Anna Tanner · SP
Das Gute ist ja: Wir waren alle einmal Kinder und Jugendliche, und alle, die jetzt neu kommen, sind Kinder und Jugendliche. Klar, wir konnten selbst nicht davon profitieren, aber alle die, die nach uns kommen. Irgendwann muss man ja damit beginnen, und dann hat es eine Gerechtigkeit, weil alle davon profitieren, unsere Kinder und Jugendlichen. Das ist die Zukunft, und in die Zukunft müssen wir investieren.
Vielleicht noch dies: Der Vorstoss hat zwei wichtige Aspekte, wie der Motionär schon gesagt hat, Klimaschutz und Sozialpolitik. Ich werde jetzt vor allem die Sozialpolitik erläutern. Denn eine der grössten Armutsfallen, vor allem gerade im Kanton Bern, ist die Familiengründung. Ein Fakt, der sicher hier in diesem Saal schon viel genannt wurde. Ein Drittel der Sozialhilfebeziehenden sind Kinder und Jugendliche, weil die Fixausgaben für Familien eben wirklich extrem teuer und eine extreme finanzielle Belastung sind. Das Leben wird immer teurer, und dadurch ist auch die Gefahr gross, dass die Menschen entweder in die Sozialhilfe oder einfach in die Armut rutschen.
Wir haben im Kanton Bern leider keine Familien-Ergänzungsleistungen. Der kostenlose ÖV wäre eine etwas andere Form einer Unterstützung. Mobilität ist wichtig und notwendig. Durch die Mobilität können nämlich die Jugendlichen in ihre Ausbildungsstätte gelangen, Freizeitaktivitäten ausführen und wichtige soziale Kontakte knüpfen und pflegen. Es gab Zeiten, in denen das nicht so gut möglich war. Zum Beispiel hat Corona exemplarisch gezeigt, was passieren kann, wenn Jugendliche zu stark isoliert werden. Zugegeben, das ist jetzt nicht mehr der Fall. Aber es gibt immer noch Jugendliche, die sich aus unterschiedlichen Gründen viel zuhause aufhalten.
Die Mobilität, beziehungsweise das fehlende Geld für die Mobilität, ist ein Grund. Mobilität hilft also, der Isolation entgegenzuwirken, was sehr hilfreich ist, insbesondere auch für die psychische Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen. Ausserdem kann es nicht sein, dass Mobilität eine Frage des Einkommens der Eltern sein kann. Mobilität soll allen Kindern zustehen, und den Jugendlichen auch. Deshalb schafft dieser Vorstoss bei einer Annahme und bei der Umsetzung auch mehr soziale Gerechtigkeit.
Wir haben uns vorhin noch kurz mit dem Motionär ausgetauscht. Er fand auch, wenn jetzt sehr viele von Ihnen finden würden: «Okay, bei einem Postulat wären wir dabei», würde er, würden wir auch wandeln. Merci vielmals. Aber ansonsten empfiehlt die SP-Fraktion natürlich Zustimmung.