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Frauengesundheit in der Lebensmitte. Handlungsbedarf bei Menopause und Perimenopause für bessere Gesundheit und weniger Absenzen am Arbeitsplatz

(26.3889)PostulatStellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Schweiz19/06/2026
Perfil
Tipo
Postulat
Estado
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Parlamento
Schweiz
Número
26.3889
Início
19/06/2026
Referências e fonte
Registo oficial
Perfil oficial
ID externo
20263889
Contribuições(8)
Cronologia(3)
  • Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
  • Annahme (teilweise)
    Bundesrat
  • Eingereicht
Textos(4)
  • Titel des GeschäftesTEXT
    Frauengesundheit in der Lebensmitte. Handlungsbedarf bei Menopause und Perimenopause für bessere Gesundheit und weniger Absenzen am Arbeitsplatz
  • Antwort BR / BüroTEXT

    Der Bundesrat ist sich bewusst, dass die Meno- und die Perimenopause für Frauen generell und für erwerbstätige Frauen zusätzlich belastend sein können. Er ist deshalb gerne bereit, einen Bericht zu den in den Punkten 4 bis 7 aufgebrachten Fragestellungen zu verfassen. Der konkrete Handlungsspielraum des Bundes bezüglich der Erarbeitung und Umsetzung von Massnahmen in Erfüllung der in den Punkten 4 und 5 genannten Anliegen ist allerdings aufgrund der verfassungsmässigen Kompetenzteilung zwischen Bund und Kantonen beschränkt. Zudem fehlen auf Bundesebene finanzielle Mittel. Deshalb wird es vor allem das Engagement weiterer Akteure wie z.B. der Kantone, der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz oder auch der Arbeitgeber und ihrer Verbände brauchen.

     

    Der Bundesrat sieht hingegen keine Notwendigkeit, in Ergänzung zum Bericht vom 15. Mai 2024 in Erfüllung des Postulates 19.3910 Fehlmann-Rielle «Gesundheit der Frauen. Bessere Berücksichtigung ihrer Eigenheiten» einen weiteren Bericht über die bessere Berücksichtigung der biologischen Bedürfnisse von Frauen in Forschung, Prävention, Gesundheitsversorgung sowie Bildung von Gesundheitspersonal zu erstellen. Es gibt keine Hinweise, dass die im erwähnten Bericht gemachten Aussagen nicht auch für die Themen Meno- und Perimenopause zutreffen. In diesem Sinne lehnt er die Erfüllung der Punkte 1 und 2 ab. Die aktuelle finanzielle Lage des Bundes lässt keine zusätzlichen Investitionen im Bereich statistische Datengrundlagen oder in zweckgebunde Forschungsmittel zu, weshalb er auch die Erfüllung von Punkt 3 ablehnt. Forschungsvorhaben zu diesem Thema werden jedoch bereits heute im Rahmen bestehender Förderinstrumente des Schweizerischen Nationalfonds gefördert.



    Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Punkte 1 bis 3 und die Annahme der Punkte 4 bis 7 des Postulates.

  • Eingereichter TextTEXT

    Der Bundesrat prüft, mit welchen Massnahmen die Gesundheit der Frauen in der Lebesmitte (Menopause und Perimenopause) verbessert werden und Absenzen am Arbeitsplatz reduziert werden können.

    Zu klären sind folgende Punkte: 

    • wie Menopause und Perimenopause in Forschung, Prävention und Gesundheitsförderung, Diagnostik, Behandlung und Versorgung besser berücksichtigt werden können;
    • wie die Aus-, Weiter- und Fortbildung von Grundversorgerinnen und Grundversorgern sowie weiteren Gesundheitsfachpersonen im Bereich Menopause und Perimenopause gestärkt werden kann;
    •  wie die Datengrundlage und Forschung zu gesundheitlichen, gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Auswirkungen verbessert werden können;
    • wie evidenzbasierte Information und Aufklärung für Bevölkerung, Arbeitgebende und Arbeitnehmende gefördert werden können; 
    • welche Massnahmen geeignet sind, Frauen im Erwerbsleben während der Menopause zu unterstützen, insbesondere im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung;
    • wie bestehende Arbeiten des Bundes zur Frauengesundheit mit spezifischen Massnahmen zur Menopause koordiniert werden können; 
    • welche internationalen Erfahrungen und Best Practices, insbesondere aus dem Vereinigten Königreich, Australien und Japan, für die Schweiz relevant sind. 
  • BegründungTEXT

    Der Bundesrat hat im Bericht in Erfüllung des Postulats 19.3910 festgehalten, dass geschlechterspezifische Unterschiede in Forschung, Prävention und Gesundheitsversorgung in der Schweiz noch ungenügend berücksichtigt werden. Er ortet Handlungsbedarf namentlich in der Forschung, Bildung, Prävention, Gesundheitsversorgung und bei den Arbeitsbedingungen. 

    Menopause und Perimenopause sind in diesem Kontext ein relevantes, bislang aber wenig sichtbares Thema. Die hormonellen Veränderungen können mit Beschwerden wie Schlafstörungen, Hitzewallungen, Erschöpfung, Konzentrationsproblemen oder Stimmungsschwankungen einhergehen und die Lebensqualität sowie die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigen. Werden Beschwerden nicht erkannt oder nicht angemessen behandelt, so können die gesundheitlichen Probleme zu Fehlzeiten, Reduktionen des Arbeitspensums oder ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben führen, was angesichts des Fachkräftemangels auch volkswirtschaftlich relevant ist.

    Vor diesem Hintergrund soll der Bundesrat darlegen, wie die Folgen von Menopause und Perimenopause im Rahmen der bereits angekündigten Arbeiten zur Frauengesundheit gezielt berücksichtigt und mit konkreten, evidenzbasierten Massnahmen gelindert werden können. Der Bericht soll zusammen mit den betroffenen ärztlichen Fachgeselllschaften und Gesellschaften der Gesundheitsfachpersonen erarbeitet werden.

     

Dados: OpenParlData · CC BY 4.0