Eva Lemmenmeier · SP
Lemmenmeier-St.Gallen (im Namen der SP-GRÜNE-GLP-Fraktion): Die Interpellantin ist mit der Antwort der Regierung zufrieden.
Es ist erfreulich, dass der Kanton die Screening-Programme, sowohl für Brustkrebs- als auch Darmkrebs, weiterhin sicherstellen und auch finanziell unterstützen möchte. Leider stand zum Zeitpunkt der Beantwortung der Fragen auf die Interpellation wie auch jetzt das definitive Verhandlungsresultat zwischen Leistungserbringer und Versicherer noch aus. So fehlt auch Klarheit darüber, von welchen finanziellen Mitteln wir eigentlich sprechen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass Mehrkosten auf den Kanton zukommen werden. Verständlich, dass im Hinblick auf das morgen diskutierte Entlastungspaket 2026 (33.25.09) keine definitiven Zusagen zum finanziellen Rahmen gemacht werden können. Mir ist bewusst, dass das Screening-Programm morgen nicht auf der Kippe stehen wird. Mir ist aber auch bewusst, dass weitere Sparmassnahmen gefordert werden und die Screening-Programme mit grosser Wahrscheinlichkeit in einer nächsten Sparrunde zu Fall gebracht werden. So appelliere ich bereits heute an Sie: Hören wir doch auf, fadenscheinige Sparmassnahmen zu befürworten, die sich in der Folge nicht als Sparmassnahmen, sondern als Verschiebung von Kosten auf andere Kostenstellen entpuppen.
Wenn wir die etablierten Screening-Programme ins Wasser fallen lassen, wird nicht nur mehr Leid für die Patientinnen und Patienten resultieren, sondern v.a. werden Mehrkosten entstehen, denn es braucht mehr und teurere Therapien, wenn Krebserkrankungen in späteren Stadien entdeckt werden. Diese Kosten werden von uns Prämien- und Steuerzahlerinnen über die Gesundheitskosten finanziert werden müssen. Also, eine vordergründige Sparmassnahme kann rasch zu Mehrkosten an anderen Orten führen. In Bezug auf das «Donna»-Programm werden wir zuwarten müssen, um überhaupt zu wissen, von welchem finanziellen Rahmen wir sprechen. Eine Folgeinterpellation scheint so vielleicht notwendig zu werden.