Béatrice Wertli · Die Mitte
Béatrice Wertli (Mitte) für die Fraktion: Eine Strategie ist etwas, das langfristig und nachhaltig sein muss. Die Mitte-Fraktion nimmt diese Strategie zur Kenntnis. Wir müssen aber sagen, dass sie in einigen Punkten zu kurz greift und somit auch unter den Erwartungen bleibt, wenn man eine Strategie angekündigt bekommt. Erstens der Fokus auf Fussball. Auch wenn man Quidditch spielen kann und American Football, die Strategie konzentriert sich in unseren Augen einfach zu stark auf Fussball und berücksichtigt die anderen Sportarten zu wenig. Es sind doch sehr kurzfristige Lösungen. Wir haben gehört, dass das Problem akut ist, dass es erkannt ist und das zeigen nicht nur die Initiativen, sondern auch die zahlreichen Mitteilungen aus den Klubs. Die Massnahmen, die in dieser Strategie vorgeschlagen werden, wie zum Beispiel die Umwandlung von Natur- auf Kunstrasen oder auch die Stärkung der Belegung von Schulrasen, sind eher Not- oder kurzfristige Lösungen als nachhaltige Konzepte. Die Abhängigkeit des YB-Campus könnte auch eher ein riskantes Kalkül sein. Wir hoffen natürlich, dass alles gut kommt, aber dass ein Drittel der benötigten zusätzlichen Kapazitäten durch den zusätzlichen YB-Campus abgedeckt werden, das ist ein riskantes Kalkül. Bei der Finanzierung ist nicht klar, ob die veranschlagten 50 Millionen für alle notwendigen Massnahmen auch ausreichend sind. Wie gesagt, es ist eine Strategie, die in die richtige Richtung geht, die aber erst der Anfang ist. Wichtig, sehr wichtig ist, dass der Bedarf von diesen 12'000 Nutzungsstunden in dieser Strategie anerkannt wird. Wir haben auch gemerkt, als wir Unterschriften gesammelt haben für unsere Volksinitiative «Mehr Rasen für alle», dass dieser Bedarf sehr anerkannt ist und dass es wirklich akut ist. Die Nachfrage, die steigt. Das Interesse an Sport, besonders an Mädchen- und Frauensport, all die Gründe, die wir gehört haben, die brauchen neben dieser Strategie oder dieser Erststrategie weitsichtige Lösungen. Die Initiative «Mehr Rasen für alle» ist sicher verbindlicher, weil sie eben auch verbindlichere Ziele und einen klaren Zeitraum setzt. Darum war immer klar, dass wir an der Initiative festhalten. Und wenn wir gesamthaft über Sportinfrastrukturen nachdenken, immer wieder sind sie ein Thema hier im Rat, sind wir der Meinung, dass es für die Stadt Bern ein Gemeindesportanlagenkonzept, ein GESAK braucht, das alles übergeordnet anschaut und nicht immer nur auf die akuten Probleme kurzfristige Lösungen sucht. Also, die Strategie ist ein erster Schritt, viele weitere sollen noch folgen. Die Initiative, ein GESAK, damit auch der politische Druck und somit auch die Unterstützung für den Sport, für den Breitensport in der Stadt Bern nachhaltig unterstützt wird und weitergeführt werden kann. Danke vielmals.