KV Reform. Bilanz ziehen und Qualität wieder herstellen
(26.3904)Schweiz19/06/2026
Perfil
- Tipo
- Interpellation
- Estado
- Eingereicht
- Parlamento
- Schweiz
- Número
- 26.3904
- Início
- 19/06/2026
Referências e fonte
- Registo oficial
- Perfil oficial
- ID externo
- 20263904
Contribuições(9)
- Regina Durrer-KnobelDie Mitte
- Philipp KutterDie Mitte
- Michael GötteSchweizerische Volkspartei
- Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
- Markus RitterDie Mitte
Cronologia(1)
- Eingereicht
Textos(2)
- Titel des GeschäftesKV Reform. Bilanz ziehen und Qualität wieder herstellen
- Eingereichter Text
Im Sommer 2023 trat die so genannte "KV-Reform" (Reform Kaufleute) in Kraft. Erstmals begannen Lernende ihre Ausbildung nach der neuen Bildungsverordnung. In den letzten Wochen wurden nun erstmals die Qualifikationsverfahren (im Volksmund noch immer "Lehrabschlussprüfungen") gemäss KV-Reform durchgeführt. Dabei zeigen sich die eklatanten Schwächen der neuen Konzeption auf dramatische Weise:
- Frustrierte Lehrpersonen korrigieren tagelang von den (ebenfalls oft frustrierten) Lernenden vollständig (und gewollt) mit künstlicher Intelligenz produzierte Prüfungsantworten;
- Fachwissen darf nicht mehr abgefragt werden und es wird nicht überprüft, ob die gemäss Reform-Bildungsplan unterrichteten Leistungsziele erreicht werden;
- Die Validität ist stark eingeschränkt, da die Lernenden die Prüfung mit der KI lösen. Geprüft wird primär die Fähigkeit, Prompts zu formulieren und Ergebnisse zu filtern. Dafür braucht es keine 3-jährige Ausbildung;
- Der Prüfungsumfang macht die KI-Nutzung für die Lernenden zwingend, so dass keine Unterschiede zwischen starken und weniger starken Lernenden festgestellt werden können, sondern die beste, kostenpflichtige KI das beste Ergebnis liefert;
- Da nicht alle Lernenden die gleichen (kostenpflichtigen) KI-Modelle nutzen können, widerspricht die Prüfung der Chancengleichheit;
- Die Reliabilität leidet stark unter der Nutzung von KI. Die Systeme (wie ChatGPT, Copilot etc.) arbeiten probabilistisch und generieren bei identischen Eingaben unterschiedliche Antworten;
- Das Sprachniveau vieler Absolventinnen und Absolventen ist erschreckend tief;
- Es ist praktisch unmöglich, die mündlichen Prüfungen "rekursfest" zu gestalten und zu bewerten mit der Folge, dass ein Nichtbestehen der Prüfung praktisch unmöglich ist;
- Für künftige Arbeitgebende ist es völlig unmöglich, dem Abschlusszeugnis der KV-Lehre Erkenntnisse zu den Fähigkeiten der Absolventinnen und Absolventen zu entnehmen.
Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um Beantwortung der folgenden Fragen:
- Welche Gesamtbilanz zieht der Bundesrat nach Durchführung der ersten Qualifikationsverfahren zur Gesamtwirkung der KV-Reform?
- Ist der Bundesrat bereit, in Zusammenarbeit mit den betroffenen Kreisen (OdA, Berufsschulen, Lehrbetriebe etc.) eine Überarbeitung des QV vor Ablauf der 5-Jahres-Frist für die Evaluation vorzunehmen, mit dem Ziel, die offensichtlichen Schwächen des jetzigen Verfahrens zu beseitigen?
Dados: OpenParlData · CC BY 4.0