Mehmet Özdemir · Sozialdemokratische Partei
Mehmet Özdemir (SP) für die Fraktion: Ein gut ausgebauter und zugänglicher öffentlicher Verkehr ist aus unserer Sicht ein zentraler Bestandteil des Service public. Der öffentliche Verkehr spielt auch eine entscheidende Rolle in der Armutsbekämpfung, weil er Mobilität und den Zugang zu Dienstleistungen für alle ermöglicht, und nicht nur für die, denen es finanziell gut geht oder die keine gesundheitlichen Einschränkungen haben. Entsprechend sind wir klar dafür, dass der öffentliche Verkehr weiter gefördert wird. Dazu braucht es gezielte Fördermassnahmen, wie eine in diesem Postulat drin ist. Neben der gesundheitsfördernden Wirkung der Schulwege ist es für die soziale Entwicklung der Kinder wichtig und deshalb natürlich schön, dass sie Schulwege haben. Das prägt die Kinder nachhaltig. Und es geht hier nicht darum, dass sie den ÖV für eine Schulwege nutzen können. Denn die Schulwege sind kurz, gut zu Fuss machbar und in der Regel nicht dort, wo der ÖV hinführt. Dafür ist unser ÖV-Netz zu stark auf den Bahnhof Bern ausgerichtet, aber das ist eine andere Diskussion. Es geht hier darum, dass die Kinder und Jugendlichen dank des niederschwelligen Zugangs die vielfältigen Angebote der Stadt nutzen können; seien es Sportanlagen wie das Ka-We-De oder die Musikschule im Konsi. Für die Kinder aus der Innenstadt oder aus dem Altenberg ist das vielleicht zu Fuss machbar, mit einem Kontrabass am Rücken, aber mit dem Velo wird das ein bisschen schwierig. Ein anderes Beispiel für Freizeitaktivitäten: Ich weiss noch, dass ich als Kind gerne in die Bibliotheken in den Quartieren gegangen bin, also nicht nur in die im "Breitsch", sondern auch in die beim Zytgloggen oder auch jene in einem anderen Quartier, denn je nachdem waren bestimmte Bücher oder Comics halt nur in dieser Filiale verfügbar. Aber es geht hier nicht nur um Spiel und Spass. Ein weiteres Beispiel wäre auch die Schulzahnklinik. Die hat ja nur noch einen Standort und der ist im Westen der Stadt Bern. Wie es diverse schon gesagt haben: Für viele Menschen und besonders Familien ist der ÖV in dieser Stadt schlicht zu teuer. Und sie werden in ihrer Mobilität auf die Quartiere eingeschränkt. Natürlich ist es ökologisch am nachhaltigsten, wenn sich alle nur noch zu Fuss bewegen und alle Bedürfnisse und Wünsche im direkten Umfeld decken können. Aber wie vorhin gesagt, gibt es diverse legitime Gründe, weshalb Kinder und Jugendliche auch mal ausserhalb des Quartiers irgendwohin gelangen sollen. Für das Zusammenleben und die gesellschaftliche Durchmischung unserer Stadt ist es wichtig, dass wir die Leute nicht in ihren Quartieren isolieren. Wie schon erwähnt, hat der ÖV in dieser Stadt noch viel Luft nach oben. Auch wenn die Forderungen aus diesem Postulat nicht vollständig umgesetzt werden, sind wir als SP-Juso-Fraktion dem Gemeinderat dankbar, dass er mit gezielten Massnahmen den Zugang für Schulkinder erleichtern will. Entsprechend werden wir diesem Postulat zustimmen. Danke für die Aufmerksamkeit.