Jahre – reden wir hier über die Krise im schulzahnmedizinischen Dienst; und wirklich von der Krise. Und ich sage einfach: Missmanagement, Missmanagement, Missmanagement, Missmanagement. Und jetzt haben wir die Folgen davon. Und ich finde es eigentlich eher ein bisschen peinlich, bei aller Differenziertheit, mit der heute gesprochen wurde und mit der ich sicher auch sprechen könnte. Aber ich finde es ein bisschen peinlich, dass man innerhalb von 10 Jahren immer noch nicht weiter ist, sondern jetzt so ein bisschen die Gründe wachsende Schüler- und Schülerinnenzahlen vorschiebt. Dann finde ich das auch ein bisschen: Ah, okay. Vor 10 Jahren haben wir das auch als ein Argument gehabt. Und nachher? Was macht man? Ich weiss nicht, wer hier wie rechnet. Aber was macht man? Wir haben mehr Kinder und in diesem Fall auch mehr Erwachsene, denn die Stadt Bern hat zugenommen. Sie könnten das Angebot brauchen. Aber was macht man? Man rechnet nachher mit weniger Stühlen und jetzt nimmt man das als Grund an: Ou, wir haben weniger Behandlungsraum, ou, wir haben weniger Behandlungszeit, wir haben weniger Umsatz. Also, keine Ahnung, wer hier rechnet, aber ich muss jetzt einfach sagen, das nenne ich Missmanagement und ich hoffe jetzt wirklich, dass endlich mal dieser schulzahnmedizinische Dienst – Bernadette Häfliger hat es gesagt – zur Ruhe kommt. Aber ich finde eigentlich, es dürfte noch gerade ein bisschen mehr sein. Ich hoffe einfach, dass er aus dieser Krise herauskommt und dass es vielleicht auch wieder eine gute Sache ist, dort zu arbeiten. Das Argument mit dem Fachkräftemangel und, okay, jetzt haben wir endlich wieder eine Kieferorthopädin gefunden. Ja, wenn man halt eine Kieferorthopädin rausmobbt, dann ist das natürlich nachher nicht so gut. Und das hat seine Konsequenzen und die sehen wir jetzt heute. Ich hoffe jetzt eigentlich, jetzt, da der schulzahnmedizinische Dienst von jemandem geleitet wird, der etwas von Betriebswirtschaft versteht, dass wir spätestens in einem Jahr mit dem schulzahnmedizinischen Dienst wieder auf Kurs sind, alle Bedürfnisse decken, den Service public aufrechterhalten und wieder gute Zahlen schreiben können. Und als Tüpfchen auf dem I wäre für mich cool, wenn die Zahnärzt*innen und vor allem die, die mit Kindern arbeiten wollen, wieder beim schulzahnmedizinischen Dienst anstehen und denken: Oh ja, es wäre super, bei der Stadt Bern zu arbeiten.