Remo Sägesser · Grünliberale
Reto Nause, Direktor SUE: Alle haben wieder gegen Gewalt gesprochen. Alle sind gegen Gewalt. Wenn es um konkrete Massnahmen geht, hingegen, habe ich von allen nicht viel gehört, nur die Kritik an diesen Massnahmen, die andere Institutionen eingefordert haben. Und wenn ihr sagt, wir wollen die individuelle Täterverfolgung verstärken, ja, dann müsst ihr vielleicht für individualisierte Tickets einstehen. Genau das wollte man ja nach der Pandemie – individualisierte Tickets. Nachher ist ein Aufschrei des Entsetzens durch die Fankurve gegangen, durch die Liga gegangen, durch die Clubs gegangen: Das gehe gar nicht, individualisierte Tickets. Bei Konzerten, bei Hockey-Matches, im Zug etc. geht es auch, aber im Fussball soll es nicht gehen.
Die individualisierten Tickets hat man nachher als Projekt beerdigt und ist in den Dialog eingestiegen mit der Liga. Und der Dialog hat basiert auf der gemeinsamen Erarbeitung des Kaskadenmodells. Als das Kaskadenmodell nachher auf dem Tisch war, ist plötzlich die Liga im Salto rückwärts einfach wieder raus. Und ich muss euch sagen: Die rechtlichen Grundlagen sind glasklar. Wir haben ein Hooligan-Konkordat und im Hooligan-Konkordat ist festgeschrieben, dass die Spiele der obersten beiden Ligen bewilligungspflichtig sind.
In der Gemeindeordnung der Stadt Bern steht festgeschrieben, dass die Bewilligungsinstanz das Polizeiinspektorat beziehungsweise der Gemeinderat ist. Das ist alles glasklar festgeschrieben. Und es ist auch so, dass Auflagen im Einzelfall und nach Risikoabschätzung verfügt werden. Und dass sich das bewährt hat, hat heute Abend auch jeder gesagt. Die Vorfälle im Fussball, auch nach Sektorschliessungen, sind zurückgegangen. Die Qualität einzelner Vorfälle ist hingegen ganz massiv. Der Buschauffeur in Zürich ist noch heute nicht arbeitsfähig. Also, da können wir als Behörde doch auch nicht sagen, wir machen einfach nichts. Ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg und bitte euch, diese Motion abzulehnen.