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Christine Gerber · SVP

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Grosser Rat (BE)01-12-2022
Christine Gerber, Detligen (SVP), Einzelsprecherin. Vielleicht wissen einige unter Ihnen, dass ich auch noch Bäuerin bin. Zwar haben mein Mann und ich den Landwirtschaftsbetrieb bereits unserem Junior und seiner Frau übergeben. Aber wir helfen immer noch mit viel Herzblut und Leidenschaft auf dem Betrieb mit. Deshalb bin ich auch stolz, dass auf unserem Betrieb, ich spreche immer noch von unserem Betrieb, nebst einer grossen Grünfläche auch eine Vielfalt von Kulturen angepflanzt wir, wie Gerste, Weizen, Mais, Kartoffeln, Kürbis, Safran, neuerdings auch Reis und eben Zuckerrüben. Zuckerrüben werden bei uns unter anderem angepflanzt, damit es zu einer Bereicherung der Fruchtfolge beiträgt. Darauf möchte ich aber nicht näher eingehen.

Aber wussten Sie, dass man mit Zucker Lebensmittel haltbar machen kann? Wenn ich im Sommer und im Herbst zu viel Obst und Früchte habe, mache ich für unsere Selbstversorgung Konfitüre und Sirup, sodass die verderblichen Früchte haltbar gemacht werden können. Damit trage ich auch gleich dazu bei, dass es weniger Food Waste gibt und habe gleichzeitig einen gut haltbaren Notvorrat für eine mögliche Krisenzeit. Ich bin überzeugt, dass fast alle von Ihnen jemanden kennen, der gleichwohl Konfitüre, Sirup und andere Produkte aus Zucker herstellt und in einem Hofladen verkauft. In diese Produkte gehört doch einheimischer Zucker, sodass wir wirklich von einheimischer Produktion sprechen können. Nur so können wir Bäuerinnen und Bauern glaubwürdig bleiben.

Man kann doch nicht dagegen sein, dass der geforderte Selbstversorgungsgrad erhalten bleiben soll. Im Moment sprechen wir immer wieder von Mangellagen. (Der Präsident bittet um Ruhe im Saal. / Le président réclame le silence dans l’assemblée.) Sei es Energie oder seien es Medikamente, wie man nun auch hört. Ich habe gelesen, dass Eier knapp werden. Das ist zwar erst in Deutschland und England, weil sich dort die Vogelgrippe ausgebreitet hat und Hühner verenden. Ja, wollen wir uns jetzt wirklich vom Ausland abhängig machen, wenn wir das zum grössten Teil selber in der Hand haben? Wollen wir unsere Wertschöpfungskette in diesem Bereich aufgeben? Deshalb denke ich, dass wir für den Schweizer Zucker ein starkes Zeichen setzen können, wenn wir uns für eine nachhaltige und gesamtheitliche Lösung einsetzen und diese Motion annehmen.

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